Viktoria Schwalm und Rahel Kiwic von Turbine Potsdam bejubeln ein Tor im Bundesliga-Auswärtsspiel in Köln. Bild: imago/foto2press
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Frauenfußball | Rückrundenstart - Turbine bläst zur Aufholjagd

Am Sonntag startet die Mannschaft von Turbine Potsdam in die Rückrunde und somit in das Fußballjahr 2018. Trainer Matthias Rudolph hat große Ambitionen. Er will in die Champions League. Von Jonas Bürgener 

Am Sonntag (14 Uhr) geht es wieder los in der Frauenfußball-Bundesliga, und bei Turbine Potsdam dürften sich vor der Rückrunde einige Fragen stellen: Ist das Hinrundenglas nun halbvoll oder halbleer? Einerseits hat es Turbine Potsdam als einziges Team geschafft, die komplette Hinserie ungeschlagen zu bleiben. Andererseits beträgt der Abstand auf den Tabellenführer VfL Wolfsburg bereits sieben Punkte.

Klará Cahynová: Von Prag nach Potsdam

Schuld sind die zahlreichen Unentschieden, mit denen sich die Brandenburgerinnen durch den Herbst quälten, während Wolfsburg enteilte. Hoffnung macht der Winter, denn in den letzten Spielen vor der Spielpause zeigte die Formkurve deutlich nach oben. Mit Siegen gegen Köln, Hoffenheim und SC Sand bescherten sich die Turbinen ein versöhnliches Weihnachtsfest.

An diesen Trend will Trainer Matthias Rudolph anknüpfen. Als Ziel gibt der 35-Jährige das Erreichen der Champions League aus. Durchaus ambitioniert, denn nur die ersten beiden Plätze berechtigen zur Teilnahme an der Königsklasse. Momentan sind diese aber fünf Punkte entfernt.

Ein Neuzugang soll zu einer erfolgreichen Aufholjagd beitragen: Klará Cahynová. Die zweikampfstarke Tschechin kommt von Slavia Prag nach Potsdam. Zwar dürfte die Bundesliga für die Mittelfeldspielerin eine große Veränderung sein, doch wird ihre internationale Erfahrung bei der Eingewöhnung sicher helfen. Cahynová spielte schon für die University of Western Ohio in den USA und auch in der tschechischen Nationalmannschaft wurde sie bereits 32 Mal eingesetzt.

Abwehrspielerin Kiwic als Vorbild

Ankommen könnte es auch auf die zuletzt so starke Verteidigerin Rahel Kiwic. Bei Kiwic können sich die Fans nicht nur auf ihre defensiven Fähigkeiten verlassen. Mit sieben Toren in sieben Einsätzen kann Kiwic eine für eine Abwehrspielerin phänomenale Bilanz vorweisen. "Irgendwie hatte ich einen kleinen Lauf", sagt Kiwic selbst grinsend dazu.

Klar, "ein bisschen stolz" sei sie schon auf diese Bilanz. Immerhin war sie mit 17 Jahren mal Stürmerin, den Torhunger gewöhnt man sich da nicht so einfach ab, auch wenn Kiwic mittlerweile "nach hinten verfrachtet wurde." Ihre Tore will die bescheidene Schweizerin, die vor der Saison aus Duisburg nach Potsdam kam, aber nicht an die große Glocke hängen: "Das Team hat viele Standards herausgeholt und ich musste nur noch hereinlaufen und reinköpfen".

Rahel Kiwic bejubelt eines ihrer sieben Saisontore. Bild: imago/foto2pressTorjägerin: Rahel Kiwic (rechts) bejubelt eines ihrer Tore.

"Wir haben nichts zu verlieren"

Von hinten reinlaufen und zuschlagen, so lässt sich auch das Ziel für die Rückrunde zusammenfassen bei Turbine. "Wir haben nichts zu verlieren, wir können von hinten angreifen und für Furore sorgen", sagt Kiwic. Und dafür könnte sie ganz wichtig werden. Denn ihr Trainer Matthias Rudolph schätzt Kiwic nicht nur wegen ihrer Kopfballstärke. Gegen den SC Sand verwandelte Kiwic den Elfmeter zum 2:0 Endstand. Trainer Rudolph weiß, wieso: "Sie hat einfach die Ruhe weg. Und ich glaube, manche wollten auch nicht unbedingt schießen."

Er hätte sicher nichts dagegen, wenn "Glücksgriff" Kiwic diese Nervenstärke auch in der Rückrunde beibehält. Das und die letzten Spiele der Hinrunde stimmen ihn optimistisch. "Wir sind uns relativ sicher, dass wir in der Rückrunde noch ein gewichtiges Wort mitreden können", sagte er.

Am Sonntag startet Turbine Potsdam in Jena in die Rückrunde - als klarer Favorit beim Viertletzten. Und sicher würde sich keiner beschweren, wenn Rahel Kiwic auch bei diesem Spiel vorne reinläuft und einen reinköpft. 

Sendung: Inforadio, 16.02.2018, 15:40 Uhr

Beitrag von Jonas Bürgener

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