Florian Krebs, Kapitän von Herthas U19, im Bundesliga-Finale gegen Schalke 04
Video: rbb UM6 | 29.05.2018 | Stephanie Baczyk | Bild: imago/DeFodi

Hertha-Talent Florian Krebs - Vom U19-Meister weiter "bis hoffentlich ganz oben"

Chefcoach Pal Dardai nennt sie stolz die "goldene Generation": Die U19 von Hertha BSC ist gerade Deutscher Meister geworden. Auch dank einer herausragenden Leistung von Kapitän Florian Krebs. Der träumt jetzt von der Bundesliga. Von Stephanie Baczyk und Lisa Surkamp

Florian Krebs ist glückstrunken. Mal strahlt er und grinst und johlt, dann schaut er wieder ungläubig. Fast so, als müsste er sich kneifen. Der schlacksige junge Mann steht da, im goldenen Konfetti-Regen von Oberhausen - die Jungs aus seiner Mannschaft hinter sich, die Meisterschale in den Händen. Stolze 12,8 Kilogramm wiegt die Trophäe - der 19-Jährige stemmt sie, scheinbar mühelos. Er ist noch voller Adrenalin - gerade erst hat er mit der U19 von Hertha BSC die deutsche Meisterschaft gewonnen.  

"Ich bin ehrlich, ich hatte komplett Gänsehaut", beschreibt der junge Mann den Moment. "Das war ein Erlebnis, das man nur einmal im Leben erleben kann." Krebs' Augen leuchten, während er erzählt. Er weiß natürlich: Im Finale gegen Schalke 04 waren seine Berliner eigentlich nur Außenseiter. Aber sie zeigten Herz und Kampf. Entscheidende Säulen für den späteren 3:1-Erfolg - an dem Florian Krebs große Anteile hatte.

Toni Kroos ist sein großes Vorbild

Der Kapitän gab die Vorlage zur 1:0-Führung durch Panzu de Angelo Ernesto. Das zweite Tor erzielte er selbst - mit einem sehenswerten Freistoß. Dass Krebs ein feines Füßchen hat, ist im Verein bekannt - abgeguckt hat er sich das von seinem Idol. "Mein großes Vorbild ist Toni Kroos", sagt Krebs. "Bei dem weiß man ja, dass er schießen und Assists geben kann. An dem Tag habe ich vieles gut gemacht", analysiert der Berliner und lacht. "Aber Toni Kroos ist eine Klasse für sich."

Florian Krebs ist Herthaner durch und durch, kickt seit seinem siebten Lebensjahr für die Alte Dame. Im Klub ist man davon überzeugt, dass er es selbst auch mal zu den Profis schafft. "Das Zeug dazu hat er: Er ist Kapitän der U19, ist vorangegangen, schießt unglaublich gute Freistöße, hat ein gutes Spielverständnis und ist ein Leadertyp", schwärmt beispielsweise Benjamin Weber, der Leiter der Nachwuchs-Akademie. "Er ist jemand, der total für das steht, was wir hier wollen: den Hertha-Weg von klein auf bis hoffentlich ganz oben. Und so ein Typ ist Florian - der lebt Berlin."

Die Einstellung stimmt

Krebs wäre nicht der erste Profi, der es aus Herthas Nachwuchs in die Bundesliga schafft. Die Boateng-Brüder, Arne Meier, Maximilian Mittelstädt oder auch Palko Dardai haben es vorgemacht, um nur einige Beispiele zu nennen. Doch der 19-Jährige bleibt bodenständig. Er weiß, dass der Weg zum Profi-Fußballer kein leichter ist. "Das ist ein enormer Schritt. Viele Spieler sind da schon stecken geblieben", sagt er. "Aber mein Ziel ist es auf jeden Fall ganz nach oben zu kommen."

Damit ihm der Durchbruch gelingt, arbeitet der 1,88 Meter große Krebs hart an sich, legt vor und nach dem Training immer noch ein paar Extra-Schichten ein. "Flo hat eine tolle Entwicklung genommen", lobt U19-Trainer Michael Hartmann. "Die Art und Weise, wie er in dieser Saison die Mannschaft geführt hat, auch in den Finals - das ist einfach eine Top- Leistung gewesen. Aber er muss körperlich zulegen und robuster werden, um dann auf dem ganz hohen Niveau das Läuferische mitzubringen."

Florian Krebs hat das Potential - und die passende Einstellung. Wie er sein Ziel erreichen will? "Durch harte Arbeit, mehr machen als jetzt schon", sagt er und lächelt verschmitzt. Beste Voraussetzungen also, um tatsächlich bald im Profi-Fußball Fuß zu fassen.

Sendung: rbb UM6, 29.05.2018, 18 Uhr

Beitrag von Von Stephanie Baczyk und Lisa Surkamp

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