Das Olympiastadion Berlin gut besucht während der Leichtathletik-EM
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Video: O-Ton Jens Groskopf | 09.08.2018 | Bild: imago/Beautiful Sports

Reporterin schmuggelt sich im Kostüm auf die Bahn - Wie sicher ist die Leichtathletik-EM?

Ohne Akkreditierung, dafür als Pommestüte verkleidet: Eine Reporterin der Jugendwelle Fritz vom rbb schafft es bei der Leichtathletik-EM im Olympiastadion kostümiert als fiktives Maskottchen bis auf die Tartanbahn, klatscht sogar mit Läuferinnen ab. Wie kann das sein?

"High Five" ruft die junge Frau mit den braunen Haaren den Läuferinnen zu, lacht dabei. Dass sie eigentlich gar nicht im Innenraum des Olympiastadions sein dürfte, fällt in diesem Moment niemandem auf. "Die Ordner haben zwar erst skeptisch geguckt, mich dann aber doch auf die Bahn gelassen", sagt sie. Sie beschreibt eine Szene, die sich so am Dienstag rund um den 800-Meter-Lauf der Frauen bei der Leichtathletik-EM in Berlin abgespielt hat. Die Reporterin schmuggelt sich während der Vorläufe im Ganzkörper-Pommes-Kostüm auf die Tartanbahn - ohne Akkreditierung.

Was als nicht ganz ernst gemeinte Challenge der rbb-Jugendwelle Fritz begann, wirft Fragen auf. Wie kann es sein, dass eine nicht berechtigte Person so leicht in bestimmte Bereiche des Stadions gelangen kann? "Ich bin zugegeben etwas überrascht, dass das so möglich war", sagt Jens Groskopf, der Sicherheitsbeauftragte der Leichtathletik-EM. "Wir haben an allen Übergängen von öffentlichen Bereichen zu unseren Bereichen auch innerhalb derer verschiedene Zonen, was auf den Akkreditierungskarten erkennbar ist."

Einfach so in die Nähe der Dopingkontrolle?

Der Reporterin reicht eine normale Eintrittskarte, um das Olympiastadion zu betreten und sich einigermaßen frei zu bewegen. Sie beschreibt auch, wie sie an verschiedenen Stellen abgewiesen wurde, "ohne Bändchen, obwohl ich mich um Kopf und Kragen geredet habe." Trotzdem schafft sie es, in die Nähe des Raumes zu kommen, in dem die Dopingkontrolle stattfindet. "Nur, weil man an der Tür vorbeikommt, kommt man noch lange nicht rein, wenn sie abgeschlossen ist", sagt Groskopf und wiegelt ab. "Da haben wir natürlich ein besonderes Augenmerk drauf."

Dass Lücken im Sicherheitskonzept vorliegen, weil es eine Besucherin -  kostümiert als fiktives Maskottchen - auf die Laufbahn geschafft hat, das glaubt Jens Groskopf nicht. "Auch unsere Maskottchen, das kann man auf den Bildern sehen, haben eigene Akkreditierungen, die sie auch vorzeigen müssen", so der Sicherheitschef. "Hier muss ein Versäumnis vorliegen, anders kann ich mir das nicht erklären. Wir müssen dem nachgehen und nachsteuern."

Sendung: rbb AKTUELL, 09.08.2018, 21.45 Uhr

Beitrag von Stephanie Baczyk

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Nichts für ungut, aber beim Fritz-Mädel im Pommestütenkostüm hat der Ordner bestimmt seinen gesunden Menschenverstand benutzt, sie als eine der sicher nicht wenigen nicht immer ganz vollständig ausstaffierten Statisten betrachtet und in ihr nicht eine verkappte Attentäterin gesehen. Ne Femen-Aktivistin vielleicht ...

    Jetzt gibts bestimmt noch ne Anzeige wegen Erschleichung von Leistungen, Eindringen in einen Sicherheitsbereich und wir sind alle froh, daß man das Stadion nicht wegen ihr noch geräumt hat. Hätte sonst eine unschöne Lücke in den Etat des RBB gezaubert.

    Im übrigen wäre es weitaus hilfreicher gewesen, diese Aktion dem Veranstalter und der Polizei zu melden ... und damit nicht an die Öffentlichkeit zu gehen. Man muß ja niemanden noch mit der Nase drauf stoßen. "Aber die Öffentlichkeit hat ein Recht ..." Sicher. Und die Presse hat auch Pflichten, wie zum Beispiel dem Schutz der Teilnehmer und der Allgemeinheit.

  2. 4.

    Was für eine Dramatik. Unkontrollierte Person auf der Tartanbahn = Terrorgefahr? Meine Güte, schon in unserer Jugend war es doch ein Sport, hineinzukommen, wo man nicht hingehörte. Und es gelang auch, nur dass man für seinen Heldenmut nicht in die Medien kam, sondern nur im Freundeskreis was zu erzählen hatte. Der eigentliche Punkt wird verdrängt - wer oder was macht uns glauben, dass "Sicherheitskontrollen" (was für ein Wort) tatsächlich kriminelles Handeln oder gar Terroranschläge verhindern? Jeder in Berlin weiß doch, wo und wie man jeden Tag wirklich schaden anrichten könnte. Und dennoch passiert das Tag für Tag nicht. Ganz ohne Sicherheitskontrolle und aufklärende Reporter. Stattdessen gibt es trotz Sicherheitskonzept jede Woche Unfälle mit Trambahnen ...

  3. 3.

    Deutsche sind auch EU-Bürger, schon vergessen?!
    Und den Zusammenhang zwischen Einhalten von Sicherheitsvorschriften und Ausweis verstehe ich nicht......

  4. 2.

    Oha, haben Sie sich von allen die Personalausweise zeigen lassen oder wie kommen Sie darauf, dass die Ordner keine europäische Staatsangehörigkeit besitzen?

  5. 1.

    Schaut man sich die Ordner ab, da wundert es ein nicht. Sage nur EU-Bürger sorgen für Sicherheit.

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