Claus-Dieter Wollitz beim Trainingsauftakt von Energie Cottbus. Bild: imago/Steffen Beyer
Audio: Inforadio | 08.07.2018 | Nikolaus Hillmann | Bild: imago/Steffen Beyer

Interview | Cottbus-Trainer Wollitz über die Vorbereitung - "Bei der Summe: Keine Chance, dass Mamba geht!"

Drittliga-Aufsteiger Energie Cottbus ist mit drei Siegen in drei Testspielen optimal in die Saisonvorbereitung gestartet. Mit dem rbb sprach Trainer Claus-Dieter Wollitz über den Stand der Vorbereitung und die Transfergerüchte um Top-Stürmer Streli Mamba.

rbb: Herr Wollitz, Energie hat gegen den tschechischen Erstligisten Dukla Prag (2:0) auch das dritte Testspiel in der Sommervorbereitung gewonnen. Wie zufrieden sind sie mit dem Stand der Vorbereitung?

Claus-Dieter Wollitz: Mit dem Stand der Vorbereitung sind wir sehr zufrieden. Die Mannschaft hat im Urlaub im läuferischen Bereich schon einiges vorgelegt, deswegen konnten wir eigentlich relativ schnell einsteigen im fußballerischen Bereich. Man sieht, dass wir Automatismen haben, dass eine Mannschaft da ist, die sehr eingespielt ist, die von sich überzeugt ist - selbst in diesem Spiel gegen einen guten Gegner.  

Es sind jetzt noch fast drei Wochen bis zum ersten Saisonspiel gegen Hansa Rostock. Wie sieht der Fahrplan bis dahin aus bei Energie?

Wir werden weiter an den Details arbeiten. Wir wollen gut organisiert sein, möchten zwar Ballbesitz und viel Dominanz haben, aber auch unser Umschaltspiel verbessern. In der Regionalliga haben wir fast ausnahmslos in der gegnerischen Hälfte gespielt, das wird in der Dritten Liga so nicht möglich sein und da arbeiten wir dran. Man hat heute phasenweise gesehen, dass wir auch schnell umschalten können. Das wollen wir jetzt noch verbessern und da kommt es uns zugute, dass die Mannschaft schon eingespielt ist.

Anders als in der Regionalliga ist Energie in der Dritten Liga nicht mehr Favorit. Sie haben gesagt, dass sie sicher spielen wollen - was muss sich noch ändern an der Spielweise ihrer Mannschaft?

In der Dritten Liga kann es sein, dass du richtig unter Druck gerätst und dann musst du eine enorm hohe Spannung haben, eine hohe Aufmerksamkeit. Ich nenne das immer eine hohe "Ballerwartung". Und bei Standardsituationen brauchst du einen klaren Plan - sowohl in der Offensive, als auch in der Defensive, das sieht man ja grade auch bei der Weltmeisterschaft. Wenn ich mal auf die Gegner gucke, Rostock und Wiesbaden, um nur die ersten Spiele zu nennen, die werden da einige Waffen dabei haben. Was uns helfen könnte ist unsere Eingespieltheit und der Zusammenhalt in der Mannschaft und, dass viele noch nicht in der dritten Liga gespielt haben und dadurch noch ein bisschen mehr Motivation und Bock entwickeln.

Die WM haben Sie angesprochen: Was können Sie von dem Fußball, der in Russland gespielt wird, mitnehmen für die neue Saison?

Nur Dominanz, nur Ballbesitz und sich in Selbstherrlichkeit verlieben wird nicht zum Erfolg führen. Du musst eine Mischung haben. Nehmen wir mal das Tor zum 3:2 von Belgien gegen Japan (Anm.: im Achtelfinale) in der letzten Minute zum Beispiel: Da die Situation zu erfassen, in der eigenen Hälfte, das ist genau das, was wir heute auch üben wollten. In den letzten dreißig Minuten haben wir deshalb in der eigenen Hälfte verteidigt, um dann schnell nach vorne zu spielen. Wenn wir nur in der gegnerischen Hälfte spielen, dann verlieben wir uns in unser Spiel - das sieht auch gut aus, man nennt es "schnick-schnack", aber das wird nicht zum Erfolg führen. Diese Variabilität müssen wir ins Spiel bekommen.

Streli Mamba hat heute wieder ein Tor geschossen. Um ihn gab es in den letzten Wochen Wechselgerüchte (Anm.: Mamba wurde mit dem SC Paderborn in Verbindung gebracht). Jetzt wollen natürlich alle Energie-Fans wissen: Wird er auch zu Saisonbeginn noch Cottbuser sein?

Wenn das Angebot so ist, dass Energie Cottbus sagt: Das ist eine Summe, die findet sich im Bereich einer halben Million, dann glaube ich, wird man überlegen. Bei den Summen, die da jetzt genannt werden: Keine Chance, dass Streli Mamba verkauft wird! Sportlich sollte man ihn für diese lächerliche Summe - so will ich sie nennen - nicht verkaufen. Wenn es eine halbe Million gibt, dann würde ich zustimmen. Mit einer halben Million kann man viel für die Infrastruktur und die Mannschaft tun, aber bei den Preisen von 50.000 bis 100.000 Euro wird der Spieler nicht verkauft. Das ist sicher, da sind wir uns einig. Ein Abstieg kostet mehr. Wir sollten erstmal daran arbeiten, uns wieder in der dritten Liga zu etablieren. Auch mit dem Wissen, dass es schwierig wird, seinen Vertrag kurz- oder mittelfristig zu verlängern. Dann muss er halt 2019 ablösefrei wechseln, wenn damit die Chance größer ist, die Liga zu halten. Ich denke, das haben dann auch die Fans, Sponsoren und Mitglieder verdient.

Das Interview führte Nikolaus Hillmann für Inforadio. Dieser Text ist eine gekürzte und redigierte Version, das vollständige Gespräch können Sie oben im Beitrag als Audio hören.

Sendung: Inforadio, 08.07.2018, 17.15 Uhr

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2 Kommentare

  1. 2.


    Der Sender heisst Radio berlin- brandenburg und ist für beide Länder da. Schon vergessen? Dann nochmal drüber nachdenken!
    Berlin ist nicht der Nabel der welt!.

  2. 1.

    Wie Cottbus Fussball spielt oder nicht interessiert keinen Menschen! Ich glaube es gibt bedeutsamere Themen, welche diese Stadt hat...- oder haben sollte...

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