Die Radsportlerin Romy Kasper bei einem Rennen 2018 in Brügge (Quelle:Augenklick/Roth)
Audio: Antenne Brandenburg | 04.07.2018 | Andreas Friebel | Bild: Augenklick/Roth

Auszeit nach dem 6. schweren Sturz - Radsportlerin Romy Kasper legt eine Pause ein

Ende Juni verunglückte Olympiasiegerin Kristina Vogel schwer. Ihr Unfall auf der Cottbuser Radrennbahn hat auch dazu geführt, dass eine andere Radsportlerin vorerst nicht mehr in den Sattel steigt: Romy Kasper aus Forst. Von Andreas Friebel 

Romy Kasper hat einen Wunsch, bevor das Gespräch beginnt: Bitte keine Fragen zu Kristina Vogel. Ihr Schicksal hat sie tief getroffen. Auch eine Woche nach dem Unfall fällt es Kasper schwer zu begreifen, was mit ihrer Radsportkollegin passiert ist. Das liegt auch daran, dass die 30-Jährige selbst seit Oktober sechs Mal gestürzt ist.

Die Folgen waren eine Lungenquetschung und mehrere Schlüsselbeinbrüche. Zuletzt wurde die Radsportlerin Mitte Juni bei der England-Rundfahrt angefahren. Bei diesem Sturz zog sie sich eine schwere Gehirnerschütterung zu. "Inzwischen geht es wieder ganz gut. An den Unfall kann ich mich aber nicht erinnern."

Schwere Verletzungen und ein zertrümmerter Fahrradhelm

Wie heftig sie auf die Straße fiel, wird daran deutlich, dass dabei ihr Hightech-Helm zerbrach. Bei einer Nachuntersuchung stellten die Ärzte auch noch eine Schwellung hinter einem Auge fest. "Das zieht einige Folgen nach sich, denn ich bin beim Sehen eingeschränkt", sagt Kasper. "Zudem könnte das Ödem bei zu hoher Belastung platzen. Deshalb will ich jetzt abwarten und eine Pause machen", so die Lausitzerin.

Der Schock sitzt tief

Ursprünglich sollte diese Pause nur ein paar Tage andauern. Kasper wollte schnell wieder auf das Rad zurück - wie so oft in den vergangenen Monaten. Am vergangenen Wochenende wollte sie in ihrer Heimatstadt Forst bei einem Radrennen teilnehmen. Doch als sie vom Sturz von Kristina Vogel erfuhr, reifte nach dem ersten Schock die Erkenntnis, dass sie es dieses Mal ruhiger angehen lassen will. "Die Gesundheit kann ich mir von nichts wiederkaufen. Deshalb warte ich jetzt ab, bis alles verheilt ist oder das Ödem weg ist. Danach kann ich wieder voll attackieren."

Comeback bei Olympia 2020 in Tokio?

Wie lange ihre Pause dauern könnte? "So lange wie es halt dauert", sagt die Forsterin, die aber trotz ihrer vielen Stürze im Moment zumindest an ihr Comeback glaubt. 2020 möchte sie unbedingt bei den Olympischen Spielen in Tokio dabei sein. "Nach dem Erlebnis Rio will ich noch mal bei Olympischen Spielen dabei sein - und nicht nur mitmachen, sondern um eine Medaille fahren. Dem werde ich vieles unterordnen müssen. Deshalb muss ich fit sein. Aber jetzt will ich erst mal wieder gesund werden." Um dann auf dem Weg nach Tokio hoffentlich ohne Stürze auszukommen.

Die Radsportlerin Romy Kasper bei einem Rennen 2018 in Brügge (Quelle:Augenklick/Roth)Romy Kasper bei einem Radrennen in Belgien 2018.

Sendung: Studio Cottbus, 15:00 Uhr, 04.07.2018

Beitrag von Andreas Friebel

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Der Begriff "Sport" beeinhaltet viele unterschiedliche Verhaltensweisen und Aspekte. Der "Sport", den Romy Kasper betreibt, ist z.B. nicht vergleichbar mit dem "Sport", den ich als Rentner tagtäglich auf meinen Fahrrädern betreibe. Mein "Sport" ist gesundheitsfördern und erhöht meine Fitness. Solche Verletzungen wie bei Romy Kasper und anderen Profirennsportlern kenne ich in dieser Häufigkeit nicht. Es kommt halt immer auf den Einsatz und die Geschwindigkeit an. Mein Alltagssport ist kurzfristig und langfristig gesund und unproblematisch. Romys Sportalltag dagegen wird geprägt vom Leistungsgedanken und von einer Anerkennungssucht, die ich nicht mehr als gesundheitsfördern bezeichne. Ihr Sport ist zwar als Bewegungsform im Prinzip gesund - aber eben nicht ungefährlich. Wer mit Profisport Geld verdienen will bzw. verdient, begibt sich selbst wissentlich in Lebensgefahr. Profisport kann gefährlich sein - aber jeder ist seines eigenen Glückes Schmied!

  2. 1.

    Und Sport soll gesund sein?!

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