Michael Preetz im Berliner Olympiastadion (Quelle: imago/Bernd König)
Audio: Inforadio | 28.09.2018 | Jakob Rüger | Bild: imago/Bernd König

Hertha BSC erwartet den FC Bayern - "Wir können Tabellenführer werden!"

Ausverkauftes Stadion, Flutlicht, der Rekordmeister zu Gast: Nach dem guten Saisonstart fiebert Hertha BSC dem Spitzenspiel gegen den FC Bayern am Freitagabend entgegen - und schielt sogar auf die Tabellenführung. Von Jakob Rüger

Acht Kameras und 25 Augenpaare sind auf Trainer Pal Dardai gerichtet. Der Medienraum von Hertha BSC ist ungewohnt voll vor dem Duell gegen Bayern München. Fußball-Deutschland schaut nach Berlin und so bekommt die "Alte Dame" eine ungewohnte mediale Aufmerksamkeit.

Dardai blickt mit Vorfreude auf das Duell gegen den Rekordmeister und die Aufmerksamkeit: "Das ist wie früher auf dem Schulhof: Wenn die Mädchen zugeschaut haben, haben wir besser Fußball gespielt." Gleiches erhofft sich Dardai auch von seinem Team: "Extra motivieren muss ich die Jungs nicht."

Dreimal ungeschlagen gegen die Bayern

Die Bayern taten sich in den letzten Spielen schwer gegen Hertha. Der Hauptstadtklub ist der einzige Bundesligist, der die letzten drei Partien gegen die Bayern nicht verloren hat. Da wird selbst der sonst so zurückhaltende Manager Michael Preetz ehrgeizig: "Wir können Tabellenführer werden am Freitagabend. Dafür müssen wir sie zwar schlagen, aber vielleicht schaffen wir das ja irgendwann."

Immerhin waren die Berliner zuletzt dicht dran, dank einer starken Abwehr. "Wir haben es immer hinbekommen, die Räume eng zu halten", analysiert Dardai. "Das geht aber nur gemeinsam und du musst ein Tor erzielen, um gegen die Münchener etwas zu holen."

Dardai erinnert sich an letzten Sieg

Das bedeutet allerdings auch: Die Berliner dürfen die Partie gegen den Rekordmeister nicht zu defensiv angehen. Dardai weiß, wie es funktioniert. 2009, beim letzten Sieg gegen die Bayern, war er als Spieler auf dem Platz. "Eigentlich sollte ich damals nicht spielen wegen einer Knieverletzung", erinnert sich der Trainer. "Es gab aber keine Alternativen auf der 6er-Position und so hieß es, auflaufen und wenigstens das Mittelfeld dirigieren."  Das klappte mit dem angeschlagenen Dardai hervorragend. Durch zwei Tore von Andrej Voronin siegte Hertha 2:1. "Gegen Bayern zu gewinnen, war ein besonderes Gefühl. Ich glaube, damals konnte man Bayern noch schlagen, heute ist es deutlich schwieriger."

Jarstein fällt aus

Vielleicht hilft aber der besondere Rahmen an diesem 6. Spieltag: Vierter gegen Erster, Flutlichtspiel und ein ausverkauftes Olympiastadion. Pal Dardai muss auf seinen etatmäßigen Torhüter Rune Jarstein verzichten. Der Norweger wird mit Oberschenkelproblemen nicht rechtzeitig fit. Der ehemalige Bayern-Spieler Thomas Kraft wird zwischen den Pfosten stehen.

Im Mittelfeld erhält Per Skjelbred eine Chance, für den schwächelnden Fabian Lustenberger. Dardai will auf eine Viererkette und ein kompaktes Mittelfeld setzen. Auf Rechtsaußen kehrt Salomon Kalou zurück ins Team. Weitere Rotationen in der Startelf sind nicht ausgeschlossen. Hertha wird einen großen läuferischen Aufwand betreiben müssen. 

Niko Kovac (li.) wird 2004 für Pal Dardai eingewechselt (Quelle: imago/Contrast)
Niko Kovac und Pal Dardai gingen gemeinsam für Hertha BSC auf Torejagd. | Bild: imago/Contrast

Wiedersehen mit Niko Kovac

In München ist Herthas guter Saisonstart mit zehn Punkten aus fünf Spielen nicht verborgen geblieben. "Hertha hat sich super entwickelt", sagt der ehemalige Berliner Niko Kovac auf der Pressekonferenz des FC Bayern. "Spielerisch präsentieren sie sich sehr gut. Ich bin sehr angetan. Das wird wirklich eine Herausforderung."

Ein nettes Lob vom ehemaligen Hertha-Spieler, der drei Jahre auch mit Pal Dardai zusammengespielt hat. Geschenke wird es aber auf beiden Seiten nicht geben. "Niko macht das bislang gut, er hat sich den Bayern-Job verdient, ich drücke ihm die Daumen - außer natürlich am Freitag", sagt Pal Dardai mit einem Grinsen. Eine Botschaft, die dank der vielen Kameras und Journalisten im Berliner Medienraum sicherlich in München ankommen wird.

Sendung: rbb UM6, 27.09.2018, 18 Uhr

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    Na ihr drei Kritiker? Nochmal über eure Kommentare nachgedacht:).

  2. 3.

    Tabellenführer hieße nicht nur gewinnen, sondern das mit 3 Toren Unterschied. Na dann …

  3. 2.

    Hat Preetz im Superman Comic übernachtet? Warum muss man denn immer gleich einen Höhenflug bekommen?

  4. 1.

    Konzentration auf spielend nicht den Tabellenplatz ist notwendig. Hertha scheiterte sonst, wie leider so häufig, an den Zielen, weil der Kopf dann nicht mehr mitspielt.

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