Jacob Holm mit den Füchsen Berlin im Finale der Klub-WM gegen Barcelona. / Quelle: imago/Eibner
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24:29-Niederlage im Finale gegen Barcelona - Füchse Berlin verpassen die Sensation bei der Klub-WM

Eine Halbzeit lang war es ein enges Spiel im Finale der Klub-WM, mit Führungswechseln im Minutentakt. Die Füchse Berlin boten Barcelona eindrucksvoll Paroli. Dann zog der Favorit davon. Doch das Ergebnis trat fast in den Hintergrund. Von Johannes Mohren

Bob Hanning schwankte nach dem Schlusspfiff zwischen Stolz und Entsetzen. Stolz über das Auftreten seiner Füchse Berlin im Finale der Klub-WM in Doha. Trotz der Niederlage. "Wir haben unglaublich gut gespielt. Mit ganz viel Herz", sagte der Geschäftsführer der Berliner Handballer kurz nach der 24:29 (12:13) gegen den großen Favoriten Barcelona im Gespräch mit dem rbb. Und Entsetzen über die nächsten beiden Verletzungen: Fabian Wiede und Mattias Zachrisson waren bereits auf dem Weg ins Krankenhaus, als das Spiel endete.  

Aber der Reihe nach. Gut 35 Minuten lang war es eine Partie auf Augenhöhe, mit Führungswechseln im Minutentakt. Die Füchse kämpften aufopferungsvoll gegen den spanischen Serienmeister. Die konzentrierte Deckung ließ den Gegner in der Anfangsphase immer wieder verzweifeln. 6:4 führten die Berliner nach zehn Minuten. "Wir haben alle Verletzten kompensiert", sagte Hanning. Keine leichte Aufgabe. Die Liste war bereits vor dem Spiel lang. Noch in Doha war Kevin Struck mit Bänderrissen im Sprunggelenk hinzugekommen.  

Erster Schock: Wiede muss vom Parkett

Und das Spiel blieb eng. Als Barcelona in der 25. Minute das 11:9 erzielte, war es ihre erste Zwei-Tore-Führung überhaupt in der Neuauflage des Vorjahresfinales. Damals hatte Barcelona mit 29:25 gewonnen. Doch schon in dieser Phase gab es für die Füchse den ersten Schockmoment: Fabian Wiede humpelte verletzt vom Feld. "Er kann nicht auftreten", sagte Hanning. Der vage Verdacht: Mittelfußbruch. Auch ohne ihren Anführer, der für kurze Zeit noch einmal angeschlagen auf das Feld zurückkehrte, blieben die Berliner - ihrerseits Klub-Weltmeister 2015 und 2016 - dran. Zur Pause führten die Katalanen nur mit einem Tor: 13:12.

In den ersten Minuten nach der Pause schien es, als würde es so weitergehen. Hans Lindberg erzielte das 13:13 - Keeper Silvio Heinevetter lag im Gegenzug spektakulär in der Luft und parierte. Dass wenige Minuten später ein Barcelona-Lauf einsetzen sollte, war nicht absehbar. Doch die Spanier gingen in der 38. Minute erstmals mit drei Toren in Führung. Dann zogen sie mit ihrer ganzen Klasse unaufhaltsam davon, während die Füchse nun spürbar schwächelten. Es dauerte wenige Minuten und sie lagen mit sieben Toren hinten (15:22/44.).

Zweiter Schock: Zachrisson knickt um

Genau in diese Phase folgte der zweite Schockmoment. Mattias Zachrisson knickte um - und die Bilder lassen Schlimmes befürchten. "Es ist mindestens eine schwere Bänderverletzung. Wahrscheinlich auch eine knöcherne. Da konnte jeder sehen, dass das nicht glimpflich endet", so Hanning. Entsprechend groß war das Entsetzen auf der Berliner Bank - von "großer Traurigkeit" sprach der Geschäftsführer nach der Partie.

In der gaben die Füchse zwar nicht auf, sie kamen jedoch auch nicht noch einmal heran an den FC Barcelona. Das lag auch an Kevin Möller im Tor der Katalanen. "Wir haben eine tolle Mannschaft, die charakterlich immens viel leistet. Aber da haben wir schlicht keine Kräfte mehr gehabt, etwas entgegenzusetzen", sagte Hanning. So hieß es am Ende - nach dem vierten Pflichtspiel für die Füchse binnen fünf Tagen - 29:24 für Barcelona. Und der Ausfall der nächsten Leistungsträger wird fast schwerer wiegen als die Finalniederlage. Zumal auch jetzt keine Zeit zum Durchatmen bleibt: Am Sonntag steht das Spitzenspiel in der Bundesliga bei den Rhein-Neckar Löwen an.  

Sendung: rbb24, 19.10.2018, 21:45 Uhr

Beitrag von Johannes Mohren

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