Von der Fanhilfe Hertha B.S.C angezeigt: Manager Michael Preetz. / imago/photoarena Eisenhuth
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"Beleidigung" und "üble Nachrede" - Hertha-Fanhilfe erstattet Anzeige gegen Michael Preetz

Neue Stufe in der Eskalation zwischen Hertha-Fans und dem Verein: Die Fanhilfe hat Manager Michael Preetz angezeigt. Die Grundlage dafür sieht der Fan-Zusammenschluss in den Äußerungen des Hertha-Managers nach den Ausschreitungen in Dortmund.

Die Fanhilfe Hertha B.S.C. hat offenbar Anzeige gegen Manager Michael Preetz wegen Beleidigung und übler Nachrede erstattet. Das teilte sie am Mittwochnachmittag in einem Schreiben mit, das auf der Homepage des Förderkreises Ostkurve veröffentlicht wurde. Dabei geht es um die Aussagen von Preetz nach den gewaltsamen Ausschreitungen in Dortmund. Es ist ein neues Kapitel im zunehmend eskalierenden Streit zwischen dem Verein und seinen Fans. Hertha BSC wollte gegenüber dem rbb keine Stellungnahme zu der Anzeige abgeben.

Schreiben: "Getätigte Äußerungen entbehren jeder Grundlage"

In dem Schreiben wird die Anzeige so begründet: "Wir sind es allen Herthanern schuldig, uns gegen die herabwürdigenden Anfeindungen und falschen Anschuldigungen der Geschäftsführung von Hertha B.S.C. zu wehren. Die getätigten Äußerungen entbehren jeder Grundlage und können nicht unbeantwortet bleiben." Auf welche Aussagen sich die Fanhilfe genau bezieht, bleibt dabei unklar.

Hertha-Manager Michael Preetz hatte zwei Tage nach den Vorfällen auf der Pressekonferenz gesagt: "Ich finde es abenteuerlich. Einen möglicherweise unverhältnismäßigen Einsatz der Polizei mit Gewalt zu rechtfertigen, das muss mir mal einer erklären." Damit hatte er seine deutliche Haltung wiederholt, die er nach dem Spiel in der ARD-Sportschau ausgedrückt hatte: "Das ist eine Katastophe. Das kann man nicht anders einordnen. Pyrotechnik hat im Fußballstadion nichts zu suchen, Gewalt erst recht nicht. Insofern ist das heute eine ganz bittere Stunde für den deutschen Fußball und insbesondere auch natürlich für Hertha BSC."

Unterstützung verletzter Personen

Zudem geht aus der Mitteilung hervor, dass Hertha-Anhänger, die Verletzungen davongetragen haben, nun eine Rechtsanwaltskanzlei "mit der Einreichung von Strafanzeigen gegen die Verantwortlichen des Polizeieinsatzes beauftragt [haben]. Dies umfasst auch die Durchsetzung der Rechte derjenigen, die vom Verschließen des Ausgangsbereichs der Nordtribüne betroffen waren. Ebenso werden etwaige zivilrechtliche Ansprüche geprüft."

Die Fanhilfe kündigt an, diese Schritte verletzter Personen zu unterstützen. Man helfe ihnen "bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche und Grundrechte. Ebenso rufen wir alle weiteren Personen, die durch den Polizeieinsatz verletzt wurden, dazu auf, ebenfalls ihre Verletzungen dokumentieren zu lassen und Anzeige gegen die Verantwortlichen des Polizeieinsatzes zu erstatten."

Sendung: rbb UM6, 07.11.2018, 18 Uhr

Kommentar

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13 Kommentare

  1. 13.

    "Gegen Polizeigewalt im Stadion!"

    Und vor allem, bis es dazu überhaupt kommt, dass die Polizei eingreifen muss...keine Gewalt von Ultras, Hooligans u.ä. Spinnern mehr im Stadion!!!

  2. 12.

    Ihr seid keine Hertha Fans, ihr seid provokante kriminelle Randalierer!
    Mit Euch möchte ich nicht mehr im Stadion sitzen. Ich schäme mich für Euch. Haut endlich ab!

    Und liebe Polizei, danke für Euren Einsatz.

  3. 11.

    Als Unioner (und damit bestenfalls neutral) bleibt mir einfach die Spucke weg, wenn ich diese hochqualifizierten Kommentare lese. Da sieht man, wie weit DFB/DFL mit ihren Mediengehilfen gekommen sind! Diese Couch&Potato-Fans hinterfragen nicht im Mindesten, was da passiert ist. Ach nee - sie haben Sportschau und Preetz gesehen und wissen ja Bescheid!
    Das, was dort passiert ist, wäre bei einem gleichartigen Polizeieinsatz in 90 % der deutschen Stadien passiert. Aber klar - dann sind eben diese 90% die Blöden, nicht etwa die Verursacher.

  4. 10.

    Jetzt geht's aber wohl los.
    Wer randaliert und Polizisten schlägt bekommt auch mal selber was ab, z.B Gummiknüppel. Die Verletzten waren wohl dann mit dabei, gell.
    200 Problemfans raus, dann kommen auch mehr fussballinteressierte Zuschauer ins Olympiastadion.
    Die Fanngesänge sind überall in der Liga fast gleich und langweilig, somit verzichtbar. Anfeuerung nach Spielgeschehen, so wie früher. Hahohe.
    Das Stadion gehört allen zahlenden Zuschauern, nicht einer Ultra-Minderheit.
    Richtig so Hertha!

  5. 9.

    Merken diese „Fans“ noch was...? Die stattgefunden Ausschreitungen sind durch nichts zu rechtfertigen. Der Verein kann so etwas nicht einfach geschehen lassen. Auch als „Fan“ kann man sich nicht alles erlauben. An die Fans: Ihr zahlt für eine Art Show, aber die Menschen dahinter gehören Euch nicht.

  6. 8.

    Endlich mal ein Verein / Manager, der diese sog. Fans/ Ultras nicht hoffiert, sondern klare Kante zeigt. Gut so Herr Pretz.

  7. 7.

    Ohne es zu wissen... und ohne etwas unterstellen zu wollen... kann es sein, dass es nur um Schadenersatz für Verletzte geht? Also einfach Geld? Ansonsten würde mir nichts einfallen, was mit dieser Anzeige bewirkt werden soll. Bestimmt kommen bald private Klagen auf Schadensersatz. Der letzte Absatz des Beitrages lässt mich auf diese Gedanken kommen. Ich hoffe, ich liege falsch.

  8. 6.

    Ohne es zu wissen... kann es sein, dass es nur um Schadenersatz für Verletzte geht? Also einfach Geld? Ansonsten würde mir nichts einfallen, was mit dieser Anzeige bewirkt werden soll. Bestimmt kommen bald private Klagen auf Schadensersatz. Der letzte Absatz des Beitrages lässt mich auf diese Gedanken kommen. Ich hoffe, ich liege falsch.

  9. 5.

    @alle: Jaaa! Fußball nur noch für Investoren!

    Nein, im Ernst. Es sind die Ultras und ihre Kultur, die einen Verein auch dann begleiten, wenn es sportlich mal nicht so läuft. Und es ist diese Fankultur, die die Vereine auch so gut vermarkten lässt.

    Warum können Konflikt nicht auch gelöst werden, indem z.B. in speziellen Bereichen zu festgelegten Zeiten Pyrotechnik benutzt werden darf? Das Sicherheitsrisiko wäre gebannt und gefilmt werden kann auch sobald sich der Rauch verzogen hat. Und die Investoren und der geldgeile DFB haben doch auch was davon, wenn es stimmungsvolle Bilder im Fernsehen gibt.

    Gegen Polizeigewalt im Stadion!

  10. 4.

    Den 3 ersten Kommentaren ist nichts hinzuzufügen, außer dass ich langsam Angst habe, mit meinem kleinen Sohn ins Stadion zu gehen.

    Bei solchen Fans möchte man nicht die Feinde kennen.....

  11. 3.

    Das ist doch völlig krank! Herr Preetz verklagen zu wollen, weil er sagt was er denkt....unglaublich.
    Ließen die Pyrofans den Mist sein, gäbe es keine Eskalationen....fertig!
    Ich bin seit meiner Kindheit Hertha-Fan....und es war nie leicht Herthaner zu sein....jetzt endlich, seit einiger Zeit macht Hertha ein richtig Spaß....seitdem Herr Preetz in der Geschäftsführung sitzt. Es ist so viel Gutes in dernlwtzten Zeit passiert, was viele neue Fans brachte...und die Möchtegern-Fußballfans machen das alles kaputt, weil sie unbedingt zündeln müssen...schämt Euch was.

  12. 2.

    Richtige Fans bringen keine Pyrotechnik und sonstige Dinge mit ins Stadion, die unterstützen die Manschschaft mit ihren Stimmen.
    Nur Chaoten brauchen Pyrotechnik und Transparente die andere beleidigen.

  13. 1.

    Es wird immer besser. Man halt langsam das Gefühl, es bei den selbsternannten "Fans" mit einer Sekte zu tun zu haben. Hertha BSC täte gut daran, sich schnellstmöglich von diesen Verrückten zu trennen. Keine Karten mehr an solche Leute verkaufen !

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