Niels Giffey breitet die Arme aus (Quelle: imago/Nordphoto)
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Video: rbb UM6 | 12.10.2018 | Uri Zahavi | Bild: imago/Nordphoto

Alba-Kapitän Niels Giffey im Porträt - Anführer der jungen Wilden

Alba Berlin ist stark in die Saison gestartet, im Heimspiel gegen Crailsheim am Freitagabend soll der Erfolg der Basketballer weitergehen. Mann der Stunde ist der dienstälteste Albatros: Niels Giffey. Er ist der Anführer der jungen Wilden - und Sinnbild einer Entwicklung. Von Johannes Mohren

Es fehlte nicht viel. Dann wäre er es gewesen, der nächste Giffey-Moment. Es lief die letzte Sekunde im Eurocup-Spiel von Alba Berlin in Zagreb. Der 27-jährige Kapitän zog zum Korb. Er warf. Der Ball tänzelte auf dem Rand. Und fiel nicht hinein. So verloren die Albatrosse knapp mit 73:75. Die erste Niederlage im vierten Pflichtspielauftritt der Saison. 

Einer Saison, die dennoch gut gestartet ist für Alba. Zwei Mal erzielte das Team von Aito Garcia Reneses bereits über hundert Punkte. Mit spektakulärem Basketball. Niels Giffey hat daran entscheidenden Anteil. Er ist der Mann der Stunde. Auch wenn er selbst direkt auf das Team verweist: "Wir hatten in den Spielen immer andere Leute, die extrem gut gespielt haben. Gerade bei einem High-Scoring-Game sind viele Leute involviert."

Anführer, Scharfschütze, Kapitän

Giffeys besondere Bedeutung lässt sich in Zahlen ausdrücken: Beim furiosen Auftaktsieg in der Liga gegen Jena gehörte er mit elf Punkten, vier Rebounds, drei Assists und zwei Steals bereits zu den Top-Performern seines Teams. Im ersten Eurocup-Auftritt gegen Tofas Bursa und im Pokal gegen Bayreuth war er dann bester Werfer der Albatrosse (20 bzw. 18 Punkte). Und doch würde es deutlich zu kurz greifen, ihn auf die Punkte zu reduzieren.

Niels Giffey ist mehr als der Scharfschütze. Er ist der Anführer der jungen Hungrigen. Mehr gefragt denn je, wo mit Dennis Clifford und Joshiko Saibou zwei wichtige Stützen der Mannschaft verletzt ausfallen - und zumindest auf dem Parkett nicht mit in die Führungsrolle schlüpfen können. Da ist Giffey gefordert, als Dienstältester im Team. 2008 wechselte er vom TuS Lichterfelde zu Alba und gewann in Jahr eins in der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (NBBL) den U19-Titel. Zwischendurch ging es zum Studium für vier Jahre in die USA - mit Sportstipendium an der University of Connecticut. 2014 kehrte er zurück in die Hauptstadt.

Entwicklung unter Aito Reneses

Die Verantwortung sei "mit den Jahren gewachsen", sagt er - und auch "mit der Rolle als Kapitän ist es noch einmal etwas Anderes". Er mag das. "Es ist gut", sagt er. Kurz und prägnant. Wie viele seiner Antworten. Dass Giffey glänzt - als Kapitän und Punkte-Garant - hat auch viel mit Trainer Aito Reneses zu tun. Der 71-Jährige Spanier sorgt nun in der zweiten Saison für Leistungssprünge bei Alba. Beim Team, aber eben auch bei jedem Einzelnen.

Davon profitiert nicht zuletzt Giffey. "Er lässt einem schon richtig viele Freiheiten und gibt unglaublich viel Input im Training", sagt der 27-jährige gebürtige Berliner über seinen Coach. Und: "Man nimmt sehr viel mit und lernt sehr viel. Es ist einfach angenehm, unter ihm zu spielen." Was in dieser Konstellation möglich ist? Da setzt der Zwei-Meter-Mann das Pokerface auf: "Wissen wir noch nicht." Wieder so eine kurze, prägnante Antwort. 

Am Freitagabend gegen Crailsheim

Klar ist hingegen die nächste Aufgabe. Es geht Schlag auf Schlag. Gut zwei Tage nach dem Auftritt im Eurocup steht am Freitagabend um 20:30 Uhr in der heimischen Halle das Spiel gegen den Aufsteiger Crailsheim an. Zwei Mal hat der bislang gespielt, zwei Mal verloren. Eine vermeintliche Pflichtaufgabe für Alba Berlin. Und die Chance auf die nächsten Giffey-Momente.

Sendung: rbb UM6, 10.10.2018, 18 Uhr

Beitrag von Johannes Mohren

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