Brauchen einen neuen Plan: Peyton Siva (rechts) und Spencer Butterfield. Bild: imago/Oryk HAIST
Vdieo: rbb um6 | 13.06.2018 | 18 Uhr | Philipp Büchner | Bild: imago/Oryk HAIST

Alba vor viertem Finalspiel gegen Bayern - "Wir müssen gewinnen - egal wie"

Alba Berlin braucht im finalen Heimspiel der Saison 2017/18 gegen Bayern München einen Sieg, um weiter auf die Meisterschaft hoffen zu dürfen. Dafür muss es aber deutlich besser laufen als im ersten Finalspiel auf Berliner Boden. Denn sonst sind die Berliner raus.

Einmal dürfen sie noch einlaufen, zu ihrem Intro in ihrer Halle, der größten in Deutschland. Die Basketballer von Alba Berlin bereiten sich auf das letzte Heimspiel einer bislang äußerst beeindruckenden Spielzeit vor. Über 10.000 Fans werden es wohl wieder sein, die meisten - wie in Finalspiel zwei - in Alba-Gelb gehüllt. Nur das Spiel soll anders werden.

Dafür, sagt Geschäftsführer Marco Baldi mit fast schon pathetischem Ton, gilt eine Regel: "Nur der Moment" dürfe für sein Team jetzt zählen. Nicht die starke Spielzeit, aber auch nicht der bedrohliche Gesamtstand in der Finalserie. Denn Alba liegt vor Spiel vier um die Deutsche Meisterschaft mit 1:2 Spielen gegen Bayern München zurück. "Wir müssen gewinnen - egal wie", sagt Center Bogdan Radosavljevic.

Alba muss "mit dem Rücken zur Wand" zurück zum eigenen Spiel

Egal wie, das gilt aber nur für das Ergebnis. Spielerisch muss sich Trainer Aito Garcia Reneses überlegen, wie er sein Team wieder zu dem Spiel kriegt, das Alba auf beeindruckende Art ins Finale gebracht hat: Mit begeisterndem Teambasketball und wunderschöner Ballzirkulation, damit die Schützen, vor allem Saibou, Butterfield und Grigonis, so viele offene Würfe kriegen, wie noch im ersten Spiel der Serie. Damals, nach dem dramatischen Overtime-Sieg in München, sah der eigentliche Außenseiter Alba plötzlich sogar wie der Favorit in der Finalserie aus.

Und dann kam Spiel zwei. "Alles war angerichtet", erinnert sich Marco Baldi. Die Halle mit 12.000 Fans gefüllt, ganz in Gelb und fast alle waren siegessicher: "eine unfassbare Energie." Die war schon nach dem ersten Viertel weg. Alba wirkte fast eingeschüchtert, Bayern mega-souverän. Auch wenn Baldi sagt: "Wir wissen schon, gegen wen wir spielen", wirkte es vor einer Woche so, als kämen die Berliner nicht mit der ganz großen Bühne in ihrer eigenen Halle klar, als es losging.

In München halfen dann auch 27 Ballverluste der Bayern nicht - am Ende verlor Alba nach verbesserter zweiter Spielhälfte zum zweiten Mal in Folge, und läuft jetzt unter umgekehrten Vorzeichen wieder in die Arena am Ostbahnhof ein. Die Berliner sind zum Außenseiterstatus zurückgekehrt. Trotzdem ist der US-Amerikaner Spencer Butterfield überzeugt, dass sein Team diesmal mit dem Druck klar kommt. Er setzt sogar darauf, dass der "Fokus mit dem Rücken zur Wand besser wird."

Vielleicht das beste Alba-Team der letzten zehn Jahre

Sein Teamkollege Akeem Vargas sagt: "Es gibt kein perfektes Spiel." Da hat er recht, aber es sollte schon ziemlich nah daran reichen, was Alba am Mittwochabend (20 Uhr) zeigt. Denn sonst wird diese Alba-Mannschaft, die auch der gegnerische Geschäftsführer und ehemalige Alba-Spieler Marko Pesic als die beste Berliner Mannschaft der letzten zehn Jahre bezeichnet, gegen die routinierten und vor allem unter dem Korb scheinbar übermächtigen Münchener abermals verlieren.  

Wie es dann weitergeht, darüber will sein Berliner Pendant Baldi noch gar nicht reden, denn auch für ihn ist die Saison noch nicht vorbei: "Wir sind am Leben. Das was bei uns in dieser Saison auch an Verbindung geschaffen wurde mit den Fans, was uns groß gemacht hat in dieser Saison, das nochmal "at its best" umzusetzen - wenn uns das gelingt, haben wir eine Chance." Er sagt das in einem Tonfall, der mit dem richtigen Soundtrack in jeden heroischen Sportfilm passen würde. Der Mann glaubt daran, dass dieses spielfreudige Team noch nicht fertig ist, bevor der letzte Berliner Vorhang der Saison fällt.  

Sendung: rbb UM6, 13.06.2018

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