Jake Ustorf beim Training der Eisbären Berlin. Bild: rbb
Video: rbb UM6 | 04.08.2018 | Jörg Hellwig | Bild: rbb

Eisbären-Vertrag für Jake Ustorf - Den eigenen Namen aufs Trikot bringen

Diese Vorstellung dürfte den Eisbären-Fans gefallen: ein Eisbären-Trikot mit der Aufschrift Ustorf auf dem Rücken. Bald könnte es wieder so weit sein. Denn Jake, der 20-jährige Sohn der Eisbären-Legende Stefan Ustorf, hat einen Vertrag bei den Berlinern bekommen.

Als Zehnjähriger ist er schon mit seinem Vater übers Eis im Wellblechpalast geflitzt. Der kleine Jake, im weißen Eisbären-Jersey, mit der Nummer 14 und der Aufschrift Ustorf. Höchst motiviert war dieser kleine Junge, der da versuchte, seinem berühmten Vater Stefan Ustorf den Puck abzujagen. Ein bisschen zu motiviert vielleicht, denn Jake rutschte tatsächlich mit seinen Schlittschuhen auf dem Spielgerät aus und stürzte.

Das passiert dem jungen Mann, der jetzt, elf Jahre später, zu Beginnn des Trainings im dunkelblauen Eisbärenjersey aufs Eis flitzt sicher nichtmehr. Es ist jetzt sein eigenes, wenn auch noch ohne Namen und Nummer. Denn Jake Ustorf ist ein Eisbär. Der Vizemeister hat ihn aus der kanadischen Junioren-Liga AJHL verpflichtet und mit einem sogenannten Fördervertrag ausgestattet.

Erstmal ankommen, dann einen eigenen Namen machen

Das bedeutet zunächst einmal, dass Jake Ustorf vor allem in der DEL2 beim Kooperationsteam der Eisbären Berlin, den Lausitzer Füchsen zum Einsatz kommen wird. Aber jetzt ist er zumindest schon mal im Training da, wo er hin will: "Es könnte nicht besser sein, als mit den Eisbären zu spielen, davon habe ich immer geträumt, das ist krass", schärmt Jake, der seine bisherigen Schritte als Eishockeyspieler vor allem in den USA unternahm.

Bei den Eisbären wird er zwangsläufig auch öfter als bisher mit den Leistungen und dem Namen seines Vaters konfrontiert werden, zumal Stefan Ustorf auch noch als Leiter der Spielerentwicklung bei den Eisbären arbeitet. "Wahrscheinlich wird er sich auch die ein oder andere komische Sache anhören müssen", sagt Stefan Ustorf. "Als ich ein kleines Kind war, war der Name vielleicht ein Problem", gibt Jake Ustorf zu, "natürlich bin ich stolz auf ihn, aber jetzt will ich mir selbst einen Namen machen."

Stefan Ustorf (rechts) mit seinem Sohn Jake Ustorf. Bild: imago/Fishing 4
Vater und Sohn: Stefan Ustorf zeigt dem kleine Jake die Halle. | Bild: imago/Fishing 4

Keine Angst vor schlimmen Verletzungen

Stolz ist jetzt natürlich auch der Vater auf den Sohn. "Ich freue mich, dass sich die harte Arbeit für ihn ausgezahlt hat. Das ist jetzt der Anfang von etwas, was hoffentlich eine lange Karriere wird", sagt Stefan Ustorf, hoch oben auf der Tribüne des Wellblechpalasts. Unten zieht Jake die Kufen durchs Eis. Ein schneller Stürmer mit hohem Spielverständnis sei er, beschreibt sich Jake selbst. Als er auf den Spitznamen seines Vaters, "Hooligan", angesprochen wird, lacht er.

Aber natürlich hat die Karriere schlimme Spuren an seinem Vater hinterlassen. Die dramatischen Folgen seiner zahlreichen Gehirnerschütterungen sind immernoch eines der prominentesten Beispiele in Deutschland für die Gefahren des Eishockeysports. Zumindest nach außen hin will sich Jake darüber keine Gedanken machen, ob ihm auch etwas derart Heftiges passieren kann. "Das ist Eishockey", sagt er nur.   

Aufklärung zu Kopfverletzungen

Stefan Ustorf ist durchaus schon mal besorgt, wenn sein Sohn in einen heftigen Zweikampf verwickelt ist. "Man zuckt mit Sicherheit zusammen", gibt er zu. "Aber bei ihm nicht viel mehr, als bei einem meiner anderen Spieler." Angst, dass die Auswirkungen bei seinem Sohn ähnlich dramatisch sein könnten wie bei ihm, hat er aber auch er nicht. Denn sein eigener Krankheitsfall hat die Diskussion um die Aufklärung zu Kopfverletzungen weit nach vorne gebracht.

Das Training im Wellblechpalast kann er entspannt verfolgen, die ganz harten Checks gibt es hier nicht. "Der da, blau, dunkler Helm, der zweite von rechts", zeigt Ustorf Senior von hoch oben auf Ustorf Junior. Dann lehnt er sich auf die Ellenbogen und beobachtet unter seiner Schirmmütze, wie Jake von der Bank zurück ins Spiel kurvt. Vielleicht kann er das ja in Zukunft auch in der großen Arena am Ostbahnhof machen. Dann bräuchte er nicht zu zeigen, wer sein Sohn ist, es stünde ja dann wieder auf dem Eisbären-Trikot.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

Das könnte Sie auch interessieren