Christopher Trimmel beim Testspiel von Union Berlin gegen den Carl Zeiss Jena. Bild: imago/Bernd König
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Interview | Union Berlins Außenverteidiger Christopher Trimmel - "Taktisch auf sehr, sehr hohem Niveau"

Union Berlin bereitet sich im nordrhein-westfälischen Marienfeld auf die neue Zweitligasaison vor. Mit rbb|24 spricht Außenverteidiger Christopher Trimmel darüber, welchen Eindruck der neue Trainer Urs Fischer macht und mit welchen Zielen Union in die neue Spielzeit geht.

rbb|24: Christopher Trimmel, fangen wir mal so an: Wie geht es Ihnen? Man hört, das Training im Trainingslager soll gerade ganz schön hart sein...

Christopher Trimmel: Ja, das ist es! Es geht ganz gut, natürlich ist man grade körperlich sehr, sehr müde, aber es gab bisher eigentlich keine Vorbereitung, die leicht war.

Sie kennen Ihren neuen Trainer Urs Fischer jetzt seit etwas mehr als zwei Wochen. Wie ist er denn so?

Bis jetzt super! Charakterlich top. Man merkt, dass er wirklich jeden Spieler besser machen möchte: Er erkennt sofort bei jedem die Schwächen und wo er ansetzen muss. Taktisch ist die Arbeit hier auch auf sehr, sehr hohem Niveau, das macht schon einen guten Eindruck.

Ihre Rolle als Außenverteidiger war in der Vergangenheit, vor allem unter Jens Keller, sehr offensiv interpretiert. Wie wird das Spiel unter Urs Fischer aussehen, sind Sie schon dabei, seine Spielidee zu verinnerlichen?

Meine Rolle wird wieder ähnlich sein. Man merkt schon, dass er möchte, dass sich immer ein Außenverteidiger offensiv einschaltet, das ist klar. Aber wie genau wir am Ende als Mannschaft spielen, wissen wir jetzt noch nicht. Wir arbeiten gerade viel an der Basis, testen da auch ein paar Sachen, trainieren zum Beispiel mal mit Dreier- und mal mit Viererkette, damit wir flexibel geschult sind und auch auf den Gegner reagieren können. Danach kommt dann die Feinabstimmung.

Personell gab es im Sommer einen größeren Umbruch. Sechs Spieler haben den Verein verlassen – darunter auch Stammspieler wie Toni Leistner oder Steven Skrzybski, dafür sind bisher sechs neue gekommen, auch einige potenzielle Stammspieler, wie Ken Reichel oder Manuel Schmiedebach. Wie lange dauert es, bis sich das findet?

Ich hoffe, es klappt so schnell wie möglich. Wenn man eher erfahrene Spieler holt hat man ja auch den Vorteil, dass die schon länger im Geschäft sind und wissen, wie es funktioniert. Vor allem haben wir mit Ken Reichel, der eigentlich ja ein Berliner Junge ist und Manuel Schmiedebach auch zwei dazu bekommen, die die Stadt sehr, sehr gut kennen, da wird es dann auch privat keine Probleme geben, sich zu integrieren. Wirklich super finde ich, dass wir Erfahrung geholt haben. Zum Ende der vergangenen Saison hatten wir ja doch ein paar Probleme und ich glaube, dass erfahrene Spieler in einer solchen Situation helfen können.

Ein Berliner Junge sind Sie zwar nicht, aber in ihrer fünften Saison bei Union schon eine Konstante. Inwieweit müssen und wollen Sie nach dem Umbruch noch mehr Verantwortung übernehmen?

Da bleib ich ganz ich selbst. Verantwortung habe ich eigentlich immer übernommen, die anderen Spieler können sich immer auf mich verlassen, ich mache auch privat eigentlich sehr viel. Aber in erster Linie muss die Leistung stimmen. Wenn die passt, können sich die anderen auch nach uns erfahrenen Spielern richten. Das Thema Kapitänsamt kam ja auch schon auf, da kann ich nur sagen, das ist mir eigentlich egal. Das wichtigste ist, dass wir alle auf dem Platz unsere Leistung bringen und viel miteinander kommunizieren, dann wird das Ganze funktionieren.

Die zweite Liga war in der vergangenen Saison mitunter ziemlich kurios, vielleicht auch, weil die ganz großen Aufstiegsfavoriten fehlten. In dieser Saison gibt es mit dem HSV und Köln zwei Teams, die schon deutliche Favoriten sind. Wie verändert sich die Liga dadurch?

Das weiß ich nicht. Ich gehe natürlich auch davon aus, dass Köln und der HSV die Favoriten sind. Vor allem Köln hat viele Spieler gehalten, die haben eigentlich Bundesliganiveau, das wissen wir, die Spiele werden schon auch Highlights. Aber Stuttgart hatte zum Beispiel damals (Anm.: nach dem Abstieg vor zwei Jahren) auch in den ersten zehn Spielen Probleme sich anzupassen und musste erkennen, dass es in der zweiten Liga in erster Linie durch die Basics funktioniert und nicht nur durch schönes Fußballspielen.

Und wo sehen Sie Union in dieser Liga, ist das Ziel in dieser Saison Platz drei?

Nein, also für mich persönlich ist ganz klar: Wir wollen uns erstmal nur verbessern und entwickeln. Wir hatten in der letzten Saison schon Probleme, da kann man sich jetzt nicht hinstellen und sagen wir wollen direkt wieder oben mitspielen. Wir wollen uns verbessern, das ist unser Anspruch und wir wollen diesmal nicht um den Abstieg spielen. Das war schon eine wichtige Erfahrung - für den Verein, auch für einige junge Spieler, aber diese Erfahrung brauchen wir in dieser Saison sicher nicht.

Das Interview führte Simon Wenzel.

Sendung: Inforadio, 12.07.2018, 20.15 Uhr

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