Hertha-Trainer Pal Dardai signalisiert seinen Spielern: "ruhig"(Quelle:imago/Bernd König)
Audio: Inforadio | 06.10.2018 | Jakob Rüger | Bild: imago/Bernd König

Hertha BSC vor Auswärtsspiel in Mainz - Kein Gerede jetzt

Hertha BSC ist zurück in der Normalität. Bloß keine Euphorie nach dem Heimsieg gegen die  Bayern, das ist Trainer Dardai wichtig. Beim Auswärtsspiel in Mainz bekommt es Hertha mit einer Pflichtaufgabe zu tun – und mit der besten Defensive der Liga. Von Jakob Rüger

Pal Dardai wirbt für Bodenhaftung. Knapp eine Woche nach dem grandiosen 2:0-Erfolg seiner Herthaner gegen den FC Bayern sitzt Berlins Cheftrainer am Donnerstagmittag auf dem Podium der Pressekonferenz.

Für Dardais Hertha steht nicht etwa der nächste Fußball-Leckerbissen an, sondern grauer Liga-Alltag: Am siebten Spieltag geht es zum FSV Mainz 05 (Sonnabend, 15.30 Uhr). "Die Kunst ist nicht, nach zehn Jahren die Bayern zu schlagen. Kunst ist, nach Mainz zu fahren und dort drei Punkte zu holen", weiß Dardai um die Bedeutung der anstehenden Aufgabe.

Der Trainer will Euphorie und große Erwartungen gar nicht erst aufkommen lassen. Nur nicht abheben, schön zurück zum Alltag. Mit 13 Punkten aus sechs Spielen hat Dardais Hertha einen neuen Bestwert für den vereinseigenen Saisonstart hingelegt. Die Punkte nimmt der Trainer gerne mit, Gerede etwa von der Champions League will der Ungar aber unbedingt vermeiden.

Hertha ist Favorit gegen kompakte Mainzer

Eines kann und will Herthas Trainer aber nicht leugnen: Die Berliner fahren als Favoriten nach Mainz: "Wenn du auf Schalke gewinnst, gegen Bayern gewinnst, dann bist du der Favorit."

In dieser neuen Rolle muss Hertha auch beweisen, dass sie die sicherste Abwehr der Bundesliga knacken kann: Erst vier Gegentore mussten die Mainzer bislang hinnehmen, zu Hause ist der FSV noch ungeschlagen. "Mainz ist eine unangenehme Mannschaft, weil sie kompakt und robust ist", analysiert Dardai den Tabellen-Neunten.  

Hertha-Manager Preetz: "Die müssen zu Hause punkten"

Mit dem Training zu Beginn der Woche war Dardai nicht zufrieden. Es dauerte etwas, bis sein Team die entsprechende Spannung und Konzentration aufbaute. Beides sind wichtige Komponenten gegen Mainz. "Die Mainzer kommen aus einer Woche, die nicht so ganz erfolgreich war", sagt Manager Michael Preetz [nur ein Punkt aus drei Spielen, Anm. d. Redaktion]. "Die wissen, dass sie zu Hause ihre Punkte holen müssen und deshalb werden sie mit einhundert und mehr Prozent in dieses Spiel gehen."

Für die Aufgabe in Mainz stehen Dardai fast alle Spieler zur Verfügung. Mittelfeldmotor Vladimir Darida ist in dieser Woche nach dreimonatiger Verletzungspause wieder ins Training eingestiegen. Ein Einsatz kommt für den Tschechen aber noch zu früh.

Verliert WM-Teilnehmer Plattenhardt seinen Stammplatz?

Fit ist hingegen Nationalspieler Marvin Plattenhardt. Der droht aber wegen zuletzt schwacher Leistungen seinen Stammplatz auf der linken Seite an den jungen Maximilian Mittelstädt zu verlieren. Gegen Bayern saß Plattenhardt überraschend nur auf der Bank. Dort musste der WM-Teilnehmer zusehen, wie Mittelstädt eine gute Partie gegen Arjen Robben spielte.

Fraglich ist weiterhin, ob Stammtorwart Rune Jarstein in die Startelf zurückkehren kann. Der Norweger schlägt sich mit Oberschenkelproblemen herum. "Stand heute spielt Thomas Kraft", so Dardai am Donnerstag. "Wenn Rune Jarstein kommt und sagt, er ist fit, dann müssen wir noch einmal reden." Anders als Plattenhardt muss Jarstein aber künftig nicht um seinen Stammplatz bangen. Zu gut hat der ruhige Schlussmann bislang gespielt. An Herthas Torwarthierarchie wird sich nichts ändern.    

Dardais Reise in die Vergangenheit

Für Pal Dardai wird die Auswärtsfahrt nach Mainz eine Reise in die Vergangenheit. Am 7. Februar 2015, nur zwei Tage nachdem er die Nachfolge des entlassenen Jos Luhukay antrat, landete er mit damals abstiegsbedrohten Herthanern einen 2:0-Sieg beim FSV.

Bei Dardais Dienstantritt waren die Berliner 17. Nun, dreieinhalb Jahre später, stehen sie auf Rang 3. Dazu spielt der Hertha-Jahrgang 2018/19 mitreißenden Fußball. Das musste gerade erst Rekordmeister Bayern München beim 0:2 im Olympiastadion erleben. Doch daran wollen sie bei Hertha ja nicht mehr denken. Bodenhaftung ist gefragt: "Am Samstag ist wieder Bundesligalltag“, sagt Manager Michael Preetz. "Und in diesem Alltag holst du die Punkte, die du brauchst und die am Ende den Unterschied ausmachen.“

Sendung: rbb um 6, 04.10.2018, 18 Uhr

Beitrag von Jakob Rüger

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1 Kommentar

  1. 1.

    Mit Pal Dardai hat die Hertha richtig Glück....Toi, Toi, Toi!

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