Peter Kurzweg, Philipp Hosiner und Grischa Prömel stehen beim Training herum. Bild: imago/Mathias Koch
Bild: imago/Mathias Koch

Union Berlin reist zum Saisonfinale nach Dresden - Lieber ein Ende mit Schrecken

Die Lockerheit ist zurück, zumindest im Training: Weil vor dem letzten Saisonspiel der Klassenerhalt längst feststeht, reist Union Berlin gelöst zu den Sachsen. Anschließend droht dem Klub allerdings der große Umbruch. Von Stephanie Baczyk

André Hofschneider wirkt gelöst. Jedenfalls gelöster als vergangene Woche. "Der Druck etwas verlieren zu können, der ist jetzt weg", sagt der Coach des 1. FC Union auf Nachfrage und lächelt. Jedenfalls ein wenig. Der 3:1-Erfolg gegen den VfL Bochum vom vergangenen Wochenende wirkt noch nach. Die Profis haben erst den Klassenerhalt perfekt und im Anschluss zweieinhalb Tage freigemacht. Der Trainer nicht.

"Na, ich war ganz normal Montag hier, habe das Spiel analysiert und mich auf den Gegner vorbereitet – also, da habe ich es nicht so gut wie die Spieler", berichtet Hofschneider mit einem Augenzwinkern, betont aber: "Jetzt geht's trotzdem darum, normal seinen Job zu machen. Und auch noch mal für ein Spiel alles zu mobilisieren. Danach ist Urlaub – aber eben erst danach." Nach der Partie bei Dynamo Dresden. Wenn die große Analyse einer desaströsen Saison aus Sicht der Köpenicker beginnt.

Keine zweite Saisonniederlage gegen Dresden erwünscht

"Alles in allem ist keinem zu Feiern zumute", bringt es Defensiv-Allrounder Michael Parensen auf den Punkt. "Man ist eher erleichtert. Jetzt fährt man nach Dresden, ein ganz wichtiges Spiel für die Fans – die Rivalität ist bekannt." Das Hinspiel im Dezember verloren die Eisernen gegen die Sachsen mit 0:1, versemmelten Hofschneiders Trainerdebüt im Stadion an der Alten Försterei. "Einmal im Jahr gegen die 'Gelben' zu verlieren, ist schon schlimm genug", so der Coach. Er wünscht sich einen versöhnlichen Saisonabschluss - die letzten Wochen waren hart, auch wenn sich der 47-Jährige betont stark gibt.

Uwe Neuhaus und André Hofschneider beim Hinspiel an der Alten Försterei. Bild: imago/Hentschel
Erstes und letztes Spiel? André Hofschneider (rechts) beim Hinspiel gegen Dresden. | Bild: imago/Hentschel

"Ich hab die Situation schon mal so erlebt als Spieler und deswegen weiß ich damit umzugehen", sagt er. Dass Hofschneider in der Kritik steht, ist kein Geheimnis. Unions Präsident Dirk Zingler kündigte im März im Gespräch mit der Berliner Zeitung an, nach der Saison die verbleibenden acht Spiele bewerten zu wollen. Hofschneider holte neun Punkte aus sieben Partien, kann seine Ausbeute mit einem Sieg in Dresden noch aufstocken. Fakt ist: Mal präsentierte sich das Team katastrophal - wie beim 1:3 in Darmstadt. Mal kämpferisch stark und leidenschaftlich aufspielend - wie zuletzt gegen Bochum.

Hofschneider: "Meine Vertragssituation ist geklärt!"

André Hofschneider kennt die Zahlen und Fakten. "Meine Vertragssituation ist geklärt – und alles weitere werden wir uns nach der Saison sicherlich hinsetzen und die Saison aufarbeiten. Für mich ist jetzt nur das Spiel in Dresden wichtig", betont er. Was soll er auch sonst sagen? "So viel Zeit, darüber nachzudenken, hatte ich bis dato nicht. Weil für mich ja immer nach dem Spiel das nächste Spiel im Fokus stand. Du hast das letzte Spiel in der Aufarbeitung und bist aufs neue Spiel fokussiert."

Jetzt also Dresden. Für die Mannschaft von Ex-Union-Coach Uwe Neuhaus geht es um viel. Dynamo, aktuell Tabellen-13.ter kann bei einer Niederlage gegen Berlin - wenn auch nur theoretisch - noch auf einen direkten Abstiegsplatz rutschen. Oder aber auf Relegationsrang 16. "Wir haben eine Verantwortung der Liga gegenüber", weiß André Hofschneider. "Egal, ob es Braunschweig, Fürth oder Aue ist. Und der wollen wir gerecht werden." Bevor es dann in die Sommerpause geht, die so einige Veränderungen im Klub mit sich bringen dürfte.

Sendung: Inforadio, 13.05.2018, 14.45 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Füer die UNION-ELF aus Berlin geht in der Tat, eine desaströse Saison, allerdings doch mit einem versönlichem Ende, dsen Erhalt der 2. LIGA zu Ende, hoffentlich mit einem Sieg gegen die gelb-schwarzen aus Dresden. Dann muss aufgeräumt werden, auch im Sportvorstand von UNION. Es müssen willenstarke Nachwuchsspieler, oder aus den Kooperationsvereinen, mit heran gezogen werden aus Berlin-Brandenburg, aber vielleicht auch aus Polen oder Tschechien, die sich mit UNION identifizieren können und wollen. Wir haben zwar Profifussball und wollen im harten Wettbewerb bestehen. Aber wir brauchen keine Profitruppe, die zur Söldnertruppe mutiert, wie 2017/2018. Wir waren schon mal weiter, bei UNION.
    Viel Glück beim Neuaufbau einer talentierten und starken UNION-Elf. Vielleicht sollte man Spieler, wie Quiring, oder Zeluhlahu, oder Jopek zurückholen, auch Daniel Schulz. Es muss sich wieder mehr um Fußball, bei UNION, mit Sachverstand drehen. E.G. A. Senger a. Pankow

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