Marko Rehmer im Trikot der deutschen Nationalmannschaft im Spiel gegen die Niederlande. (Quelle: imago/Camera 4)
Audio: radioeins | 12.06.2018 | Diane Arapovic | Bild: imago/Camera 4

Marko Rehmer über "Wohnen" bei der WM - "Die Reiserei ging mir auf den Zeiger"

2002 wurde Marko Rehmer mit Deutschland in Japan und Südkorea Vizeweltmeister. Sechs Jahre spielte der beinharte Verteidiger für Union, genauso lang für Hertha. Der 35-fache Nationalkicker weiß, worauf es bei einer WM-Unterkunft ankommt, und was nerven kann.

rbb|24: Herr Rehmer, was macht den Wohlfühlfaktor bei einer WM-Unterkunft aus?

Marko Rehmer: Ganz wichtig sind natürlich die Regenerationsmöglichkeiten. Die deutsche Delegation um Joachim Löw und Oliver Bierhoff hatten da wahrscheinlich im Vorfeld auch schon explizite Wünsche für den Spa-Bereich. Selbiges gilt dann für den Kraftraum. Auch die Freizeitbeschäftigung ist extrem wichtig da wurden sicherlich, wie damals in Deutschland bei der WM 2006, Tischtennisplatten, Darts, Billiardtische und ähnliches aufgebaut. So sollen die Spieler dann mal auf andere Gedanken kommen. Sehr wichtig sind im Übrigen auch die kurzen Wege zum Flughafen oder zum Trainingsgelände. Da gilt es, so wenig Zeit wie möglich im Bus zu verbringen.

Darf man denn in der Freizeit raus und machen was man will?

Bei uns in Japan und Südkorea war es schon möglich, einen freien Nachmittag draußen zu verbringen. Ich weiß jetzt nicht genau, wie es in Watutinki (Name des deutschen Quartiers nahe Moskau, Anm. d. Red.) aussieht. Ich denke, dass es da nicht ganz zu Unrecht stark abgesichert ist. Bei der WM in Russland könnte es daher weniger Möglichkeiten geben, sich privat draußen etwas anzuschauen.

Du hängst den ganzen Tag mit denselben Typen rum und musst Dir dann auch noch ein Zimmer mit denen teilen... Wieso?

Nein, nein. In Watutinki gibt es Einzelzimmer. Also eine Doppelbelegung der Doppelzimmer wäre möglich, aber bei 72 Zimmern für den DFB-Tross, wird es mit Sicherheit Platz für ein Einzelzimmer für jeden Spieler geben. Es ist beim DFB schon lange so, dass man Einzelzimmer bekommt. Es sei denn es gibt Extra-Wünsche und jemand möchte nicht alleine auf dem Zimmer schlafen.

Was ging Ihnen bei so einer WM am ehesten auf den Zeiger?

Ganz klar die Reiserei. Deshalb ist es wirklich wichtig, in der Nähe vo allem zu wohnen. Da ist eben auch der Austragungsort Moskau wichtig. Ein Halbfinale und das Finale finden dort statt, Deutschland hat zwei Vorrundenspiele in der Hauptstadt. Das spart dann eben diese Reiserei, die wirklich nervig sein kann.

Sendung: Radio eins, 12.06.2018, 17 Uhr

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