Stelian Moculescu macht seinen Spieler heiß.
Video: rbb UM6 | 13.03.2018 | Stefan Frase | Bild: imago/Conny Kurth

BR Volleys gegen Friedrichshafen - Mit harten Aufschlägen zum Erfolg im Giganten-Duell

In der K.o.-Runde der Champions League kommt es für die Volleys knüppeldick: Sie müssen gegen den ungeschlagenen Liga-Primus Friedrichshafen ran. Besonders spannend: Es ist das erste Spiel ihres neuen Trainers Moculescu gegen dessen altes Team. Von Robin Krempkow

Die Arme stützt er auf seine Hüften, ganz gelassen steht Stelian Moculescu neben dem Netzpfeiler beim Training seiner BR Volleys und beobachtet aufmerksam die Angriffsschläge seiner Riesen. Ruhig, aber bestimmt gibt die Trainer-Ikone seine Anweisungen vor dem Champions-League-Spiel gegen den VfB Friedrichshafen.

Für Moculescu birgt das Duell eine ganz besondere Brisanz: 19 Jahre trainierte der gebürtige Rumäne den VfB Friedrichshafen und holte 27 Titel. Vor dem ersten Spiel gegen seine alte Volleyball-Liebe gibt sich Moculescu nüchtern: "Ich bin jetzt Trainer in Berlin. Wir sind hier und wir wollen gewinnen. Das andere waren mal wir und das ist auch vorbei", sagte der Trainer dem rbb.

Gegen das alte "Wir" – Friedrichshafen – kommen doch sicherlich schöne Erinnerungen auf? "Natürlich, aber deswegen kann ich nicht die ganze Zeit mit einem komischen Gefühl rumrennen", wiegelt Moculescu ab. Kein Platz also für Nostalgie, viel wichtiger ist dem Rumänen der sportliche Vergleich. "Für uns ist es ein Test. Wie weit sind wir von ihnen entfernt, haben wir uns angenähert?" BR Mittelblocker Georg Klein, der letzte Saison noch für Friedrichshafen gespielt hat, enttarnt den sich betont zurückhaltenden Volleys-Trainer: "Ich glaube Stelu hat Bock. Das war das beste Los, das für ihn hätte kommen können."

Seit Moculescu in Berlin ist läuft‘s

Friedrichshafen ist diese Saison das Maß aller Dinge im deutschen Volleyball. In allen drei Wettbewerben ist die Mannschaft aus Baden-Württemberg noch ohne eine Niederlage. "Ich denke sie sind im Augenblick die Favoriten, sie haben die Nase vorne", erkennt Moculescu an. Doch die BR Volleys sind wiedererstarkt. Seit der Trainerentlassung von Luke Reynolds, haben die Berliner unter Moculescu nur einmal verloren. Das Erfolgsrezept fasst Georg Klein zusammen: "Er hat das Team wieder in die Hand genommen. Er ist unser eindeutiger Leader geworden. Stelu sagt ganz konkret wie was gemacht wird und wo es lang geht. Und so wird es dann auch gemacht." Luke Reynolds war eher der Kumpeltyp - auf Augenhöhe mit den Spielern – ein Stil, der bei den Volleys nicht gefruchtet hat.

Stärke, Präzision und harte Aufschläge: darauf wird es gegen den haushohen Favoriten aus Friedrichshafen ankommen. Im Training wurde das Augenmerk auf die Angaben gelegt und die gemessenen Geschwindigkeiten waren bemerkenswert. "Der stärkste Aufschlag von Kyle Russell mit 106 km/h, der Rest der Mannschaft hat im Durchschnitt 75 km/h. Das ist ein ziemlich guter Wert für uns", zeigte sich Teammanager Tobias Horst zufrieden. Gegen den derzeitigen Primus im deutschen Volleyball müssen die Berliner bis ans Limit gehen, Georg Klein traut sich gegen die ehemaligen Kameraden aber einiges zu. "Ich würde sagen, dass wir auf einem Niveau spielen und ich gehe davon aus, dass wir am Mittwoch gewinnen."  

Drei Duelle in acht Tagen

In der K.o.-Runde der Champions-League empfangen die Volleys Friedrichshafen am Mittwoch um 19:30 Uhr in der Max-Schmeling-Halle und mit der Unterstützung von erwarteten 6.000 Fans, sollten die Berliner in ihrem Tempel möglichst einen Sieg vorlegen. Am Sonntag steigt das Bundesligaspiel gegen den VfB in Friedrichshafen und am 22. März kommt es, ebenfalls in Baden-Württemberg, zum Rückspiel in der Champions League.

Beitrag von Robin Krempkow

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

Das könnte Sie auch interessieren