Spieler von Hertha BSC beglückwünschen Salomon Kalou (Quelle: dpa(Annegret Hilse)
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1. Liga | Teamcheck - Hertha BSC kämpft gegen den Rückrundenfluch

Die Rückrunde zählt bei Hertha BSC nicht zu den Paradedisziplinen. Unter Trainer Pal Dardai brachen die Berliner in den letzten Jahren stets im zweiten Saisonabschnitt ein. In diesem Jahr soll natürlich alles anders werden. Der Teamcheck für die Rückrunde.

So lief die Hinrunde:

Die erste Saisonhälfte von Hertha BSC weist alle Zahlen eines klassischen Mittefeldteams auf. Sechs Siege stehen fünf Niederlagen gegenüber. Mit 26 erzielten Tore belegt Hertha Platz 9 in der Bundesliga. Ausreißer nach oben und nach unten gab es keine. Nie gelangen mehr als zwei Siege am Stück. In der Liga sammelten die Berliner gerade so viele Punkte, um die Abstiegsplätze stets aus sicherer Entfernung zu beobachten. Immerhin: Der Rückstand auf die internationalen Ränge beträgt trotz Platz 10 lediglich vier Zähler.

Die Hinrunde war die anspruchsvollste seit vielen Jahren in der Hauptstadt. Die Dreifachbelastung mit Pokal, Liga-Alltag und Europa League kostete Kraft und Konzentration. Dabei hat sich Hertha vor allem in Europa nicht mit Ruhm bekleckert. Die Arbeit einer ganzen Saison wurde in nur sechs Partien wieder verspielt. Ein einziger Sieg besiegelte das peinliche Aus als Gruppenletzter schon nach der Hauptrunde. Auch hier immerhin: Die jungen Spieler konnten wichtige Erfahrungen sammeln und sich wie Arne Maier (18) einen Stammplatz auch in der Bundesliga erkämpfen.

Rune Jarstein (Quelle:dpa/Sven Simon)
Torwart Rune JarsteinBild: dpa/SVEN SIMON

Wer kommt, wer geht?

Es wird eine ruhige Wintertransferperiode in Berlin werden. Die Neuzugänge des Sommers (Davie Selke, Matthew Leckie, Valentino Lazaro, Karim Rekik) haben sich alle als Verstärkung erwiesen. Weder Trainer Pal Dardai noch Manager Michael Preetz sehen Veranlassung nachzubessern. Der Kader umfasst beim Trainingsauftakt zu Jahresbeginn durch die vielen Talente allerdings 32 Spieler, für den Trainer ist das deutlich zu viel: "Pädagogisch ist das ungesund. Teamgeist und Respekt sind wichtig. Aber irgendwann wird das schwierig, da braucht mir niemand etwas anderes zu erzählen.“

So könnte sich auf der Abgangsseite noch etwas tun. Spieler wie Genki Haraguchi, Sinan Kurt oder Valentin Stocker spielen längst keine Rolle mehr in den Planungen des Trainers. Sie könnten die Hauptstadt noch im Januar verlassen und für Entspannung im aufgeblähten Kader sorgen. Trainer Dardai schloss die Ausleihe von talentierten Spielern (Julius Kade, Florian Baak, Ondrej Duda) hingegen aus. Sie sollen sich im eigenen Verein weiterentwickeln und anbieten.

Der Trainer:

Pal Dardai stand in der Hinrunde nach zweieinhalb Jahren erstmals unter Druck. Der verschärfte Abstiegskampf drohte nach sieben sieglosen Spielen. Dardai prangerte erneut die übertriebene Erwartungshaltung in der Hauptstadt an. Manchmal fühlt er seine Arbeit nicht entsprechend gewürdigt. Im Verein wirkt er unantastbar. Doch der 41-Jährige muss zeigen, dass auch er sich weiterentwickeln kann. In der zweiten Saisonhälfte hat Hertha unter ihm stets abgebaut, das gilt es diesmal zu verhindern. "Dafür gibt es kein Rezept. Ich glaube das ist Kopfsache und Psychologie", sagt Dardai und stellt klar, "Jeder Punkt zählt, ich denke nur von Spiel zu Spiel."

Erwartungen an die Rückrunde:

24 Punkte in der Rückrunde, das ist das erklärte Ziel. So viele Zähler hat Hertha noch nie in der Rückrunde unter Trainer Pal Dardai gesammelt. In Anbetracht dessen ist das ein ehrgeiziges Ziel. Doch die Verantwortlichen blicken positiv auf die zweite Saisonhälfte: keine Dreifachbelastung mehr, keine Verletzungsprobleme und ein Kader, der in der Europa League Erfahrung gesammelt hat. Ob das schon ausreicht, bleibt fraglich. Hertha BSC will am Saisonende unter die Top-10. Eine Platzierung, die die Alte Dame nach der Hinrunde gerade so erreicht hat.

Sendung:Inforadio, 08.01.2018, 07:15 Uhr

3 Fragen an ... Pal Dardai

Hertha-Screenshot (Quelle: rbb)
rbb

Beitrag von Jakob Rüger

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Ja, zwei Siege sind genau zwei Sieg, keiner mehr und auch keiner weniger, also punktgenau zwei Siege, einer mehr wären schon drei und damit einer zu viel, und einer weniger wären schon ein Sieg und damit einer zu wenig. Nein zwei Siege sind wirklich ganz genau zwei Siege. und 17 ist auch eins weniger als 18. Ich kann nur zustimmen. So ist es! Und so bleibt es!

  2. 3.

    Zwei Siege sind nicht "mehr als zwei Siege" (wie es im Text steht), sondern eben nur genau zwei Siege. Am 15. Spieltag spielte Hertha unentschieden in Augsburg, darauf folgten die zwei von Ihnen angeführten Siege am 16. und 17. Spieltag - und der 18. Spieltag steht noch bevor

  3. 2.

    "Nie gelangen mehr als zwei Siege am Stück". Leider passt die Info nicht zu dem "alles war so schlecht" Tenor des anspruchslosen Berichts. Ist schlichtweg falsch. Recherchieren Sie doch richtig.
    16. Spieltag 3:1 Sieg gg Hannover
    17. Spieltag 3:2 Sieg in Leipzig

    Gern geschehen!

  4. 1.

    Eigentlich ist abzusehen, dass sie wieder abschmieren.In der Mannschaft ist seit Jahren keine Entwicklung zu beobachten, Dardais System, wenn es denn eins gibt, ist die unansehnliche kontrollierte Offensive von Rehhagel aus den 80ern. Es gibt eigentlich auch keinen Spieler, den Dardai besser gemacht hat, Plattenhardt und Jarstein mit Abstrichen. Seit Jahren ist unklar, wo dieser graue Maus-Verein eigentlich hinwill, stattdessen wird immer wieder die alte Leier von den zu hohen Erwartungen gespielt. Und so wird alles enden wie immer: man nudelt im Niemandsland der Liga rum und wird am Ende froh sein, dem Abstieg wieder entgangen zu sein.

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