Eisbären-Center Marcel Noebels in Aktion. / imago/Eibner
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Eisbären-Stürmer im Porträt - Marcel Noebels - zwischen Berlin, Krefeld und Nordamerika

Aktuell läuft der Deutschland Cup. Mit dabei ist auch Marcel Noebels - im Kreise der Nationalmannschaft. Der Stürmer ist der einzige Berliner Eisbär, der bei dem Turnier das DEB-Trikot trägt. An einem für ihn besonderen Ort.

Zum 29. Mal läuft derzeit der Deutschland-Cup - ein Test-Turnier im Eishockey unter Beteiligung von vier Nationen. Gespielt wird in Krefeld. Für Marcel Noebels bedeutet das ein echtes Heimspiel. Der 26-Jährige Stürmer der Eisbären Berlin kommt gebürtig aus Tönisvorst (Nordrhein-Westfalen) - und wer aus Tönisvorst kommt und Eishockey-Fan ist, der hält mit den Krefelder Pinguinen.

Das war auch bei Marcel Noebels nicht anders. Kein Wunder: Nur gut zehn Kilometer liegen zwischen den beiden Städten. "Alle in dieser Gegend sind sehr hockeyverrückt", sagt er - und: "Krefeld ist eine Eishockey-Stadt. Sie machen sehr gute Nachwuchs-Arbeit." Nicht zufällig sind es die Krefelder Eisflächen, auf denen auch für ihn alles begann.

Traum: Nordamerika

Seine ersten Schritte im Eishockey überhaupt machte der Mann, der seit 2014 ein Eisbär ist, dort am Niederrhein. Seine ersten im Profi-Bereich auch. Familie Noebels ist weiterhin in Tönisvorst zuhause. "Mama macht Noebels fit", titelte der "Berliner Kurier" vor dem Turnierstart. Zwei Tage habe er bei seinen Eltern übernachtet, erzählte Noebels der Zeitung, und sich "ein bisschen verwöhnen lassen."

Marcel Noebels wirkt zufrieden, obwohl die Saison mit einer Enttäuschung begann. Bei den Boston Bruins wollte er sich für die NHL empfehlen - Nordamerikas Eishockey-Liga. Im Gepäck: sein Olympia-Silber, das er mit dem DEB-Team sensationell in Pyeongchang gewonnen hatte. Die NHL ist sein Traum, seit er als Teenager an der Spielkonsole die Lieblingsmannschaften aus Übersee spielte.

Doch in diesem Herbst endete der Traum bereits nach gut zehn Tagen Probetraining. "Ich bin leider wieder hier. Obwohl ich leider nicht sagen möchte, weil ich mich wohlfühle", sagt Noebels. Und doch ist da das Aber: "Ich wäre natürlich ganz gerne in Nordamerika. Manchmal im Leben ist es halt nicht ganz so, wie man es sich vorstellt."

Große Ziele mit den Eisbären

Eine schöne Zeit sei es nichtsdestotrotz gewesen. Mit vielen Erfahrungen. Vorerst geht es aber mit den Eisbären weiter. Er sei ein ehrgeiziger Mensch. Einer, der ungern verliert. Und so sagt der 26-Jährige über die kurz- und mittelfristigen Ziele: "Wichtig ist es, dass wir nach der Länderspiel-Pause so langsam zusammenfinden und Konstanz in unser Spiel bringen." Wohin das dann führen kann? "Vom Kader her haben wir uns nicht viel verändert", sagt Noebels, "also sollte auch die Chance da sein, wieder bis ins Finale zu kommen."

Vorerst heißt es nun jedoch Deutschland-Cup. In der Heimat. In Krefeld. Das Auftaktspiel gegen Russland ging verloren, jedoch denkbar knapp. Erst in der Overtime gab es die 3:4-Niederlage. Nun stehen noch die Partien gegen die Schweiz (Samstag, 13:30 Uhr) und zum Abschluss gegen die Slowakei (Sonntag, 14:30 Uhr) an. Allesamt Momente, in denen sich Noebels beweisen kann - und will. Denn sein Traum von der NHL, sagt er, sei nicht ausgeträumt. "Ich versuche wie im letzten Jahr wieder anzugreifen, gut durch die Saison zu kommen und hoffentlich gesund zu bleiben", sagt er. Und wenn man mit seinem Team Erfolg habe, dann werde das gesehen. "Warum sollte die Chance nicht nächstes Jahr wieder da sein?"

Sendung: rbb UM6, 10.11.2018. 18:00 Uhr

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