Die Mannschaft feiert am 10.09.2015 den Sieg in Doha im IHF Super Globe Finale (Quelle: Füchse Berlin)
Video: Jonas Schützeberg | Bild: Füchse Berlin

Füchse bei Handball-Klub-WM in Doha - "Wir brauchen jeden zum Überleben"

Die Belastung ist immens: fünf Spiele in nur acht Tagen. Bereits zum fünften Mal in Serie spielen die Füchse beim Super Globe, der inoffiziellen Klub-WM der Handballer in Doha. Sie wollen den Pokal aus der Wüstensonne mitbringen, es geht um Prestige und viel Geld.

Mattias Zachrisson steht am Fuß der Rutsche auf dem Spielplatz am Wasserturm im Prenzlauer Berg. Kurz poltert es durch das Aluminiumgehäuse und im nächsten Moment fängt der schwedische Nationalspieler seinen dreijährigen Sohn Sigge auf: "Er ist das Beste, was ich habe. Momentan läuft alles so schnell. Er ist schon fast vier Jahre alt. Du musst immer bereit sein, denn ständig passiert etwas Neues."

In dieser Woche sehen sich die beiden nur per Videoanruf. Der Olympia-Silbermedaillen-Gewinner von London 2012 spielt mit den Füchsen Berlin in Katar. Es ist ein echtes Mammutprogramm, weiß der Schwede: "Wir brauchen jeden zum Überleben, den ganzen Kader für diese acht Tage, zum Glück sind wir so breit aufgestellt."

Auf die Füchse Berlin warten fünf Spiele in acht Tagen, das erste haben sie gewonnen, am Sonntag in der Bundesliga gegen Lemgo. Von dort aus ging es direkt im Flugzeug nach Doha zur Klub-WM. Zum fünften Mal in Folge kämpfen die Füchse um den Super Globe, zweimal haben sie ihn bereits gewonnen.

"Im Hotel muss man Jacke und Mütze aufsetzen"

Acht Mannschaften nehmen an der inoffiziellen WM teil. Neben dem Gastgeber sind der Titelverteidiger und alle Kontinentalmeister gesetzt. Die Füchse haben dank des Sieges im EHF Cup, also dem kleinen Bruder der Champions League, eine Wild Card bekommen. Der erste Gegner ist am Dienstag ein Club aus Brasilien.

Gespielt wird im K.o.-Modus und die Füchse haben eine glückliche Auslosung erwischt, so könnten sie frühestens im Finale am Freitag auf die Favoriten um Titelverteidiger Barcelona oder Champions-League-Sieger Montpellier treffen. Insgesamt wartet ein Preisgeld von fast 500.000 Euro.

Neben der spielerischen Belastung machen Keeper Silvio Heinevetter vor allem die hochsommerlichen 36 Grad des Wüstenstaates zu schaffen: "Im Hotel muss man eigentlich eine Jacke und Mütze aufsetzen und dann geht man raus, da ist fast schon ein T-Shirt zu viel. So ist es in der Halle auch, da musst du dich auf den Punkt warm machen, das ist schon etwas Besonderes."

Sechs Siege in Folge

Nach dem Cup fliegen die Berliner direkt nach Frankfurt am Main und es geht weiter nach Mannheim, wo am Sonntag die Rhein-Neckar-Löwen warten, aktuell einen Platz hinter den Füchsen in der Tabelle. Will die Crew um Heinevetter den Aufwärtstrend der Liga mit sechs Siegen in Folge und damit die Chance auf den deutschen Meistertitel wahren, muss sie gewinnen.

Und ein Sieg in Mannheim ist auch ohne diesen Kraftakt zuvor schon schwierig genug. Verlieren die Füchse am kommenden Wochenende, scheint die Tabellenspitze nach dem schwächeren Saisonstart schon in weite Ferne gerückt. Manager Bob Hanning ist unzufrieden mit der Spielplanung. "Wer ein Spiel so ansetzt, bestimmt auch das Ergebnis."

"Das wäre eine Katastrophe"

"Das ist eine hohe Belastung. Wenn sich keiner verletzt, haben wir alles richtig gemacht, wenn wir danach mit ein bis zwei Verletzten wiederkommen, ist das natürlich eine Katastrophe", sagt Silvio Heinevetter.

Den Pokal wollen sie natürlich trotzdem gewinnen und das Preisgeld wäre wichtig für den Verein, der mit einem Minus von einer knappen halben Million in die neue Saison gestartet ist. Mattias Zachrisson soll den Füchsen als Joker beim Super Globe helfen. Er war bei beiden Siegen mit ihm Team, spielt auf Rechtsaußen und kann auch aus dem Rückraum punkten.

Den vierjährigen Sigge wird das wahrscheinlich weniger interessieren. Der freut sich einfach nach über einer Woche seinen Vater wieder zu sehen, und dann wollen die beiden definitiv wieder zurück auf den Spielplatz am Wasserturm.

Sendung: rbb UM6 | 18.00 Uhr | 15.10.2018

Beitrag von Jonas Schützeberg

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