Sebastian Andersson vom 1. FC Union Berlin (Bildmitte) im Zweikampf gegen Dustin Bomheuer vom MSV Duisburg (Quelle: imago/nordphoto/Engler)
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Zweite Liga | Union gegen Duisburg - Mühsames Unentschieden gegen den Tabellenletzten

Bis zur 77. Minute sah es so aus, als würde der 1. FC Union zumindest vorübergehend die Tabellenspitze der zweiten Fußball-Bundesliga erobern können. Doch dann drehte der Tabellenletzte aus Duisburg nochmal mächtig auf - und trotzte den Berlinern ein Remis ab.

Unterschiedlicher hätte die Ausgangssituation am Freitagabend nicht sein können: Der 1. FC Union war seit sechs Spielen ungeschlagen - dagegen hatte der MSV keines seiner letzten vier Spiele gewonnen und rangierte mit null Punkten auf dem letzten Platz der zweiten Fußball-Bundesliga.

Doch das Spiel in der Alten Försterei verlief längst nicht so einseitig, wie es die Unioner vielleicht gehofft hatten: Am Ende gelingt den Berlinern nur mit Mühe der späte Ausgleich zum 2:2 (1:0).

Ex-Unioner Mesenhöler im Duisburger Tor

Suchte man im Vorfeld des Heimspiels von Union Berlin gegen das Tabellenschlusslicht MSV Duisburg nach Erzählenswertem, stolperte man sicherlich über die Rückkehr des Duisburger Torwarts Daniel Mesenhöler - in der vergangenen Saison zwischenzeitlich die Nummer eins in Köpenick. Der Keeper durfte an alter Wirkungsstätte erstmalig in dieser Saison den Kasten des neuen Arbeitgebers hüten. Apropos erstmalig: Auch Felix Kroos war eine Geschichte dieser Partie. Der begabte Mittelfeldregisseur wurde in den ersten vier Saisonpartien in Sachen Startelf von Union-Coach Urs Fischer übergangen – gegen Duisburg sollte der ehemalige Kapitän nicht nur sein Startelf-Saisondebüt feiern, sondern eine entscheidende Rolle einnehmen.

Kroos bereitet Führung vor

Der Berliner Favorit fand in den ersten 45 Minuten nur selten zum geliebten Kombinationsspiel, entwickelte so gut wie keine Torgefahr - ließ hinten aber auch überhaupt nichts zu. So neutralisierten sich beide Teams. 

Nachdem die gut 20.000 Zuschauer eine bis dato ereignisarme - ja, schon fast langweilige - erste Halbzeit gesehen hatten, schnappte sich Kroos kurz vor der Pause nach einem Duisburger Angriff die Kugel. Die Nummer 23 der Köpenicker nahm den Kopf hoch und bediente auf dem rechten Flügel Akaki Gogia. Der Offensivmann, der nur Minuten zuvor mit der einzigen ernstzunehmenden Torchance die Latte getroffen hatte, schickte seinen Gegenspieler mit einem Wackler am Strafraumeck ins Nirvana und zog ab. Der 26-Jährige traf den Ball so satt, dass er ohne Abwehrchance für Mesenhöler im linken unteren Eck einschlug. Für Vorlagengeber Kroos Genugtuung und die zweite direkte Torbeteiligung dieser Spielzeit. Für den Rückkehrer im Duisburger Tor eine weniger schöne Erfahrung - am Gesichtsaudruck nur unschwer zu erkennen.

Union auf Ergebnissicherung bedacht

Es machte im zweiten Durchgang dann den Anschein, als hätte sich der bislang punkt- und torlose Tabellenletzte aus dem Pott alle Offensivpower für die Schlussphase aufgehoben. Die zwar kämpferisch starken aber spielerisch unterlegenen Duisburger lagen eine Viertelstunde vor Schluss am Boden. Eigentlich hätte für die Eisernen alles ganz einfach sein können. Von einem wohl vorentscheidenden 2:0, zu dem es im Verlaufe der zweiten Halbzeit durchaus Möglichkeiten gegeben hatte, würden sich die Gäste nicht mehr erholen – das war klar. Aber anstatt konsequent und zielstrebig nach vorne zu spielen, waren die Eisernen auf Ergebnissicherung bedacht - und ließen die Duisburger in diesem Spiel am Leben. Und das sollte sich rächen.

Turbulente Schlussphase

Der verhältnismäßig beschäftigungslose Mesenhöler konnte sich von seinem Kasten aus im alten Wohnzimmer anschauen, wie sein Nachfolger Rafal Gikiewicz dem MSV zum Ausgleich verhalf. Zunächst vertändelte der eingewechselte Redondo nachlässig den Ball, dann verschätze sich Gikiewicz bei einer Flanke. Den Abpraller nahm Cauly Oliveira Souza direkt und traf. Doch das sollte es in dieser verrückten Schlussphase noch lange nicht gewesen sein. Ausgerechnet ein ehemaliger Cottbuser stellte die Partie komplett auf den Kopf: Richard Sukuta Pasu wurde nach schönem Angriff aber pomadiger Abwehrarbeit der Gastgeber bedient und schob ein (84. Minute).

Den Berlinern drohte der Super-Gau gegen den Tabellenletzten. Dass die Eisernen noch einen Punkt retteten, lag an einem spätem, aber nicht zu späten Aufwachen - und an Neuzugang Florian Hübner. Der Abwehrmann köpfte einen Freistoß in der Nachspielzeit zum 2:2-Ausgleich ein. Am Ende ein glücklicher Punkt, unter dem Strich wäre deutlich mehr drin gewesen - unter anderem die vorübergehende Tabellenführung.   

Sendung: rbb24, 14.09.2018, 21.45 Uhr

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