Zweikampf zwischen Nicolas Hoefler vom SC Freiburg gegen Streli Mamba vom FC Energie Cottbus (Quelle: imago/Thomas Eisenhuth)
Video: rbb aktuell | 20.08.2018 | 21:45 Uhr | Jörg Hellwig | Bild: imago/Thomas Eisenhuth

DFB-Pokal | Cottbus unterliegt Freiburg im Elfmeterschießen - Starkes Spiel, großer Kampf - bitteres Ende

Energie Cottbus hat die Pokalsensation denkbar knapp verpasst: Lange sahen die Lausitzer bereits wie die Sieger gegen den Erstligisten aus Freiburg aus. Am Ende ging es ins Elfmeterschießen - mit einer bitteren Pointe für Cottbus.

Es war 21:16 Uhr, da hatte der Pokalabend in der Lausitz bereits genug Geschichten für mehrere Spiele geschrieben. Zu Ende aber war er noch nicht. Die Pointe, die wartete, war für Cottbus eine bittere: Tim Kruse lief an – zum achten Elfmeter, dem vierten für Energie Cottbus und jagte den Ball weit über das Tor in den eigenen Fanblock. Es war der erste und es sollte der einzige Fehlschuss in diesem Elfmeterschießen bleiben. Während die Freiburger kurz darauf jubelten, schlich Kruse über das Feld. Das Trikot über das Gesicht gezogen. Es war das traurige Schlussbild eines Spiels, in dem die Cottbuser Freiburg eigentlich fast schon geschlagen hatten.

Lange sah es gut aus für die Lausitzer. Sehr gut sogar. Von Beginn an gelang das, was Trainer Claus-Dieter Wollitz angekündigt hatte. Sein Team stand kompakt, versuchte aber auch, schnell nach vorne zu kombinieren. Eine Szene in der 10. Minute war jedoch sinnbildlich für dieses Bemühen: Streli Mamba gestikulierte verzweifelt, als ein Ball auf ihn in die Spitze viel zu steil geriet. Und das, als sich in der Freiburger Abwehr durchaus eine Lücke ergab. Der 24-jährige Stürmer – ebenso wichtig für die Lausitzer wie begehrt bei anderen Klubs – war bei der Liga-Niederlage in Würzburg vergangene Woche bis zur Pause geschont worden. Für den Pokal kehrte er in die Startelf zurück. Gleiches galt für Maximilian Zimmer und Tim Kruse.

Marcelo Freitas erzielt Führung kurz nach der Pause

Freiburg kam in der ersten Hälfte lediglich zu zwei Torchancen. Niederlechner köpfte nach einem Freistoß knapp über das Tor (3.), den Distanzschuss von Mike Frantz parierte Energie-Keeper Avdo Spahic (7.).

Die auffälligste Szene von Nils Petersen: ein Luftloch nach einem Freiburger Querschläger im Strafraum. Dem 29-Jährigen hatten die Geschichten vor dem Spiel gehört. Zweieinhalb Jahre hatte er zwischen 2009 und 2012 in der Lausitz gespielt – es war der Verein, bei dem er nach Anlaufschwierigkeiten seinen Durchbruch schaffte. Der Trainer damals: Claus-Dieter Wollitz. Er hat Petersen in guter Erinnerung behalten und Petersen tat das mit seinem früheren Coach auch. Und in der Lausitz haben sie beide ihre Fans.

Es lief also alles nach Plan für Energie: Spiel offenhalten und warten, dass der Druck auf den Erstligisten wächst. Und der nahm nach der Pause noch weiter zu. Und alles begann dann auch diesmal mit einem Luftloch. Maximilian Zimmer schlug wenige Meter vor dem Freiburger Tor recht kläglich über den Ball, behielt dann aber den Überblick: Sein Zuspiel erreichte Marcelo Freitas, der aus zwanzig Metern dafür sorgte, dass alle seine Fehlpässe aus der ersten Hälfte auf einen Schlag vergessen waren. Sein Schuss landete unten links im Freiburger Tor – unhaltbar für Alexander Schwolow im Tor des SC Freiburg (47.).

Viteritti gleicht mit furiosem Solo aus

Mike Frantz hatte in der Folge dann die beste Chance zum Ausgleich, doch der Kopfballaufsetzer des Freiburger Kapitäns verfehlte das Tor knapp (56.). Ansonsten gelang es den Gästen in dieser Phase nur selten, Cottbus wirklich zu gefährden. Es war erst Nils Petersen, der schließlich doch etwas einleitete, das den Namen "Schlussoffensive" verdiente. Erst köpfte er nach einer kurz ausgeführten Ecke vorbei (65.). Noch gefährlicher wurde es, als er per Direktabnahme aus zehn Metern abzog (74.). Hatte es lange Zeit immer wieder Momente der Entlastung im Cottbuser Spiel gegeben, war es damit nun vorbei. Zum ersten Mal strapazierten die Lausitzer tatsächlich das Glück – und das ließ sie prompt im Stich: In der ersten Minute der Nachspielzeit Mike Frantz traf die Unterkante der Latte. Von dort ging der Ball ins Tor (90.+1).

In der Verlängerung schien es dann doch das Spiel des Mannes zu werden, auf den alle geblickt hatten: Nils Petersen. Andrej Startsev foulte Lucas Höler im Strafraum und der Ex-Cottbuser machte es dramatisch: Im ersten Anlauf parierte Spahic, doch der Nachschuss - oder besser der Nach-Flugkopfball - landete im Tor (99.). Die Entscheidung? - Mitnichten! Cottbus kämpfte. Und Fabio Viteritti lief Slalom, ließ einen Verteidiger stehen, ließ zwei stehen und traf dann von der Strafraumgrenze den Innenpfosten – und das Tor. Spätestens jetzt war es ein Abend, dem das Prädikat "magisch" zweifelsohne zustand. Es folgte purer Kampf. Und ein Elfmeterschießen an dessen Ende Tim Kruse das Trikot über das Gesicht zog.   

Sendung: rbb Aktuell, 20.08.2018, 21.45 Uhr

Kommentar

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11 Kommentare

  1. 10.

    Kannst dich gerne auch mal in deiner Stadt umhören, bei 03 zum Beispiel! War zum Pokalfinale und vorher auch schon dort, was ich da so alles Verfassungsfeindliches gehört und gesehen habe... Christian??...komischer Name...

  2. 9.

    Denunzieren? Aha...

    Komisch, wiederholt die Cottbusser...

    http://www.sportbuzzer.de/artikel/siegheilson-cottbus-anhanger-sorgt-fur-nazi-eklat/

    Von daher..ruhig bleiben...Schleiereule..komischer Name...

  3. 8.

    Ja, jaa. Dieser werte Christian aus Potsdam... Hobby, denunzieren und einen gewissen Südbrandenburgischen Verein alles missgönnen. Seit der 4. Liga nur Misstöne. Im Zuge der "Webanonymität" lässt es sich ja prima machen, über andere zu lästern. Die wahren Gründe seiner Abneigung kennt er nur allein.


    Irgendwann bekommt Cottbus hoffentlich auch vieles zurück, was schon seit letztem Jahr gegen Stuttgart total knapp war. Zumindest heißt so die Phrasenschwein Regel, dass sich alles irgendwann ausgleicht.

  4. 6.

    Genau Herr Christian, Im übrigen, hätte ich tatsächlich Halluzinationen, hätte ich gestern Kruses Elfmeter im Tor gesehen. Sicher wäre Ihr Antrieb zum Kommentieren hier nicht Schadenfreude, sondern Neid gewesen.

  5. 4.

    Wer sagt denn, das ich Fan eines Vereins in Liga 4 bin? Da müssen sie Halluzinationen haben, oder wie kommen sie darauf!?

    Ach ja, toll das Cottbus ausgeschieden ist...lach

  6. 3.

    @Christian
    Ich vermute mal, weil Du ein ganz grosser Freiburgfan bist. Echt stark Deine fundierte Meinung, viel Erfolg in Liga 4 !

  7. 2.

    Sehr gutes Ergebnis. Schön das die Cottbusser ausgeschieden sind und der Wollitz dieser unsympathische Mensch verstummte.

  8. 1.

    Große Klasse Cottbus! Nicht verzagen, denn so könnt ihr euch auch in der dritten Liga gut behaupten. Ich habe großen Respekt für diese Leistungen. Weiter so.

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