Robert Harting
Jim Rakete
Beitrag: sechsviertel.de | Bild: Jim Rakete

rbb-Webdoku zum Karrierende - Sechs Kapitel über Robert Harting

Es ist ein Abschied auf Raten für den Olympiasieger, der seit Monaten für ein Film-, Fernseh- und Onlineprojekt mit der Kamera begleitet wird. Beim ISTAF fliegt der Diskus zum letzten Mal aus Hartings Hand. Der rbb zeigt die beeindruckende Karriere in einer Webdoku.  

Es ist sein Knie, was die Abschlusssaison so schwierig macht. Robert Harting hat sich die Quadrizepsehne im Knie gerissen, eine Operation ist unumgänglich. Doch daran denkt der Olympiasieger aktuell nicht, denn eine OP würde gleichzeitig das Saison-Aus bedeuten.

Er wirft weiter, sucht seine Form und greift jetzt auf eine Behandlungsmethode zurück, die ihm die Ärzte in den vergangenen beiden Jahren noch verboten haben. "Die Variante, die ich jetzt gewählt habe, ist riskanter. Die Sehne wurde ausgetrocknet. Damit trocknet man auch den Schmerz aus, aber sie wird natürlich auch weniger belastungsfähig und kann schneller reißen", erklärt Harting.

Zur Zeit bereitet er sich im Bundesleistungszentrum Kienbaum auf die Deutschen Meisterschaften in zwei Wochen in Nürnberg vor. Eine Medaille ist Pflicht, will er sich für die Europameisterschaften in Berlin im August qualifizieren. Drei Startplätze gibt es bei der Heim-EM für deutsche Diskuswerfer, einen hat der jüngere der Hartingbrüder und Olympiasieger von Rio de Janeiro, Christoph Harting, bereits sicher.

Webdoku in sechs Kapiteln

"Robert Harting ist ein Produkt das Leistungssports. 2018 habe ich mein Verfallsdatum erreicht und entsorge mich selbst", mit diesem Slogan wirbt der Olympiasieger für sein Onlineprojekt Sechsviertel. Im letzten Jahr der Karriere ist die Kamera rund um die Uhr auf den Diskusriesen gerichtet. Während sich das Projekt hauptsächlich auf Hartings letztes Jahr konzentriert, schaut der rbb in sechs Kapiteln auch auf die gesamte Laufbahn des Ausnahmeathleten.

Karriere, Filmprojekt, Macher, Harting, Umfeld, letzte Würfe und Zukunft heißen die Themenblöcke der Webdoku, in denen viele Wegbegleiter zu Wort kommen und die Reizfigur der deutschen Leichtathletik über ihre Karriere nachdenkt.

Zentrales Thema ist der Dropout-Prozess im Leistungssport und die Eingliederung in ein Leben danach: "Es gibt Phasen, in denen man sich denkt: Bald ist alles vorbei, und was machst du dann, man stellt sich identitäre Fragen... Man wusste immer die Karriere endet irgendwann, man sagt es, man weiß es, aber verstehen tut man es erst, wenn es soweit ist", sagt Harting.

Der letzte Schrei

Bei den Europameisterschaften möchte er sich in seinem Wohnzimer, im Berliner Olympiastadion, von der ganz großen Bühne verabschieden. Am liebsten nochmal eine Medaille gewinnen, so wie 2009, als Hartings an gleicher Stelle zum ersten Weltmeister wurde und er sich in der Weltspitze etablierte.

"Der letzte Schrei" steht auf den Werbeplakaten des ISTAFs, eine Veranstaltung, die der gebürtige Cottbuser groß gemacht und geprägt hat. Am 2. September wird "Der Harting" das letzte Mal den Diskus in die Hand nehmen und sich von seinen Fans noch einmal feiern lassen.

Beitrag von Jonas Schützeberg

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