Der Eisbären-Spieler Daniel Fischbuch bejubelt seinen Treffer, indem er seine Freude einfach rausschreit
Video: rbb UM6 | 14.03.20148 | Dennis Wiese | Bild: imago/osnapix

Jetzt beginnt die heiße Saisonphase - Hungrige Eisbären starten in die Play-offs

Der Rasierer bleibt im Schrank. Die Eisbären Berlin starten in die Play-offs. Damit der berühmt-berüchtigte Play-off-Bart wuchern kann, brauchen sie nun einen Erfolg gegen Wolfsburg. Coach Krupp muss dabei seinen Sohn besiegen. Von Stephanie Baczyk

Es knallt im Wellblechpalast. Immer dann, wenn ein Spieler der Eisbären Berlin den Puck gegen die Bande schießt, hallt es durch die Eishalle. Peng. Es ist laut und es bleibt laut, selbst als sich Uwe Krupp zum Interview einfindet. Der Eisbären-Coach muss schmunzeln. "Wir haben gut gearbeitet diese Saison, aber die Play-offs sind immer ein neuer Saisonabschnitt, wo es von vorne losgeht und alle Mannschaften mehr oder weniger im gleichen Boot sind", sagt er. "Und wir müssen uns neu beweisen."

Alles auf Null. Die bisherige Saison in der DEL ist dafür da gewesen, sich für die K.O.-Runde zu qualifizieren. Dem Team dort eine gute Ausgangslage zu verschaffen. Und so trifft der Zweite, die Eisbären Berlin, auf den Siebten, die Grizzlys Wolfsburg. "Ein guter Gegner", sagt Krupp. Mit einem besonderen Verteidiger in den eigenen Reihen. Denn bei den Niedersachsen spielt ausgerechnet Krupps Sohn Björn.

"Während der Play-offs gibt es keinen Kontakt!"

Der Coach muss schmunzeln. "Ja, die Familiensituation gerät da etwas in den Hintergrund", verrät er mit Blick auf das bevorstehende Play-off-Viertelfinale. "Es ist eine ungeschriebene Regel, da wird nicht viel drüber gesprochen, aber während der Play-offs gibt es keinen Kontakt." Björn Krupp hat zuletzt Eishockeygeschichte geschrieben, mit der Deutschen Nationalmannschaft Silber bei den Olympischen Winterspielen geholt. Jetzt, davon ist sein Vater überzeugt, will er natürlich auch in der heimischen Liga triumphieren.

"Er hat sicherlich seine Vorgaben, die er versucht umzusetzen, um die Eisbären Berlin zu schlagen", so der 52-Jährige. "Und wir wollen alles dafür tun, dass wir Wolfsburg in dieser Serie schlagen." Gespielt wird im Modus Best of Seven. Vier Siege sind also zum Weiterkommen nötig. Die Grizzlys hatten unfreiwillig Gelegenheit, sich an den besonderen Rhythmus zu gewöhnen. Weil sie in der Abschlusstabelle zu schlecht platziert waren, mussten sie in einer so genannten Pre-Play-off-Runde antreten.

André Rankel und sein Lieblingsgegner

"Das ist die Herausforderung für uns", sagt Uwe Krupp. "Wir haben Wolfsburg beobachtet, die haben eine enge Serie gegen Schwenningen gewonnen. Das ist eine Mannschaft, die viele Details gut macht und sehr diszipliniert spielt. Das wird eine enge Sache." Einer, der besonders gerne auf und gegen die Niedersachsen trifft, ist Eisbären-Profi André Rankel. Der 32-Jährige hat gegen den kommenden Gegner in den Hauptrundenspielen vier Tore erzielt - und er hat eine Idee, wie es so weiter gehen könnte. "Einfach gradlinig spielen", sagt er mit einem Grinsen. "Du musst Druck zum Tor entwickeln, auch Schüsse aus schlechten Winkeln nehmen."

Auch Rankel weiß natürlich, dass jetzt in den Play-offs alles von vorne beginnt. Dass die Siege während der Hauptrunde nicht mehr viel zählen. "Wichtig ist, im Hier und Jetzt zu bleiben", erklärt er. "Wir haben uns als Mannschaft dieses Jahr mit den vielen neuen Spielern auf dem Eis weiterentwickelt, spielen schnelles, aggressives Eishockey. Wir wissen, dass wir eine gute Mannschaft sind und es weit bringen können." Wie weit, wird sich zeigen. Im vergangenen Jahr schieden die Eisbären im Halbfinale aus.

Der Rasierer bleibt im Schrank

Fakt ist: Solange die Berliner noch im Rennen um die Meisterschaft sind, solange bleibt der Rasierer im Schrank. Nach dem Motto "Wer rasiert, verliert!" lassen sich viele Spieler nach Ende der Hauptrunde einen Bart wachsen. Der kommt erst ab, wenn das jeweilige Team ausgeschieden ist - oder den Titel geholt hat.  

Rankel würde die Haare gerne wuchern lassen, vorausgesetzt, seine Mannschaft geht nach der Serie nicht als Verlierer vom Eis. "Es ist von Kleinigkeiten abhängig. In den Play-offs ist es wichtig, dass du nicht zu viel auf der Strafbank sitzt, dass du deine Powerplay-Situationen nutzt zum richtigen Zeitpunkt", sagt er. "Und wenn du das alles machst, dann hast du eine gute Chance in die nächste Runde zu kommen." Klingt nach einem Plan.

Sendung: rbb UM6, 14.03.2018, 18 Uhr

Beitrag von Stephanie Baczyk

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