Urs Fischer, FC Basel (Quelle: KEYSTONE/POOL FCB/Uwe Zinke)
Video: Abendschau | 01.06.2018 | Philipp Büchner | Bild: KEYSTONE/POOL FCB/Uwe Zinke

Überraschung aus der Schweiz - Urs Fischer wird neuer Trainer bei Union Berlin

Dieser Name dürfte nur eingefleischten Fußball-Fans etwas sagen: Urs Fischer. Der Schweizer hat einen begehrten Job bekommen: Er wird Trainer bei Union Berlin. Erfolge hat er schon reihenweise gesammelt.

Union Berlin hat einen neuen Trainer: Urs Fischer übernimmt ab sofort die Führung beim Zweitligisten. Der Schweizer wurde am Freitag offiziell auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Er erhält einen Vertrag über zwei Jahre. "Ich hatte keine Probleme, sofort zuzusagen", sagte er nach der Präsentation.

Fischer folgt auf André Hofschneider, der nach der abgelaufenen schwachen Saison der Köpenicker als Coach abgesetzt wurde.

Erste Auslandsstation für den Schweizer

Der ehemalige Nationalspieler (vier Spiele) hatte zuletzt bis zum Sommer 2017 den FC Basel betreut. Mit dem Schweizer Spitzenclub holte er zweimal die Meisterschaft, zuletzt auch den Schweizer Cup. Nach einem Wechsel der Klubführung musste er trotz dieser Erfolge den Verein verlassen. Union Berlin ist Fischers erste Station außerhalb der Schweiz: Sowohl als Spieler - Fischer spielte Innenverteidiger - in über 500 Spielen für den FC Zürich und den FC St. Gallen, als auch in seiner bisherigen Trainerlaufbahn (FC Zürich, FC Thun und FC Basel) arbeitete er ausschließlich in seinem Heimatland.

Trotzdem hat Unions neuer Geschäftsführer Profifußball, Oliver Ruhnert, keine Zweifel, den richtigen Mann für den Neuanfang in Köpenick gefunden zu haben: "Urs Fischer ist ein gestandener Fußballlehrer, der über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz auf höchstem Niveau verfügt. Seine Fußball-Philosophie, seine Vorstellungen von der täglichen Arbeit mit der Mannschaft und sein authentisches Auftreten in den Gesprächen haben uns überzeugt", hieß es in der Pressemitteilung des Vereins.

Lacht gerne: Unions neuer Trainer Urs Fischer. Bild: imago/Mathias Koch
Unions neuer Trainer Urs Fischer bei seiner ersten Pressekonferenz | Bild: imago/Mathias Koch

Und wie sieht es aus, dieses Auftreten? Urs Fischer über Urs Fischer: "korrekt, konsequent, mit Ambitionen, natürlich, aber dann auch irgendwo bescheiden". Die Selbstbeschreibung ist nicht gerade seine Lieblingsaufgabe, "reicht das?", fragt der Schweizer und lässt lieber noch ein Lachen folgen.  

Wie sieht das neue Union aus?

Bevor Fischer dem Team seine taktische Handschrift geben kann, muss er gemeinsam mit Ruhnert zunächst den Umbruch im Kader bewerkstelligen. Denn noch ist nicht klar, wie der Kader für die neue Saison aussieht, Torjäger Steven Skrzybski wechselt zum FC Schalke 04, die auslaufenden Verträge von Dennis Daube, Stephan Fürstner, Toni Leistner und Torhüter Daniel Mesenhöler werden nicht verlängert, Neuverpflichtungen hat Union noch nicht vermeldet.

In Basel ließ Fischer mit einem sogenannten 4-2-3-1-System spielen, darauf, ob er das bei Union auch plant, wollte sich Fischer noch nicht festlegen. Wichtig sei es ihm aber, dass seine Mannschaft in Zukunft "dominant" und "aktiv" auftritt. Daran, dass er seine Mannschaft schon ein wenig kennt, wollte der Schweizer aber auch keinen Zweifel lassen: "Die erste Liga habe ich seit meiner Kindheit verfolgt und seit dieser Saison dann auch die zweite Liga. Ich kann schon sagen: Die Rückrunde, die hatte es in sich, spannend zuzuschauen", sagte er mit einem Grinsen.  

Der sechste Trainer seit 2014 soll Union dem Aufstieg wieder näher bringen

Diese spannende Rückrunde war es, die seinen Vorgänger, André Hofschneider den Job gekostet hatte: Hofschneider war erst im vergangenen Dezember auf Jens Keller gefolgt, musste nach einer schwachen Rückrunde und Platz acht zum Saisonende aber seinen Posten als Cheftrainer wieder räumen. Der frühere Chefscout Oliver Ruhnert war nach seiner Beförderung zum Sportchef mit der Suche eines neuen Coaches betraut worden. Fischer ist bereits der sechste Trainer seit dem Abgang von Uwe Neuhaus im Mai 2014.

Er soll jetzt endlich das schaffen, was schon unter seinen Vorgängern Jens Keller und André Hofschneider immer vehementer zum Ziel erklärt wurde: den Aufstieg in die erste Liga: "Man soll doch auch Ambitionen haben", sagt der Schweizer und, dass er mit seiner Mannschaft "ein Wörtchen mitreden" will, wenn es um den Aufstieg geht. Geschäftsführer Ruhnert ließ sich nur entlocken, dass er mit Fischer und einer neuen Mannschaft in den nächsten zwei Jahren wieder näher an die "Top 20" in Deutschland heran rücken will.

Sendung: rbb UM6, 01.06.2018

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