Teilnehmer des Velotons fahren am 13.05.2018 über die Oberbaumbrücke (Bild: imago/Eberhard Thonfeld)
Video: Abendschau | 13.05.2018 | Daniel Gaesche | Bild: imago/Eberhard Thonfeld

Strecke führte bis nach Brandenburg - Velothon-Sperrungen aufgehoben

Berlin war am Sonntag in der Hand von über 9.000 Radfahrern: In sieben Bezirken und auch in Teilen Brandenburg sperrte die Polizei Straßen für die Hobbyfahrer. Inzwischen sind auch die letzten Sportler ins Ziel geradelt.

Beim Berliner Velothon sind am Nachmittag die letzten Fahrer ins Ziel gerollt. Die Sperrungen der Rennstrecke sind aufgehoben.

Beim 160-Kilometer-Rennen siegte der Profi Valentin Szalay, er benötige rund 3 Stunden und 48 Minuten. International zählt Szalay eher zur zweiten Reihe. Das Profi-Eliterennen, das ursprünglich parallel zum Velothon stattfand, wurde 2016 wieder abgeschafft.

An der die 11. Auflage des Amateur-Radrennens nahmen rund 9.300 Radfahrer teil, wie die Veranstalter mitteilten. Etwa 200.000 Zuschauer feuerten sie an. Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen standen drei Routen über 60, 100 und 160 Kilometer zur Auswahl. Die Strecken verliefen durch sieben Bezirke Berlins sowie die Brandenburger Landkreise Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming. Nur noch im Tiergarten sind einige Straßen weiter gesperrt. Sie werden jetzt schrittweise bis Montag 6.00 Uhr wieder freigegeben.

Sperrungen beim Velothon 2018 in Berlin (Quelle: bing/maps))
Sieben Bezirke und zwei Brandenburger Landkreise überlassen während des Velothons ihre Straßen den Radlern. | Bild: bing/maps

Massive Verkehrseinschränkungen

Der Velothon ist ein Festtag für Hobbyradler - für alle, die am Sonntag dringend wohin mussten, führte er aber zu massiven Verkehrsbehinderungen. 

Bereits am Samstag wurden der Große Stern, die Ebertstraße zwischen Scheidemannstraße und Behrenstraße, der nördliche Teil des Tiergartens und das Regierungsviertel gesperrt. Auch Busse und Straßenbahnen wurden umgeleitet. Die Straße des 17. Juni bleibt zwischen Yitzhak-Rabin-Straße und Ebertstraße bis Montagmorgen (6 Uhr) für Autofahrer tabu. Am Sonntag wurden zahlreiche weitere Straßen gesperrt.

Polizei: Rennen verlief weitgehend störungsfrei

Die Polizei empfahl vor allem am Sonntag vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr auszuweichen - und dafür gegebenenfalls mehr Zeit einzuplanen. Auch dieser ist aber in den Rennabschnitten eingeschränkt: Laut Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) wurden am Sonntag rund 60 Bus- und Straßenbahnlinien umgeleitet, verkürzt, geteilt oder zeitweise eingestellt.

Die Polizei war nach eigenen Angaben mit 770 Beamten im Einsatz. Entlang der Wegstrecke mussten vor dem Rennen demnach 990 Fahrzeuge, die trotz des temporären Halteverbots dort abgestellt waren, neu platziert werden. Ansonsten sprachen die Behörden von einem weitestgehend störungsfreien Verlauf des Rennens.

21 Krankenwageneinsätze wegen leichter Verletzungen

Die Zahl der verletzten Sportler habe sich in Grenzen gehalten, teilte der Veranstalter am Sonntag mit. Über das gesamte Rennen sei es zu 21 Krankenwageneinsätzen gekommen,  dabei habe es sich jeweils um leichte Verletzungen gehandelt.

Im vergangenen Jahr war der Velothon von einem schweren Unfall überschattet worden. Ein 16-Jähriger stürzte in einer Rechtskurve in Grunewald und zog sich schwere Kopfverletzungen zu. Auch 2013 und 2010 wurden Menschen bei Stürzen verletzt. 2016 war sogar ein Teilnehmer gestorben. Ein 65-jähriger Hobbyradler, der die 60-Kilometer-Strecke fahren wollte, musste das Rennen aus gesundheitlichen Gründen abbrechen - kurz darauf starb er im Krankenhaus.

Sauberere Luft an Velothon-Tagen

Für Frischluftliebhaber in der Berliner Innenstadt sind die Straßensperrungen für den Velothon eine gute Nachricht. Das zeigt ein Blick auf die Stickstoffdioxid-Werte der drei vergangenen Jahre von zwei ausgewählten Messpunkten im Streckenbereich des Rennens.

An den Tagen, an denen der Velothon stattfand, war die Belastung am Hardenbergplatz und an der Schildhornstraße durchgängig niedriger als an den anderen Sonntagen des jeweiligen Monats. 2015 in der Schildhornstraße lag sie am Tag des Velothons acht Mikrogramm pro Kubikmeter Luft niedriger als an den restlichen Mai-Sonntagen. 2016 am Hardenbergplatz betrug die Differenz sogar 16,3 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft - die Belastung war also rund ein Drittel niedriger als an verkehrsreichen Tagen.

An Sonntagen ist die Stickstoffdioxidbelastung grundsätzlich niedriger als an Werktagen, weil der Berufsverkehr ausbleibt.

Kommentar

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39 Kommentare

  1. 39.

    Seit 10 Jahren rollt der Velothon durch Berlin und Umgebung. In diesm Jahr wurden bei uns am Steglitzer Damm Fahrzeuge aus Parkhäfen abgeschleppt, die zu keiner Zeit eine Behinderung darstellten. Dabei wurden nicht alle, sondern willkürlich einzelne Fahrzeuge aus den Parkhäfen gehoben und weggekarrt. Alle diese Fahrzeuge hatten zu keiner Zeit den fließenden Verkehr behindert. Zudem wurde an der nördlichen Fahrbahnseite, Fahrzeuge abgeschleppt obwohl die 3 dortigen Fahrspuren nicht als Rennstrecke genutzt werden konnten. Es handelt sich um Parkhäfen die ausnahmslos NICHT auf der normalen Fahrbahn angelegt sind. Wir als betroffene möchten uns recht herzlich für die ABZOCKE bedanken. Wer ist eigentlich für diesen Schwachsinn zuständig. Unsere bisherige Zustimmung zu dieser Veranstaltung ist nun auf 0 gesunken.

  2. 38.

    Der Pflegedienst meiner Mutter kam nicht mehr durch die Stadt. Sie saß von 12 - 17 Uhr eingenässt in ihrer verknoteten Windel. - was dem einen Freud ist, ist des anderen Leid. So ist das in unserer Event - Gesellschaft.

  3. 37.

    Der Velothon war für die teilnehmenden Radfahrer bestimmt etwas besonderes, jedoch kann ich überhaupt kein Verständnis dafür aufbringen, dass diese Veranstaltung am Muttertag statt fand. Dadurch war es in Berlin für viele nur mit extremen Umwegen und teilweise sogar garnicht möglich Ihre Mütter zu besuchen und auch nicht mit Ihnen raus ins Grüne zu fahren. Scheinbar haben die Verantalten wieder einmal nicht daaran gedacht, dass es auch Gehbehinderte und alte Menschen gibt, die auf ein Auto angeweisen sind. Es ist schon erstaunlich, dass an einem Muttertag die halbe Stadt lahm gelegt wird. Vielleicht kann ja das nächste Mal erst einmal überlegt werden, ehe man ganze Stadtteile über Stunden teilt. Ich bin nicht gegen den Velethon, aber gegen die Art und Weise wie hier für eine Minderheit die Mehrheit an ihrem Recht die Familie oder Freunde mit dem Auto zu besuchen über viele Stunden gehindert wird. Es hätte andere Möglichkeiten gegeben,

  4. 36.

    Der Velothon war für die teilnehmenden Radfahrer bestimmt etwas besonderes, jedoch kann ich überhaupt kein Verständnis dafür aufbringen, dass diese Veranstaltung am Muttertag statt fand. Dadurch war es in Berlin für viele nur mit extremen Umwegen und teilweise sogar garnicht möglich Ihre Mütter zu besuchen und auch nicht mit Ihnen raus ins Grüne zu fahren. Scheinbar haben die Verantalten wieder einmal nicht daaran gedacht, dass es auch Gehbehinderte und alte Menschen gibt, die auf ein Auto angeweisen sind. Es ist schon erstaunlich, dass an einem Muttertag die halbe Stadt lahm gelegt wird. Vielleicht kann ja das nächste Mal erst einmal überlegt werden, ehe man ganze Stadtteile über Stunden teilt. Ich bin nicht gegen den Velethon, aber gegen die Art und Weise wie hier für eine Minderheit die Mehrheit an ihrem Recht die Familie oder Freunde mit dem Auto zu besuchen über viele Stunden gehindert wird. Es hätte andere Möglichkeiten gegeben,

  5. 34.

    Entschuldigen sie die freche Frage Ulrike ... aber wovon traümen sie Nachts?
    Der Veranstalter zahlt eine kleine Gebühr für den "Genehmigungsbescheid". Aus dem Rest bestreitet er Vorbereitung, Konzept, techn. Equipement, also Absperrmaterialien z.B., Ordner, usw. Dann gibt es noch Kohle aus Werbeeinnahmen und Sponsoren - das sind seine (Finanzamt mal ausgenommen).
    Da es sich um eine offizielle Veranstaltung handelt, haben Feuerwehr, Polizei etc. einen gesetzlichen Schutzauftrag und müssen sich um die "Truppe" kümmern ... damit nix in die Büx geht. Die Kohle, die da verbannt wird, ist "Staatsknete". Vll. kommt etwas durch "Touri-Kohle" wieder rein - der Rest ist "Image".
    Wenn alle "Dienste" durch den Veranstalter bezahlt werden müssten - was ich gut fände - auch bei Fußballspielen usw. bitte - könnte sich kaum einer der Teilnehmer die Startgebühr leisten.
    "Ulli" ... mit deinem Beitrag bezahlst du nur den Veranstalter - und nix mehr.
    Träum weiter :-(

  6. 33.

    Laut diesem Artikel gab es auch bei der BVG erhebliche Eibschränkungen, so dass die auch nur bedingt eine Alternative ist.

    Warum wohl propagiert der RBB hier die bessere Luft am Beispiel des Hardenbergplatzes?

  7. 32.

    364 Tage? Hier im Berlin gibt es noch diverse andere kommerzielle Veranstaltungen, die ebenfalls zu erheblich Einschränkungen auch beim ÖPNV führen.

  8. 31.

    Ein Politiker hatte mal angedeutet, dass niemand das Recht habe, innerhalb des Ri ges zu wohnen. Wem der Bereich zu großstädtisch ist, ist aber auch nicjt gezwungen, dort zu wohnen.

    Wenn man dann nich anschaut, wie viel mehr Wege in Amsterdam, Kopenhagen ider Münster mit dem PKW zurückgelegt werden, ist die Situation hier Vorbild für die sogenannten Fahrradstädte.

  9. 30.

    Haben Sie ein Quelle dafür, dass die Teilnehmer die dem Steuerzahler entstehenden Kosten decken?

  10. 29.

    Haben Sie ein Quelle dafür, dass die Teilnehmer die dem Steuerzahler entstehenden Kosten decken?

  11. 28.

    Dank Wowereit hat sich herumgesprochen, dass Berlin arm, aber sexy ist Bei der Flut ähnlicher Veranstaltungen dürfte der Werbeeffekt für Touristen damit nur gering sein.

    Dabk des für viele sehr langen Wochenendes werden die Hotelies sicherlich auch keine Probleme gehabt haben, die Betten zu füllen.

  12. 27.

    Und alle Fahrradfahrer über einen Kamm zu scheren ist dann nicht schwarz-weiß gedacht oder wie? Idioten gibt es auf allen Verkehrsmitteln: zu Fuß, auf dem Fahrrad, im Auto... Nicht alle Fahrradfahrer sind ignorante Idioten(wenngleich es die zweifellos gibt), ebenso, wie Idioten sich auch mal zu Fuß oder mit dem Auto bewegen.

  13. 26.

    Es ist schon interessant, dass sich Radfahrer fast immer als die "Guten" betrachten, dabei dann aber auf schwächere Verkehrsteilnehmer praktisch keine Rücksicht nehmen und sämlichte Verkehrsregeln mißachten( mit welcher Begründung eigentlich). Wenn das anders wäre, könnte man evtl. auch gut nebeneinander existieren und die Toleranz für diese Events wäre ggf. auch größer.Es gibt wirlklich viele Gründe, die für die Nutzung eines Autos sprechen, nur scheinen Radfahrer von diesen praktisch nie betroffen zu sein, sonst müßten sie dafür ein anderes Verständnis aufbringen. Es ist eben nicht immer nur alles schwarz oder weiß, außer für Radfahrer!

  14. 24.

    Bitte Abschaffen, sag ich selbst als Radler, die Alten und Lahmen können sich heute alle selbst versorgen, völlig unverhältnismäßige Veranstaltung! Jedes Jahr ein riesiges Theater- wirklich überflüssig.

  15. 23.

    Warum muss für diesen Schwachsinn die halbe Stadt gesperrt werden? Der Nahverkehr stellt ganze Linien ein. Alles auf Kosten der Steuerzahler, nur damit unsere Öko's ihr Ego durchsetzen können. Es gibt genug Waldwege in Berlin, da können sich diese Leute austoben, ohne das die Stadt gesperrt werden muss und die unterbesetzte Polizei und Feuerwehr noch die Strecke sichern und absperren muss. Gab es vorher Kontrollen, ob die Fahrräder überhaupt verkehrstüchtig sind?
    @Luschtig: Es gibt auch kein Grundrecht auf Radfahren!!!!!!

  16. 22.

    Man kann es auch mal so sehen. 364 Tage im Jahr blockieren tonnenschwere Giftschleudern (genannt Autos) die Strassen. Da kann man ja auch mal einen Tag einführen, an dem nur Fahrrad und Fussgänger das Wegerecht haben. Und sobald sich die Leute daran gewöhnt haben, sollte es vielleicht ein paar mehr Tage davon geben. Einen Tag Giftschleudern, einen Tag keine Giftschleudern, usw.

  17. 21.

    Auswärtiger vom Dorf-das zeugt von Niveau.
    Ich habe 1981 bei der BVG gelernt-nun denken se mal nach.
    Diese Veranstaltung war doch lange geplant,da können sich die Berliner doch auch mal einstellen.

  18. 20.

    Boahh. Wenn man schon wieder diese klein geistigen Kommentare liest... Woher soll eigentlich das Geld und die positive Werbung in der, oder für die, Stadt kommen? Von unserer Schwerindustrie??? Tourismus ist das große Stück!!! Einfach nur noch peinlich, diese albernen Diskussionen gibt es in keiner Stadt vergleichbarer Größe!!!! Wenn Ihr ruhig und beschaulich wie auf dem Dorf leben wollt: Zieht doch hin!!!!! Aber ne, das will man ja nun auch nicht. Bevor sich nun alle wieder aufregen: Ja, ich bin mit dem Auto unterwegs. Und ja, ich muss Patienten besuchen. Werden die Wege hallt etwas länger, die Mann vom Parkplatz hallt mal laufen muss....

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