Szene aus dem Spiel SC Paderborn - Union Berlin (Quelle: imago/Titgemeyer)
Audio: Inforadio | 21.10.2018 | Jan Wochner | Bild: imago sportfotodienst/Titgemeyer

2. Bundesliga | Tabellenführung verpasst - Union Berlin mit Nullnummer in Paderborn

Union Berlin hat am 10. Spieltag der 2. Bundesliga die Tabellenführung verpasst. Im Verfolgerduell beim SC Paderborn kamen die Köpenicker nicht über ein 0:0 hinaus. Das Spiel verlief über weite Strecken ereignisarm - mit zwei Ausnahmen.

Es gab sie, die Sebastian-Andersson-Momente - zwei Szenen, in denen aus dem 0:0 doch noch ein Sieg für Union beim SC Paderborn hätte werden können und damit die Tabellenführung am 10. Spieltag der 2. Bundesliga.

Moment eins hatte Grischa Prömel als Ausgangspunkt. Der Mittelfeldspieler der Köpenicker drehte sich in Minute 68 um seinen Gegenspieler - und schaffte mit einem Pass das, was zuvor nicht gelungen war: Er hebelte die Paderborn-Abwehr aus. Sebastian Andersson stürmte auf das Tor zu, Jamilu Collins störte den schwedischen Angreifer und so konnte Keeper Leopold Zingerle im letzten Moment klären.

Moment zwei folgte unmittelbar darauf. Wieder stand neben Andersson Zingerle im Mittelpunkt. Diesmal flog eine Flanke in den Strafraum der Hausherren. Die Faustabwehr des Torwarts der Ostwestfalen geriet deutlich zu zögerlich. Und von Anderssons Kopf senkte sich der Ball in einer hohen Flugkurve an die Latte. Pech für Union.

Es waren zwei Union-Großchancen binnen zwei Minuten. Und gleichzeitig die einzigen beiden in 90 Minuten im Paderborner Stadion - es war eine Zweitliga-Partie der Marke "sehr (!) ereignisarm".

Bollwerk Berlin

Als Urs Fischer nach dem Spiel im Interview zurückblickte, waren es aber gerade diese Sebastian-Andersson-Momente, die ihn hadern ließen. "Wenn ich nur auf die zweite Halbzeit schaue, haben wir zwei Punkte verloren. Wir müssen die Hochkaräter über die Linie bringen - und dann gewinnst du ein solches Spiel", sagte der Union-Coach. Ein Sieg wäre die verdiente Belohnung gewesen, sagte der Schweizer. Denn in Paderborn solche Chancen zu erarbeiten, das sei keinesfalls selbstverständlich. 

Die Grundlage dafür, dass der Dreier spät in greifbare Nähe geriet, hatte aber vor allem eine starke Defensivleistung gelegt. Mit 19 Toren hat Paderborn den zweitbesten Angriff der Liga - gegen Union war der temporeiche Offensivfußball, mit dem der Aufsteiger bis auf Platz fünf der Liga vorgerückt war, allenfalls in Ansätzen erahnbar. Der SC erarbeitete sich in den ersten 45 Minuten keine einzige Situation, die es verdient gehabt hätte, als Torchance bezeichnet zu werden.

Als in der siebten Minute der Paderborner Stürmer Christopher Antwi-Adjej in den Strafraum zog, es ein wenig Gestochere gab und Rafal Gikiewicz durch den Strafraum krabbelte, war es vor knapp 11.000 Zuschauern der einzige Moment, in dem ein Hauch von Gefahr spürbar war. Union - mit nur sieben Gegentoren mit der besten Abwehr der Liga - stand sicher.

Nach der Pause deutlich aktiver

Das änderte sich auch nach der Pause nicht. Zudem war Union nun - auch abseits der beiden Großchancen - aktiver. "Wir haben uns mehr zugetraut. Da sind wir wie ein Top-Team aufgetreten", sagte Florian Hübner. Und auch, wenn auch er dem Sieg ein wenig hinterhertrauerte, betonte der Innenverteidiger: "Wichtig ist, dass die Null hinten steht und wir hier mit einem Punkt wegfahren."

Ein Punkt, mit dem die Köpenicker nun auf Tabellenplatz drei stehen - und das weiterhin ungeschlagen. Zwei Zähler hinter Köln, einen hinter Greuther Fürth. Für ihn, sagte Urs Fischer, sei das eine Momentaufnahme. "Ich hatte noch keine Zeit, auf die Rangliste zu schauen. Aber zwischen Platz 1 und 12, 13, 14 ist alles innerhalb weniger Punkte. Das ist ein Wahnsinn", sagte er. Bescheidenheit bei Union - auch wenn das Selbstvertrauen natürlich spürbar groß ist. Das elfte ungeschlagene Spiel soll folgen: Am nächsten Sonntag zuhause gegen Dresden. 

Sendung: rbb24, 21.10.2018, 21.45 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Die zweitbeste Offensive hatte zu Hause keine wirkliche Torchance. Das lässt hoffen.
    Wir bekommen wieder einen relativ klaren Elfer nicht.
    Gegen Dresden muß nach vorne mehr passieren.

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