Streli Mamba hält eine Trinkflasche (Quelle: imago/Contrast)
Bild: imago/Contrast

Poker um Energies Toptorjäger - Mamba-Wechsel: Alles eine Frage des Preises

Der Wechselpoker um die Zukunft von Energie-Torjäger Streli Mamba geht in die heiße Phase. Am Freitagvormittag erklärte das Präsidium des Drittligisten den Stürmer für unverkäuflich - wenig später relativierte Trainer Wollitz diese Aussage wieder. Von Andreas Friebel

Das könnte in der kommenden Woche noch mal richtig hitzig bei Energie Cottbus werden. Denn je näher das Ende der Wechselfrist (31. August) kommt, desto heißer dürften wohl die Telefondrähte glühen. Einen Vorgeschmack gab es schon am Donnerstag. Da verkündete zunächst das Präsidium des FC Energie, dass Torjäger Streli Mamba "unverkäuflich" sei.

Zwei Stunden später legte dann Trainer Claus-Dieter Wollitz nach. "Kein Spieler in Deutschland ist unverkäuflich, es sei denn, er spielt für Bayern München", sagte er auf der wöchentlichen Pressekonferenz der Lausitzer. "Wenn ein Verein kommt, der uns morgen eine Million Euro auf den Tisch legt, kann Mamba sofort gehen."

Poker um die Ablösesumme

Dass die Lausitzer tatsächlich eine Million Euro Ablöse für Mamba bekommen, erscheint aber unrealistisch. Das wissen sie in Cottbus auch. Offenbar soll mit dieser Aktion der Preis für den schnellen Angreifer noch etwas nach oben getrieben werden.

Der Drittligist hatte zunächst 500.000 Euro gefordert. Zweitligist Paderborn erklärte sich dann bereit, diese Summe zu zahlen. "Das tatsächlich vorliegende Angebot aus Paderborn war aber deutlich geringer", wiederspricht Wollitz diesen Aussagen. Zuletzt forderten die Lausitzer dann 750.000 Euro und nun eine Million.

Wollitz sondiert mögliche Mamba-Nachfolger

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Verein bereit ist, diese Summe zu zahlen. Deshalb ist Mamba praktisch unverkäuflich", erklärt der Cottbuser Trainer die neusten Entwicklungen in diesem Transferpoker.

Wie praktisch unverkäuflich Mamba wirklich ist, wird sich spätestens Ende kommender Woche zeigen, wenn die Transferliste schließt. Energie ist aber für den Fall der Fälle bereit. Gegenüber rbb24 erklärte Wollitz, dass er mit zwei möglichen Nachfolgern in Gesprächen sei.

Abschied von Verteidiger Karbstein deutet sich an

Eine zweite Personalie dürfte da deutlich geräuschloser über die Bühne gehen. Nachwuchsspieler Malte Karbstein steht vor einem Wechsel nach Bremen. Der Bundesligist umwirbt den 20-jährigen Verteidiger seit Wochen. Werder hat nun bei der Ablöse noch etwas draufgelegt. "Malte hat uns signalisiert, dass er seinen 2019 auslaufenden Vertrag nicht verlängern will. Deshalb werden wir ihn wohl gehen lassen", so Wollitz. Auch Mambas Kontrakt läuft im kommenden Sommer aus. Da er aber für Cottbus deutlich schwerer zu ersetzen wäre, zeigt sich Energie hier weniger kompromissbereit.
 
Es könnte also sein, dass Streli Mamba am Samstag gegen Meppen (Anpfiff 14 Uhr) seine Abschiedsvorstellung für die Lausitzer gibt. Der 24-Jährige ist zugleich auch der einzig gesunde Stürmer der Rot-Weißen. Abdulkadir Beyazit ist noch nicht wieder fit. Moritz Broschinski und Kevin Scheidhauer sind verletzt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 23.08.2018, 14:30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

3 Kommentare

  1. 3.

    Für den FC Energie ist Mamba ein sehr wichtiger Spieler. Seine enorme Schnelligkeit, verbunden mit inzwischen gut entwickelter Kaltblütigkeit vor dem Tor, zwingen den Gegner regelmäßig zu besonderen Abwehrmaßnahmen und schränken damit dessen Offensivvarianten ein. Für das von 80 Prozent der deutschen Profimannschaften praktizierte "Umschaltspiel" aus sicherer Abwehr, passt Streli Mamba exakt ins Profil. In den beiden Pokalspielen 2017 und 2018, gg. Stuttgart und Freiburg, hat Mamba zudem bewiesen, daß er auch Erstligaverteidigern weglaufen kann. Die aufgerufenen 1 Million € mögen zunächst erstaunlich sein, aber für den FCE, der zudem ja auch wieder Ersatz finden muss, scheint es mir ein sehr angemessener Verkaufspreis zu sein, und für Vereine aus den oberen Ligen ist die Summe eine gute und keineswegs überhöhte Investition. Mir wäre es allerdings lieber, er bliebe hier, und hilft der Mannschaft beim Klassenerhalt.

  2. 2.

    Genauso sieht es aus!

    Herr Wollitz beklagt, dass der Verein kaum Geld hat um weiterhin in Liga 3 bestehen zu können. Dann muss halt der Stürmer Mamba verkauft werden. Der Steuerzahler muss sich doch fragen, warum der Verein FC Energie Cottbus Geld vom Land/Stadt bekommen will, andererseits seinen Stürmer nicht für 400.000€ oder mehr verkauft.

    Wenn kein Geld für Liga 3 vorhanden ist bzw. der Verein dauerhaft auf Messerschneide am Abgrund steht, sollte sich dieser FC Energie Cottbus überlegen ob er nicht besser im Amateurfussball aufgehoben ist.

  3. 1.

    In Cottbus scheint der Größenwahn ausgebrochen zu sein:
    1 Million für einen Stürmer, der bisher Regionalliga (also viertklassig) und vier Spiele in der Dritten Liga gemacht hat!!
    Erfolgreich, zugegeben, aber 19Tore in der Regionalliga, wo Energie absolut dominiert hat und auch die Zuspiele zu ihm kamen, die er verwerten könnte, sagen nichts über seine Qualität in Liga 2 aus (falls er doch noch bei Paderborn "aufschlägt"), wo ihm die robusten und technisch um Längen besseren Abwehrspieler, als in Liga drei und vier in der besten zweiten Liga der Welt (lt. SPORT 1) regelmäßig auf den Füßen stehen werden....
    Falls ein Millionendeal noch klappt, hat Energie Cottbus ja auch erstmal genügend Geld, um die von Wollitz beklagten schlechten Trainingsbedingungen zu verbessern und nicht nach kommunaler und Landesknete zu schreien.... Außerdem hat die Stadt Cottbus z.Zt. auch ganz andere Sorgen....

Das könnte Sie auch interessieren