Eine Gruppe Synchroneiskunstläuferinnen präsentiert ihre Kür
Bild: imago/Xinhua

Synchroneiskunstlauf-Cup in Berlin - Im Gleichschritt über das Eis

Synchroneiskunstläuferinnen aus neun Nationen gleiten an diesem Wochenende über das Eis im altehrwürdigen Wellblechpalast in Hohenschönhausen. Beim Cup of Berlin geht auch das beste deutsche Team an den Start. Von Stephanie Baczyk

Das Make-Up? Sitzt. Die Glitzer-Kostüme auch. Die Läuferinnen haben ihre Haare zum Dutt zusammengebunden, der einzige Mann im Team richtet sein Oberteil. Noch einmal tief Luft holen, dann geht es raus aufs Eis. Aufstellung. Haltung. Konzentration. Dann ertönt die Musik. Im Wellblechpalast im Berliner Kiez Hohenschönhausen findet gerade zum neunten Mal der Cup of Berlin statt, eines der renommiertesten Synchroneiskunstlauf-Events.  

"Jede Kür erzählt eine Geschichte!"

"Das Besondere ist die Dynamik", sagt Organisator Dirk-Carsten von Loesch und in seiner Stimme schwingt Begeisterung mit. "Es ist ein anderes Feeling, wenn so viele auf dem Eis sind." Was er meint: Jede Kür erzählt eine Geschichte, wie es beispielweise auch beim Paarlauf der Fall ist. "Aber es werden Figuren dargestellt", erklärt von Loesch. "Ich erinnere mich daran, dass das Team Berlin 1 mal das 'Phantom der Oper' als Thema hatte."

Das Team Berlin 1 ist, was Synchroneiskunstlaufen betrifft, die Nummer eins in Deutschland. 23 nationale Meistertitel haben sie geholt - den bisher letzten Mitte Dezember in Frankfurt. Beim Cup of Berlin sind sie Favorit - auch, weil die amtierenden Vizeweltmeister, Marigold IceUnity aus Finnland, nicht am Start sind. "Aber das Interesse wird größer", freut sich von Loesch. "In diesem Jahr ist sogar ein Team aus Südkorea dabei. Zum ersten Mal."

Der Traum von Olympia könnte wahr werden

Neun Nationen gehen an den Start, unterteilt in vier Klassen. Das Highlight sind die Seniors, "die Meister", wie von Loesch sie nennt. Neben Südkorea und Deutschland präsentieren die Schweiz, Schweden, Frankreich, die Niederlande, Finnland, die Ukraine und die USA ihre Show. Gerade in Südkorea und Japan hat Synchroneiskunstlaufen viele Fans. Im Berliner Wellblechpalast rechnet Dirk-Carsten von Loesch mit bis zu 1.800 Zuschauern. 

"Und wir machen uns berechtigte Hoffnungen, dass die Disziplin doch noch olympisch wird", verrät er. Die Internationale Eislaufunion hat eine Arbeitsgruppe eingerichtet, 2022 könnte der Traum der Synchroneiskunstläufer von einer Teilnahme an den Winterspielen in Erfüllung gehen. Aber bis es soweit lohnt sich der Weg nach Hohenschönhausen. Wenn 16 junge Frauen und auch mal ein junger Mann mit Präzision über das Eis gleiten - im Einklang.

Beitrag von Stephanie Baczyk

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