Mehrere Spieler von Eisbären Berlin und Red Bull München rangeln sich am 18.04.2018 vor dem Tot der Berliner (Quelle: imago/Sven Simon)
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Audio: Inforadio | 24.04.2018 | Jens-Christian Gußmann | Bild: imago/Sven Simon

Eishockey | Spiel 6 der DEL-Finalserie - Die Eisbären wollen den Ausgleich

Der überraschende Sieg am Sonntag hat den Eisbären Berlin wieder Aufwind gegeben. Vor der sechsten Partie der DEL-Finalserie (Dienstag, 19:30 Uhr, Mercedes-Benz-Arena) hoffen sie nun auf hadernde Münchner und einen verspäteten Urlaubsbeginn. 

Ein Blick in die Geschichtsbücher der Deutschen Eishockeyliga könnte den Eisbären Berlin Mut machen. Schließlich steht dort geschrieben, dass es bereits einem Team gelungen ist, trotz zwischenzeitlichen 1:3-Rückstands eine Playoffserie zu gewinnen. Allerdings sind schon zehn Jahre vergangen, seit den Frankfurt Lions dieser Kraftakt gegen Iserlohn gelang. Es wäre also mal wieder an der Zeit für ein solch episches Comeback.

Urlaub oder Spiel 7?

Nach dem überraschenden Sieg am Sonntag strotzen die Eisbären vor Optimismus und widmen ihre volle Konzentration dem sechsten Finalspiel am heutigen Dienstag (19.30 Uhr, Mercedes-Benz-Arena). Die Ausganglage ist klar: Gewinnen die Münchner, sind sie zum dritten Mal nacheinander Deutscher Meister und für die Eisbären beginnt die Urlaubszeit. Gewinnen jedoch die Berliner, kommt es am Donnerstag in der bayerischen Landeshauptstadt zum alles entscheidenden Showdown gegen ein zunehmend verunsichertes Münchner Team.

Münchner "Fragezeichen im Kopf"

Doch zunächst geht es nur darum, in der Serie zum 3:3 auszugleichen. An den Donnerstag und den möglichen Titelgewinn verschwendet Eisbären-Chefcoach Uwe Krupp noch keinen Gedanken. Krupp ist lange genug im Geschäft, um zu wissen "dass wir mit dem Rücken zur Wand stehen und es nur darum geht, ob du noch ein weiteres Spiel spielen willst".

Eine Einstellung, mit der sein Team am Sonntag in München bestens präpariert war und zum Partycrasher der geplanten Münchner Meisterfeier wurde. "Herzzerreißend" fand Münchens Trainer Don Jackson die dramatische Pleite und die damit geplatzte Party. Frank Hördler indes frohlockt. Der Eisbären-Verteidiger spekuliert auf Selbstzweifel beim Gegner und auf dessen "Fragezeichen im Kopf".

Eishockeyspieler André Rankel von Eisbären Berlin © imago/foto2press
Eisbären-Kapitän André Rankel | Bild: imago/foto2press

Ähnliches hofft auch André Rankel. Der Kapitän hat Krupps Von-Spiel-zu-Spiel-denken-Haltung verinnerlicht. "Wenn wir zu weit nach vorne schauen, haben wir ein Problem", meint der 32-Jährige, der seinen sieben Meistertiteln mit den Eisbären nur zu gerne einen weiteren hinzufügen würde. In "schnellem und aggressivem Eishockey" sieht der Flügelstürmer den Schlüssel zum Erfolg seines Teams.

Das Nonplusultra des deutschen Eishockeys

Rankel weiß aber auch, dass die Eisbären als Außenseiter in diese Finalserie gestartet sind. Immerhin ist München derzeit das Nonplusultra des deutschen Eishockeys. Zweimal in Folge hatte das Team zuletzt den Titel geholt und auch die Hauptrunde der aktuellen Saison beendete der vom österreichischen Limonadenhersteller "Red Bull" alimentierte Klub als souveräner Erster. Gleich sieben Münchner Spieler gehörten zudem zum deutschen Silber-Kader bei den Winterspielen in Pyeongchang.  

Doch die Eisbären haben bewiesen, dass ihnen all das wenig ausmacht und werfen lieber einen Blick in die DEL-Geschichtsbücher. Und vielleicht fügen sie sogar ein neues Kapitel hinzu.

Sendung: Inforadio, 24.04.2018, 12:15 Uhr

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