Hertha vs. Leipzig (Quelle: Petzsche/imago)
Audio: inforadio | 12.05.2018 | Guido Ringel | Bild: Petzsche/imago

Hertha verliert 2:6 gegen Leipzig - Reisetipp: Saisonabschluss in Berlin

Nichts wars mit dem Sieg im letzten Spiel: Hertha BSC verliert seinen Saisonabschluss gegen RB Leipzig mit 2:6. Ein Ergebnis, das die Fans schon kennen.

Am letzten Spieltag ist das ja manchmal so eine Sache. Für die einen geht es noch um alles, die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb, oder den Nichtabstieg zum Beispiel. In anderen Stadien wollen die Fans einfach nur nochmal Fußball in sommerlicher Atmosphäre genießen, bevor die lange Pause kommt.

Für diese Erlebnissuchenden, denen der Gewinner mehr oder weniger egal ist, gibt es einen neuen Geheimtipp: Berlin. Schon zum zweiten Mal endet das letzte Saisonspiel der Hertha im Olympiastadion mit 2:6, vor einem Jahr gegen Leverkusen, jetzt gegen Leipzig.

Hertha teilt sich die Kraft ein

Die Leipziger, die top motiviert ihre kleine Chance auf die Champions League wahren wollten, spielten mit viel Schwung, Hertha manchmal auch. Bei den Berlinern konnte der Beobachter den Eindruck gewinnen, sie hätten vor allem Lust, auch ein paar Tore zu schießen. Das Resultat: Drei Treffer in den ersten acht Minuten, zwei für Leipzig, einer für Hertha. Upamecano übersprang nach einer Ecke Leckie und brachte Leipzig zum ersten Mal in Führung (2. Minute), auch Hertha traf durch Ibisevic nach einem Eckball (4. Minute). Dann ging Leipzig direkt wieder in Führung, weil Lookman Herthas Pekarik auswackelte und in die kurze Ecke traf.

Jean-Kevin Augustin liegt lässig auf dem Rasen
Hatte Spaß in Berlin: Kevin Augustin von RB Leipzig. | Bild: imago/Picture Point LE

Noch vor der Pause trafen die flinken Gäste erneut (22. Minute): Diesmal war es ein Fehler von Rune Jarstein, der an einem harmlosen Fernschuß von Augustin einfach vorbeigriff. So unmotiviert Hertha in der Verteidigung war: Vorne wollten auch sie dem Publikum weiterhin etwas bieten, Torunarigha feuerte aber vor der Pause aus kurzer Distanz übers Tor. 

Weiser feiert klein, Schieber mit der Kurve

Zwei prominente Abgänge bei den Berlinern standen schon vor dem Saisonabschluß fest: Julian Schieber wurde vor dem Spiel von Manager Preetz mit dem Standardgeschenk für scheidende Kicker ausgestattet - ein gerahmtes Bild, warme Worte und ein Strauß Blumen. Trainer Dardai legte noch eine halbe Stunde Spielzeit obendrauf und von der Ostkurve bekam Schieber nach dem Abpiff Applaus und das Vorsänger-Mikrofon.

Zumindest die Spielzeit hätte auch Mitchell Weiser haben können, wenn er denn gewollt hätte. Am Freitag auf der Pressekonferenz berichtete Dardai noch, Weiser wisse nicht so genau, ob er spielen wolle. Am Samstag war dann schon vor dem Anpfiff klar: Er wollte nicht. "Im kleinen Kreis" wolle er seinen Abschied feiern, gab Hertha bekannt, da war das mit 55.000 Zuschauern gut besuchte Olympiastadion Weiser dann doch zu voll.

So konnte er in Ruhe am Fernseher verfolgen, wie seine nun ehemaligen Kollegen vom Leipziger Tempofußball zerpflückt wurden und wie seine baldigen, die Leverkusener, die Champions League-Qualifikation im Fernduell mit Dortmund und Hoffenheim verpassten. Da dürfte er auch gesehen haben, wie die HSV-Fans das Hamburger Stadion anlässlich ihres ersten Bundesliga-Abstiegs in Rauch hüllten.

Beste Unterhaltung im spannungsfreien Raum

Dass es mit dem anvisierten Sieg zum Saisonabschluss nichts werden würde für die Hertha, stand spätestens zehn Minuten nach der Halbzeit fest. Werner (49. Minute) und Augustin (54. Minute) hatten getroffen, die Herthaner waren wieder einmal in der Nähe, aber zu langsam. Salomon Kalou durfte immerhin noch sein 12. Tor zum sommerlichen Spielchen beitragen, er ist damit Herthas bester Torschütze in dieser Saison. Vom Leipziger Bruma gab es zum Abschied noch ein Traumtor zum 6:2 Satzgewinn.

Wie gesagt, der neutrale Zuschauer hatte an diesem Spiel seine Freude - knapp 15.000 Plätze waren noch frei im Stadion. Auch wenn Hertha das Olympiastadion so eigentlich nicht voll kriegen will: vielleicht spricht sich der Reisetipp fernab der spannenden Ligaentscheidungen ja bis zum nächsten Jahr rum.

Stimmen

Pal Dardai: "Ich glaube, wir haben versucht offensiven Fußball anzubieten, aber die Räume waren zu groß. Leipzig hat das ausgenutzt. Das Ergebnis ist natürlich zu hoch."

Marvin Plattenhardt: "Es waren schon einige Tore dabei, wo wir besser verteidigen müssen. Heute hat uns am Ende vielleicht auch ein bisschen die Kraft gefehlt. […] Jetzt freuen wir uns auf den Urlaub."

Julian Schieber: "Das habe ich auch aufgesaugt. Es ist ein toller Moment auch für mich, das kenne ich so nicht. Das ist mein erster Abschied aus einem Verein nach so einer Zeit. Es waren schwierige vier Jahre, aber trotzdem waren auch schöne Momente dabei und ich bin den Fans für den Abschied heute sehr dankbar."

Sendung: rbb inforadio, 12.05.2018, 18:04 Uhr

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Es war ein schnelles Spiel der Leipziger. Für Hertha ging es ja letztendlich um nichts mehr in der Tabelle.
    Würde mich freuen wenn Holstein Kiel die Relegation schaffen würde, frischer Wind tut immer gut.

  2. 2.

    Quatsch, gegen den HSV spielt Hertha so schnell nicht mehr. Der HSV steigt ja nächstes Jahr wieder auf und Hertha ... :-)

  3. 1.

    Hey .... coole Vorstellung :-(
    Neues Stadion fordern ... und Amateurfußball abliefern ... tolle Wurst.
    Macht weiter so und ihr spielt bald wieder gegen den HSV!
    Willst du Hertha oben sehen, musst du die Tabelle drehen ... ok ... ist alt.

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