Rafal Gikiewicz trifft zum 1:1 (Quelle: imago/Behrendt)
Audio: Inforadio | 07.10.2018 | Bild: imago/Behrendt

Fußball | Zweite Liga - Union-Keeper Gikiewicz rettet Remis gegen Heidenheim

Union Berlin hat die erste Saison-Niederlage knapp vermeiden können. Bei einem 0:1-Rückstand gingen die Berliner gegen Heidenheim kurz vor Schluss volles Risiko, wobei auch Torwart Rafal Gikiewicz mit nach vorne stürmte - und den Ausgleich erzielte.

Manfred Manglitz, Jens Lehmann, Marvin Hitz und nun Rafał Gikiewicz. Sie alle trafen als Torwart für ihre Mannschaften ins Glück. Zwar versuchen es Torhüter in der Schlussphase häufig ihre Vordermannschaft zu unterstützen, doch zählbares springt eher selten heraus. Anders heute. Gikiewicz sorgte in Manier eines Stürmers für die späte Erlösung. Doch von vorne.

Partie mit wenig Tempo

Die Mannschaft von Urs Fischer versuchte, von Beginn an Druck aufzubauen. Nach einer strittigen Szene in der vierten Minute, bei der Ken Reichel im Strafraum fiel, blieb der Pfiff von Schiedsrichter Benedikt Kempkes allerdings aus - kein Strafstoß. Nachdem Robert Andrich den Unioner in vollem Lauf leicht berührt hatte, hätte er auch auf Elfmeter entscheiden können. Doch der reine Körperkontakt reichte dem Schieri offenbar nicht aus.

Im Anschluss verlieren die "Eisernen" dann den roten Faden, und Heidenheim gewinnt zunehmend an Kontrolle. Zwingende Torchancen können aber beide Teams nicht herausspielen. Die Begegnung - ohne erwähnenswerte Torraumszenen und mit vielen Unterbrechungen nach kleinen Fouls - sorgt nicht gerade für gute Unterhaltung. Zudem ist Union in den ersten 45 Minuten ideenlos und mit zu wenig Tempo aufgetreten.

Begegnung weiter zerfahren

Doch auch in der zweiten Hälfte scheint die Begegnung nicht besser zu werden. In der 50. Minute kann Marcel Hartel einen Fehler in der Heidenheimer Hintermannschaft nicht ausnutzen. Hartel taucht nach Zuspiel von Robert Zulj frei am Sechszehner auf, kann den Ball aber nicht im Tor unterbringen. Heidenheim macht es sechs Minuten später besser.

Niklas Dorsch kann sich auf der rechten Seite durchsetzen und flankt perfekt auf Robert-Nesta Glatzel. Der Heidenheimer Stürmer wird im Strafraum der Unioner übersehen und köpft den Ball ins Tor der Hausherren. Die Union-Verteidigung sieht dabei gar nicht gut aus.

Im Anschluss bringt Unions Trainer Urs Fischer Sebastian Polter und Simon Hedlund. Der Trainer kann mit der Leistung seiner Mannschaft nicht zufrieden sein und versucht, mit neuen Kräften Impulse zu setzen. Zwingende Chancen können sich die Berliner aber auch im Anschluss nicht erarbeiten. In der 85. Minute dann die zweite strittige Strafraumszene, doch wieder zeigt Kempkes nicht auf den Punkt. Union reklamiert nach einem Schuss von Grischa Prömel Handspiel und tatsächlich hatte Niklas Dorsch den Ball mit dem Arm abgeblockt. Auch in dieser Situation wäre ein Elfmeter für Berlin vertretbar gewesen.

Gikiewicz taucht plötzlich im Strafraum der Gäste auf

Einige der 20.000 Zuschauerinnen und  Zuschauer hatten sich vielleicht schon mit der ersten Saison-Niederlage abgefunden, doch in der dritten Minute der Nachspielzeit taucht Rafal Gikiewicz, der Torwart der "Eisernen", bei einem Freistoß plötzlich vor dem Tor der Heidenheimer auf und erzielt per Kopf den 1:1-Ausgleich. Ein sensationeller Schlusspunkt, der eine mäßige Partie der Berliner doch noch in ein besseres Lickt rückt.

Der 1. FC Union bleibt in der Zweiten Liga weiter ungeschlagen - und hat als einziger Club noch eine weiße Weste. In der Tabelle finden sich die Berliner hinter Köln auf dem zweiten Platz und treffen nach der Länderspielpause auf Paderborn.

In einer früheren Version dieses Beitrags hatten wir geschrieben, dass die Union-Fans ihre Mannschaft mit Pfiffen in die Halbzeitpause geschickt hätten. Nach Angaben unserer Sportreporterin vor Ort war das aber nicht der Fall. Wir haben den Beitrag entsprechend geändert.

Sendung: Abendschau, 07.10.2018, 19.30 Uhr

 

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Als Lokalreporter sollte man schon genau das Spiel beobachten und auch ein Gefühl für die Fans haben. Wie schon zuvor angemerkt: es wurde gepfiffen aber eindeutig gegen die Heidenheimer. Außerdem bleibt anzumerken, dass Union vor allem in der ersten Halbzeit für die 2. Bundesliga viele gute Spielzüge hatte und die Anmerkung es wäre zerfahren und ohne Ideen gewesen nicht stimmt. Natürlich hat da nicht der FC Bayern gespielt!Vermutlich hat der Kommentator nur Keulchen in der VIP-Lounge gegessen und außer 2,3 Blicken und gehörten Pfiffen nicht viel vom Spiel mit bekommen.

  2. 2.

    Wir waren im Stadion.ObersteRegel: Unioner pfeifen ihre Mannschaft nicht aus. Keine Ahnung, wen der Reporter da hat pfeifen hören. Es war ein klasse Spiel. Und das Team wurde gefeiert wie immer. UNVEU

  3. 1.

    "Die Fans im Stadion An Der Alten Försterei schicken die Spieler mit Pfiffen in die Kabine." da fragt man sich doch, welches Spiel hat der Berichterstatter hier gesehen. Niemand wurde mit Pfiffen in die Kabine geschickt!

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