Svenja Huth (Turbine Potsdam) mit dem Ball am Fuß im DFB-Pokal-Halbfinale gegen München. (Quelle: imago/Karsten Lauer)
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Video: Brandenburg aktuell | 15.04.2018 | Birgit Hofmann | Bild: imago/Karsten Lauer

1:3-Niederlage in München - Turbine scheitert verdient im Pokal-Halbfinale

Das war es mit den Pokal-Träumen: Die Fußballerinnen von Turbine Potsdam mussten am Sonntag bei Vize-Meister Bayern München eine 1:3-Niederlage hinnehmen. Die erste Halbzeit verschliefen die Potsdamerinnen, in der zweiten kassierten sie ein schnelles Gegentor.

Für die Fußballerinnen von Turbine Potsdam ist im Halbfinale des DFB-Pokals Endstation. Mit 1:3 (0:1) unterlagen die Potsdamerinnen am Sonntag bei Vize-Meister Bayern München. 

"Köln, Köln, wir wollen nach Köln", so lautete das Motto vor der DFB-Pokalhalbfinalpartie zwischen den favorisierten Bayern und den Turbinen aus Potsdam. Viermal hatte es diese Paarung im Semifinale des Pokals bereits gegeben, jedes Mal hießen die Siegerinnen Potsdam. Um ins große Finale in Köln einzuziehen, "müssen wir auf jedem Zentimeter des Platzes kämpfen", hatte Turbine-Coach Matthias Rudolph vor der Partie gesagt.

Turbulente Anfangsphase mit hitzigen Duellen

Dass es im Duell des Tabellenzweiten gegen den Vierten der Frauenfußball-Bundesliga also von der ersten Sekunde heiß hergehen würde, war keine Überraschung. Neben intensiven und teilweise sehr hart geführten Zweikämpfen, gab es für die Zuschauer im Stadion schon in den Anfangsminuten richtig gute Torchancen zu sehen. Bayerns Nationalspielerin Melanie Leupolz machte sich direkt nach dem Anstoß auf Richtung Potsdamer Kasten. Meter um Meter machte sie mit dem Spielgerät am Fuß, bis Turbines schwedische Verteidigerin Amanda Ilestedt genug gesehen hatte und die Münchnerin rigoros an der Strafraumkante abräumte. Den fälligen Freistoß setzte Sara Däbritz an die Latte (2.).

Trotz des frühen Ausrufezeichens waren die Potsdamerinnen gut in der Begegnung, erarbeiteten sich aber nur vereinzelt nennenswerte Torchancen. Die spielstarken Bayern-Frauen waren alles in allem die präsentere Mannschaft, kontrollierten Ball und Tempo. Symbolhaft für die Schärfe in den Frau-gegen-Frau-Duellen, eine Szene aus der dreizehnten Minute. Turbines Ehegötz und Bayerns Demann stiegen ohne Rücksicht auf Verluste zum Kopfball hoch und knallten mit ihren Schädeln aneinander. Beide Akteurinnen mussten behandelt werden und blieben minutenlang benommen auf dem Rasen liegen – mit Kopfverbänden konnte es dann glücklicherweise weitergehen.

Bayern dominiert und trifft

Das Spiel, wohl auch bedingt durch die Verletzungsunterbrechungen, beruhigte sich - bis zur 29. Minute. Eine weite Flanke von der Grundlinie landete auf dem Kopf von Bayerns Rolfö, die aus kurzer Distanz nur noch einzunicken brauchte. Aber sie hatte die Rechnung ohne die heranhechtende Lisa Schmitz gemacht. Turbines Torfrau reagierte sensationell, wehrte den Kopfball mit dem rechten Bein ab. Der einzige Makel an dieser Rettungsaktion: Die Kugel landete direkt vor den Füßen der komplett blank stehenden Leonie Maier, die für Bayern zur 1:0-Halbzeitführung traf.

Schnelles Gegentor zieht Turbine den Zahn

Nach der Pause ging dann alles ganz schnell. Die Turbinen schienen mit den Gedanken noch in der Kabine bei der Besprechung zu sein, da schlugen die Münchnerinnen zu. Eine Flanke von Behringer faustete Gäste-Keeperin Schmitz vor die Füße von Wenninger, die per Lupfer-Bogenlampe ins lange Eck traf. So stark Lisa Schmitz ihre Mannschaft zuvor in der Partie hielt, so verhältnismäßig unglücklich sah sie bei dieser Aktion aus. Das 2:0 ein klarer Wirkungstreffer. Trainer Matthias Rudolph versuchte durch Auswechslungen noch einmal neue Impulse zu setzen, doch mehr als eine Kopfballmöglichkeit von Bianca Schmidt sprang nicht heraus. Vier Minuten vor dem Ende machten die Bayern dann alles klar: Die dreimaligen Pokalsiegerinnen aus Potsdam warfen alles nach vorne, die Abwehr dementsprechend weit aufgerückt. Mit einem lange Ball war die Turbine-Verteidigung ausgehebelt und Rosler traf zum 3:0.

Dass Lara Prasnikar noch der Ehrentreffer gelang, war zwar sicherlich gut für die Moral, auf das Spiel hatte der Treffer aber keinen Einfluss mehr. "In der ersten Halbzeit sind wir überhaupt nicht ins Spiel gekommen", erklärte Coach Rudolph die Niederlage. "Vielleicht hatten wir zu großen Respekt. Bayern hat verdient gewonnen." Nun warten die Potsdamerinnen nunmehr seit 2015 auf eine Finalteilnahme. Auch in diesem Jahr fahren wieder andere nach Köln. Vielleicht klappt es dann im kommenden Jahr.

Sendung: rbb aktuell, 15.04.2018, 18 Uhr

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