Alba-Spieler Peyton Siva versucht an Münchens Anton Gavel vorbeizukommen (Quelle: imago/Koch)
Video: rbb aktuell | 13.06.2018 | Philipp Büchner | Bild: imago sportfotodienst/Koch

72:68-Sieg im vierten Finalspiel - Alba wehrt Matchball der Bayern ab

Die Entscheidung in der deutschen Basketball-Meisterschaft ist noch einmal vertagt: Alba Berlin hat das vierte Finalspiel gegen Bayern München mit 72:68 gewonnen. Damit kommt es am Samstag in München zum alles entscheidenden fünften Spiel.  

Alba Berlin hat den vorzeitigen Titelgewinn des FC Bayern München in der Basketball-Bundesliga verhindert und die Chance auf die erste Meisterschaft seit zehn Jahren gewahrt. Der Hauptstadtclub gewann gegen den Pokalsieger mit 72:68 (29:34) und schaffte am Mittwoch in der Best-of-Five-Finalserie den Ausgleich zum 2:2. Damit kommt es am Samstag (20.30 Uhr) in München zum alles entscheidenden fünften Spiel.

Münchens Meisterparty in Berlin - nein danke!

Kurz vor 20 Uhr in der Arena am Ostbahnhof: Siva, Butterfield und Co. klatschten sich locker ab. Von Nervosität oder Druck keine Spur. Dabei ging es für die Berliner am diesem Abend um alles. "Do or die" hieß das Motto des Spieltags. Mit einer Niederlage wäre die Saison für Alba beendet gewesen. Doch die Berliner wollten unbedingt verhindern, dass Bayern München in ihrer Halle den Meistertitel feiert - und das spürte man auch.

Harte Verteidigung und viele Fehlwürfe

Alba trat aggressiv auf und versuchte, das Spiel zu gestalten. Doch trotz vieler Bemühungen blieb der Ertrag zunächst gering. Mit 9:14 lagen die Berliner gegen Ende des ersten Viertels zurück. Doch Peyton Siva, der trotz Kapselverletzung an der Hand spielte, verkürzte mit einem Dreier zum 12:14-Pausenstand. Die beiden besten Teams der Hauptrunde verteidigten hart und erlaubten sich viele Fehlwürfe. Ein richtiger Spielfluss wollte dadurch zunächst nicht entstehen. "Wer Meister werden will, muss über den Zenit gehen", sagte Marco Baldi, Geschäftsführer der Berliner, kurz vor Spielbeginn. Seine Mannschaft folgte diesen Worten, angeführt von Kapitän Niels Giffey, und kämpfte leidenschaftlich um jeden Ball.

Giffey mit 20 Punkten bester Werfer

Nach der 34:29-Halbzeitführung für die Gäste war das auch nötig. Doch die Berliner ließen sich vom Rückstand nicht beirren - dennoch wechselte die Führung nach der Halbzeit ständig. Vor allem Giffey, der mit 20 Punkten Albas bester Werfer war, machte ein starkes Spiel. "Ich bin heute früh in den Rhythmus gekommen und habe das genossen. Ich hatte das Selbstvertrauen, weiter die Würfe zu nehmen." Und das merkte man auch.

Der gebürtige Berliner kämpfte um jeden Punkt und rückte auch in der Schlussphase in den Mittelpunkt. Er versenkte von der Dreierlinie – doch es wurden nur zwei Punkte gewertet. Die Schiedsrichter schauten sich die Szene noch einmal an – und tatsächlich berührte der 2,01 Meter große Giffey die Linie knapp mit dem Fuß.

Meisterschaftsentscheidung am Samstag

In den letzten Minuten spielte Alba seinen Ballbesitz clever aus. Peyton Siva traf seinen Freiwurf - und sorgte damit Sekunden vor dem Ende für die Entscheidung. "Am Ende haben wir mehr an uns geglaubt als in den vorherigen Spielen. Wir haben uns nicht vom Druck der Situation beeinflussen lassen. Wir haben aggressiver gespielt und defensiv mehr Druck gemacht", begründete Giffey den Sieg.

"Die Atmosphäre in der Halle war absolut super. Wir haben am Ende wichtige Würfe getroffen. Jetzt ist alles drin in München", ergänzte Joshiko Saibou. Der Traum vom ersten Meistertitel seit zehn Jahren lebt weiter bei Alba Berlin. Und wenn die Berliner wieder so aufopferungsvoll kämpfen, könnte er schon am Samstag in Erfüllung gehen.

Sendung: rbb aktuell, 13.06.2018, 21.45 Uhr

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