Steuermann Martin Sauer in Sportausrüstung an seinem Platz im Boot des deutschen Ruderachters
Bild: Imago/Sven Simon

Steuermann Sauer im Deutschland-Achter - Die Energieschübe von ganz hinten im Boot

Der Deutschland-Achter hat bei der Weltmeisterschaft im bulgarischen Plowdiw beste Chancen auf den Titel. Am Mittwoch gewann das Team seinen Vorlauf souverän und hat im Finale am Sonntag die Goldmedaille im Visier. Am Steuer wird dann ein Berliner sitzen. Von Jonas Bürgener

Mit seinen nur 1,69 Metern ist Martin Sauer bei weitem der Kleinste im Boot des Deutschland-Achters. Und trotzdem hat er die Kontrolle im Boot. Seit neun Jahren ist der 35-jährige nun schon der Steuermann seines Teams und das sehr erfolgreich.  Vier Weltmeistertitel,  sieben Europameistertitel und eine goldene Olympia-Medaille hat Sauer bereits gewonnen. "Ich verliere ungern. Das gehört mit zum Prinzip", erklärt Sauer seine Erfolgsgeschichte. 

Ehrgeizig seit eh und je

Bereits mit elf Jahren verliert er sein Herz an den Rudersport und etabliert sich schnell als Steuermann. Mit 18 ist er bereits Junioren-Weltmeister und steuert vier Jahre später die U-23 zum Weltmeistertitel. Seine erste Medaille im Senioren-Achter ist dann 2009 auch direkt eine Goldene. Die Karriere von Martin Sauer geht steil bergauf. Mittlerweile prägt er eine Ära im deutschen Rudersport. "Dieser Ehrgeiz zeichnet Martin einfach aus", sagt sein Teamkollege Johannes Weissenfeld, der sich Sauers immenser Bedeutung für das Team bewusst ist.

Hin und wieder wird es deshalb auch laut im Boot der deutschen Mannschaft. Wenn der kleine Sauer seine bulligen Teamkollegen anschreit und von Zeit zu Zeit das Steuer vernachlässigt, sorgt dies allerdings nicht zu Schweißausbrüchen innerhalb der Mannschaft. Vielmehr fungiert Martin Sauer neben seiner Haupttätigkeit als Steuermann auch als Motivator.  Auf der Zielgeraden kann Sauer von seinem Platz ganz hinten im Boot so letzte Energieschübe freisetzen, die ein Rennen entscheiden können.

"Ich hätte gerne noch mehr"

Angst, dass der Erfolgshunger des Teams nach den vielen Titeln bereits gestillt ist, hat Martin Sauer nicht. Für weitere zwei Jahre möchte er mit dem Deutschland-Achter auf Medaillenjagd gehen. In diesen Zeitplan fallen auch die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio. Nach Olympiagold 2012 in London könnte Sauer dann eine schon jetzt beeindruckende Karriere endgültig krönen. Erst einmal wird er aber am kommenden Sonntag versuchen sein Team zu Gold zu peitschen. Denn eins steht fest, verlieren gehört nicht zu Martin Sauers Prinzip.

Sendung: rbb UM 6, 12.09.18

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