Die BR Volleys trainieren wieder in der Halle des Horst-Körber-Zentrums (Quelle:rbb)
Video: rbb Aktuell | 13.02.2018 | Bild: rbb

Horst-Korber-Zentrum war Flüchtlingsunterkunft - BR Volleys trainieren wieder in eigener Halle

In der Glockenturmstraße in Charlottenburg sind die BR Volleys zu Hause. Hier steht die Geschäftsstelle, hier hatten sie ihre Trainingshalle. Vor zweieinhalb Jahren zogen Flüchtlinge ein. Für die Volleys begann eine Odyssee. Die ist nun beendet. Von Dennis Wiese

Volleyballer sind keine Fußballer. Man stelle sich vor, Borussia Dortmund müsste für zweieinhalb Jahre den angestammten Trainingsplatz räumen und auf der Suche nach einem Ausweichquartier quer durch die ganze Stadt fahren. Genau wie Dortmund sind auch die BR Volleys achtmaliger Deutscher Meister ihrer Sportart, auch in der Champions League spielen die Charlottenburger.

Und doch musste das Spitzenteam in den vergangenen Jahren improvisieren, der Trainingsplan glich einem Flickenteppich. Mal wurde im Sportforum Hohenschönhausen trainiert, mal in Prenzlauer Berg, mal in der Charlottenburger Sömmeringhalle – je nach Verfügbarkeit. "Wir waren wie Vagabunden", sagt Kaweh Niroomand. Dabei steht der Volleys-Manager am Dienstagmittag mit Überziehschuhen auf dem neuen Hallenboden. Denn die Sanierungsarbeiten in der Dreifelderhalle sind abgeschlossen, die Volleys haben wieder eine Heimat.  

Alle Trainingsmittel unter einem Dach

Der Vorteil des Horst-Korber-Zentrums sei schon immer die Vielseitigkeit gewesen: "Räume zur Reha, Massageräume, Saunen - hier haben wir zusätzlich zur Halle alles an einem Standort", so Niroomand.

Im September 2015 war das Korber-Zentrum und die angrenzende Rudolf-Harbig Halle über Nacht in eine Flüchtlingsunterkunft umgewandelt worden. Berlin war überfordert mit dem plötzlichen Zuzug der Neuankömmlinge. Schnell mussten notdürftig Unterkünfte entstehen. Dass Sporthallen dafür nicht geeignet sind, war jedem klar. Alternativen aber gab es in der Kürze der Zeit nicht.   

Im Mai 2016 zogen die Flüchtlinge um, die Halle war für die Leistungssportler nicht mehr zu benutzen. Das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten und die Finanzverwaltung stellten 3,74 Millionen Euro für die Sanierung zur Verfügung. Damit wurde der Hallenboden erneuert, Kabinen, Duschen und Lüftungsanlagen ersetzt.

Wiedereröffnung des Horst-Korber-Sportzentrums, Nachwuchsspieler aus verschiedenen Berliner Vereinen können wieder im Sportzentrum trainieren (Quelle:imago / Michael Hundt / Matthias Koch)
Wieder an gewohnter Stelle: Der Handball-Nachwuchs im Korber-Zentrum | Bild: imago / Michael Hundt / Matthias Koch

Auch Handballer und Hockeyspieler waren betroffen

Die große Halle des Korber-Zentrums mit ihren drei Feldern war auch Heimat von Handballern und Hockeyspielern, hier hatten die Sportarten ihre Landesleistungszentren, Lebensmittelpunkt der Nachwuchs-Elitesportler. Auch die Zweitliga-Handballerinnen der Spreefüxxe hatten hier ihren Haupttrainingssitz und mussten in den vergangenen zweieinhalb Jahren improvisieren. Nun kann das Training in der neuen, alten Halle wie gewohnt weitergehen.

Auf 23 Hallen müssen Berlins Sportler noch verzichten. Auch sie wurden als Flüchtlingsunterkünfte genutzt, sind für den Trainings- und Spielbetrieb aber noch nicht wieder instandgesetzt.

Beitrag von Dennis Wiese

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