So bewarb sich Berlin für die Ausrichtung der Oympischen Spiele 2024. (quelle: imago/Stefan Zeitz)
Bild: imago/Stefan Zeitz

Neuer Vorstoß nach abgesagter Bewerbung - Altkanzler Schröder: Olympia in Berlin "einfach durchsetzen"

Olympische Spiele in Berlin? Die Idee hat der DOSB schon vor drei Jahren beerdigt. Doch Altkanzler Schröder gräbt sie während der Winterspiele in Südkorea wieder aus - und bekommt für seinen Vorstoß prompt Unterstützung.

"Ich fände es gut, wenn wir uns noch einmal bewerben würden. Der einzige Ort, der eine Chance hätte, wäre Berlin!" Mit diesem Statement versuchte Altkanzler Gerhard Schröder, am Rande der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang noch einmal Bewegung in die seit langem ad acta gelegte Berliner Olympia-Bewerbung zu bringen.

Zuletzt war die Bewerbung Hamburgs um die Spiele 2024 in einer Volksabstimmung gescheitert. Auch Münchens Kandidatur um die Winterspiele 2022 war von den Bürgern abgelehnt worden. Schröder empfahl, bei einer neuerlichen Bewerbung die Meinung der Bürger schlicht zu umgehen. "Manche Dinge müssen einfach durchgesetzt werden und fertig", sagte er.

Olympia ja - aber nicht 2036

Schröder warnte aber davor, eine Olympia-Bewerbung für 2036 anzustreben - also 100 Jahre nach den von den Nationalsozialisten ausgerichteten Spielen 1936 in Berlin. "Dann würde die geschichtliche Frage im Vordergrund stehen und nicht der Sport", sagte er. "Deutschland sollte sich bewerben, aber entweder für Spiele vor oder nach 2036."

Auch Füchse-Präsident Steffel für neuerliche Bewerbung

"Berlin ist ideale Bewerberstadt für Olympische Sommerspiele", pflichtete Füchse-Präsident Frank Steffel dem Altkanzler bei. Berlin solle sich noch einmal für Olympia bewerben. "Eine Bewerbung um Olympische Spiele muss vor allem auch dem Breitensport in Deutschland einen Mehrwert bringen", betonte Steffel.

Er warnte ganz klar vor Schnellschüssen, wie die Bewerbung für die Spiele 2024 einer gewesen sei. Die großen Sportverbände  und die Bundesregierung müssten dafür an einem Strang ziehen. Die Hauptstadt könne "mit unzähligen Sportarenen und begeisterten Fans viel in die Waagschale werfen". Olympia in Berlin könne ein Gegenentwurf zum "ausufernden Gigantismus" darstellen.

Auch Björn Böhning (SPD), Chef der Berliner Senatskanzlei, äußerte sich zustimmend zu Schröders Vorstoß. "Ganz meine Meinung", twitterte er am Dienstag.

Sendung: Inforadio, 13.02.2018, 12:15 Uhr

Kommentar

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36 Kommentare

  1. 36.

    Gigantismus, Doping, Geldhinterziehung, Mafia, bloß nicht.

  2. 35.

    Ich bin für einen weltweiten Olympia-Boykott, solange dort mafiöse Strukturen herrschen! Deutschland und Berlin sollten Anfang machen in diesem Kampf gegen weltweite Korruption!

  3. 34.

    Olympia? Auf keinen Fall! zumindest solange nicht, wie BER nicht fertig ist!

    Wir haben noch mit den negativen Auswirkungen der Fussball-WM zu tun: Nur damit 2..3 Wochen Fussball in Berlin stattfindet, leben wir nun für Jahrzehnte mit einem unvollständigen Dach über dem Hauptbahnhof. Reisende, die weit vorn oder weit hinten aus den Zügen aussteigen stehen bei schlechtem Wetter mitten im Regen oder Schneesturm. Das Dach des Hauptbahnhofs ist lediglich ein zu kurzes Provisorium. Nur, damit 2..3 Wochen Fussball gespielt wird.

    Ich bin immer wieder wütend über diese Entscheidung, wenn ich am fehlgebauten Hauptbahnhof vorbei komme und das Stummeldach ansehen muss. Warum kann man nicht erst einmal etwas fertigbauen, bevor man sich für so etwas bewirbt. Also erst BER fertigbauen! Und dann erst über Olympia diskutieren! (Aber auch dann werde ich gegen Kommerz-Sport der korrupten IOC-Mafia auf Kosten der Olympia-Städte sein!

  4. 33.

    Der selbsternannte WELTBUERGER Schroeder meint immer nocjh mit grossen, haltlosen Spruechen die deutsche Politik beeinflussen zu koennen. Seine BASTA-Entscheidungen sind zum Glueck vorbei. Haette er den Gedanken zu Ende gedacht (und nicht nur in Sued-Korea MITREDEN wollen) wuerde er um den (Un) sinn dieser KOMMERZ-SPIELE wissen, die weder mit SPORT etwas zu tun haben und bei den meisten Austragungslaendern zu einem finanziellen Debakel wurden. Die Berliner haben doch schon entschieden, was sie von Olympia halten (und das ist auch GUT so). Im Uebrigen koennen intelligente Buerger auf Nachhilfe in Geschichte verzichten, um zu wissen, dass 2036 (wenn ueberhaupt) kein geeigneter Termin ist- oder!

  5. 32.

    Manche Leute müssen einfach ignoriert werden und fertig.

  6. 31.

    Igitt, mit der kriminellen Vereinigung namens IOC will ich nichts zu tun haben. Ultrakorruption, Doping und was weiß ich noch.

    Deshalb: Keine olympischen spiele in Berlin - stattdessen die ersatzlose Streichung des OlympSchG.

    Wer's nicht kennt: http://www.gesetze-im-internet.de/olympschg/index.html

  7. 30.

    Nee, nicht wirklich, oder???
    Berlin kann doch nicht einmal Flughafen.
    Aber vielleicht... bis 2032 könnte sogar der BER mit einigen kleinen Erweiterungen fertig sein.

  8. 28.

    Nein wir nennen das Freiheit, Geduld und Toleranz. Vielleicht hat Berlin etwas zuviel von allem. Denn sie wird schamlos ausgenutzt.

  9. 27.

    "Gegen eine Olympiade in Berlin hätte ich nichts einzuwenden.
    Das ist schließlich der Zeitraum zwischen zwei Olympischen Spielen:-)"

    Der war gut! :-)
    Ich bin froh um jeden Kommentator, der seinen Humor nicht außen vor lässt oder diesen gar schon ganz verloren hat.

    Zur Sache:
    Vom rein idealistischen und sportlichen Standpunkt her würde ich eine Zusammenkunft des Weltsports in und um Berlin durchaus begrüßen.
    Um aber den Sport, die Sportler und die Zuschauer im Vordergrund zu halten und nicht den Profit, würde ich mich eher über eine Bewerbung für z.B. die Universiade freuen. Schade auch, dass die Paralympics inzwischen automatisch an die Ausrichtungsorte der vorangegangenen Olympiade, äh pardon... der vorangegangenen Olympischen Spiele gekoppelt sind.
    Ich denke, es gibt genug interessante und auch mehrheitsfähige Alternativen zwischen NOlympia und einer Bewerbung für die Olympischen Spiele in Berlin bzw. Deutschland.

  10. 26.

    Der liebe Herr Schröder hat Putin als Freund und übernimmt immer mehr von dessen Handlungsstil. Peinlich das eine gewisse Partei so einen Mann nicht ausschließt.

  11. 25.

    Das kommt von einem Mann, dessen Politik die eigene Partei und das eigene Land gegenüber dem internationalen Finanzkapital, den Konzernen und der EU in die Knie gezwungen hat.

  12. 24.

    Darauf haben die Berlinerinnen und Berliner lange gewartet! Einer der Totengräber der deutschen Sozialdemokratie verspricht ihnen "greenwashed" Prunk- und Prachtbauten im Rahmen einer Olympiabewerbung, an denen sich verfilzte Politiker, Baumafia und Investmentbanker die Taschen füllen können. Von seinem Demokratenkumpel Putin kann er sich ja beraten lassen, wie man so was "durchsetzt". Die ARD hatte seinerzeit einen schönen Dokumentarfilm zu den Skandalen um die Olypiabauten in Sotschy ausgestrahlt. Vielleicht möchte der RBB den aus aktuellem Anlass jetzt ja wiederholen... Danach steht dann die NOlympia wieder - und ich bin dabei!

  13. 23.

    Dass hier ausgerechnet mit dem Altkanzler einer auf "Stimmung" gemacht wird, haben wir Medienrezipienten nicht verdient. Der Altkanzler hat sich als ernstzunehmender Politiker durch diverse Aktivitäten der Vergangenheit selbst erledigt. Wenn Sie mit Hilfe dieser Person ein ebenfalls abserviertes Thema wieder aufwärmen wollen, kann das für Ihr eigenes Image nicht viel helfen.

  14. 22.

    Nein, danke.

    Diese Stadt kriegt doch sowieso nichts gebacken. Außerdem ist Berlin bereits voll genug. Irgendwann reicht es auch mal.

  15. 21.

    Die Meinung der Bürger einfach umgehen, das hat er ja in seiner Kanzlerschaft gelernt.

  16. 20.

    Schröder - ein lupenreiner Demokrat.

  17. 19.

    Will sich Berlin sich schon wieder blamieren? Aber mit dem Blamieren kennt sich diese Stadt ja bestens aus!

  18. 18.

    grosse Beipflichtung zu Ihrem Kommentar---Borowski
    den Satz von Hernn Schröder : "Manche Dinge müssen einfach durchgesetzt werden und fertig",
    hat sich wohl auch Herr Schulz ( SPD ) zu eigen gemacht, als er Nahles als seine Nachfolgerin
    nominierte--ABER : Pech gehabt--"Glück "gehabt hatte Schröder, nachdem er am Gitterrüttelte
    "ich will hier rein"---Kanzler wurde--allerdings war das Glück für ihn selber, NICHT fürs Volk-----
    so würde es auch mit der Berlin-Olympiade werden-----

  19. 17.

    Ok. Dann aber sofort wieder eine Volksbefragung ohne vorherige große Planungen. Das geht nämlich garantiert wieder in die Hose. Und das Argument "Für den Breitensport" wurde nun auch schon oft genug wiederlegt.

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