Waltraud Kretzschmar und ihr Mann Peter (li.) beim Abschiesspiel ihres Sohnes Stefan Kretzschmar (Quelle: imago/Camera 4)
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Handball-Legende aus Lehnin - Ex-Weltmeisterin Waltraud Kretzschmar gestorben

Die frühere Weltklasse-Handballerin Waltraud Kretzschmar ist tot. Das teilte der Deutsche Handball-Bund (DHB) am Mittwochabend mit und bestätigte damit einen Bericht der "Märkischen Allgemeinen", die sich auf Angaben der Familie berufen hatte.

Waltraud Kretzschmar und ihr Mann Peter, DDR-Nationaltrainer, anlässlich der Sportlerumfrage der Jungen Welt 1975 (Quelle: imago/Werner Schulze)
Waltraud Kretzschmar und DDR-Nationaltrainer Peter Kretzschmar im Jahr 1975 | Bild: imago/Werner Schulze

Die 217-fache DDR-Nationalspielerin starb bereits am 7. Februar, sechs Tage nach ihrem 70. Geburtstag. Waltraud Kretzschmar wohnte zuletzt in Schöneiche (Oder-Spree). "Der Name Kretzschmar steht beispielhaft für große Zeiten im deutschen Frauenhandball. Waltraud Kretzschmar war als dreimalige Weltmeisterin ein Idol unseres Sports. Wir trauern um eine großartige Spielerin", wird DHB-Präsident Andreas Michelmann in der Verbandsmitteilung zitiert.

Dreifache Weltmeisterin, zehnfache DDR-Meisterin mit dem SC Leipzig

Die gebürtige Brandenburgerin, Mutter von Handball-Star Stefan Kretzschmar, galt in den 1970er Jahren als erfolgreichste Handballerin der Welt. Sie wurde 1971, 1975 und 1978 mit der DDR-Auswahl Weltmeisterin und mit dem SC Leipzig zehnmal DDR-Meisterin. Dazu kommen zwei Europapokal-Siege sowie Silber (1976) und Bronze (1980) bei den Olympischen Spielen. Bis zu ihrem Kreuzbandriss im Jahr 1980 bestritt die Rückraumspielerin in 15 Auswahljahren 217 Länderspiele und erzielte 727 Tore.

Streng mit sich selbst und anderen

Die Beziehung zu ihrem berühmten Sohn, dem 218-fachen Handball-Nationalspieler Stefan Kretzschmar, litt laut Angaben des Sohnes oft unter fehlender Anerkennung. "Für mich war das ein wichtiger Moment, als meine Mutter das erste Mal zu mir sagte, dass sie stolz auf mich ist. Da war ich allerdings schon 34", berichtete Kretzschmar einmal. Aber auch mit sich selbst ging Waltraud Kretzschmar sehr kritisch um. "Was die Leistung betrifft, habe ich immer hohe Anforderungen gestellt, auch an mich", sagte sie einmal.

Nach der Wende ließ sich die Handballerin, die 1976 und 1979 den "Vaterländischen Verdienstorden" der DDR erhielt, zur Hotelfachfrau ausbilden. Von 1994 bis Ende 2003 bewirtschaftete sie zusammen mit ihrem Mann eine Vereins-Gaststätte in Berlin-Lichtenberg.

Sendung: Brandenburg aktuell, 14.02.2018, 19.30

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