Hertha-Trainer Pal Dardai blickt von der Seitenlinie aus nachdenklich Richtung Platz
Bild: imago/photoarena/Eisenhuth

Hertha BSC vor der Partie in Düsseldorf - Kein Spiel wie jedes andere

Hertha BSC reist als Favorit zum Tabellenvorletzten nach Düsseldorf, der sportliche Aspekt spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Denn gefühlt kämpft der Klub auf gleich mehreren Nebenschauplätzen um Ruhe. Von Jakob Rüger

Pal Dardai atmete einmal tief durch. Herthas Trainer hatte wahrscheinlich schon geahnt, dass auch er nicht am Thema Fans und Verein vorbeikommen würde. "Herthaner gegen Herthaner, das verstehe ich nicht, da müssen wir schnell eine gute Lösung finden", forderte er. Die Konsequenzen aus den Krawallen in Dortmund, der Stimmungsboykott der Fans und die Absage der Ultras für ein klärendes Gespräch, belasten den gesamten Verein und damit auch die Profis.

Die Ruhe soll zurück kommen

"Die Mannschaft redet bestimmt in der Kabine darüber, aber ich habe auch kein Gerät, um in die Kabine zu lauschen", sagte Dardai mit einem Achselzucken. "Wichtig ist, dass die Ruhe zurückkehrt." Im Hintergrund arbeiten die Berliner an einer Lösung, die Stimmung ist aufgeheizt. Zuletzt hatten Fans Anzeige gegen Michael Preetz wegen herabwürdigender Anfeindungen und falscher Anschuldigungen erstattet - der Manager ließ sich heute auf der Pressekonferenz wegen anderer Termine entschuldigen.

3.000 Hertha-Anhänger werden den Verein am Sonnabend nach Düsseldorf begleiten. Es ist das erste Mal, dass beide Mannschaften nach dem skandalträchtigen Relegationsspiel  2012 wieder aufeinandertreffen. Damals wurde die Partie von Pyrotechnik und einem, wenn auch friedlichen, Platzsturm der Düsseldorfer Fans überschattet. Chaotische Zustände, die Partie wurde dennoch zu Ende gespielt. Am Ende stieg Hertha BSC in die zweite Liga ab. Trainer Pal Dardai war damals Jugendtrainer bei der Hertha. "Ich saß vor dem Fernseher und kann nur sagen: die Partie und das Drumherum haben nicht gut ausgesehen", erinnert er sich. "Das war damals aber eine andere Hertha, deshalb kann man jetzt nicht von Wiedergutmachung reden."

Leipzig spukt noch im Kopf rum

Bloß nicht zu viel Druck, bloß nicht zu viele Schlagzeilen vor diesem Spiel. Hertha ist nämlich gegen den Tabellenvorletzten klarer Favorit. Eigentlich zum ersten Mal in dieser Saison. Alles andere als ein Sieg bei der Fortuna wäre eine Enttäuschung. Doch die Berliner sind nach der 0:3-Pleite gegen Leipzig angeschlagen. "Das war unter der Woche schon noch Thema in der Mannschaft", so Stürmer Davie Selke. "Das Ergebnis war sehr deutlich, wir haben jetzt die Möglichkeit, das wieder gut zu machen." Die Gastgeber stehen mit dem Rücken zur Wand und kämpfen gegen den Abstieg.

"Düsseldorf wird sich von Beginn an ins Spiel beißen und vor allem über die Zweikämpfe kommen", rechnet Marvin Plattenhardt mit einem unangenehmen Gegner. Trainer Dardai hat jedenfalls unter der Woche Wert auf Einsatz und Aggressivität gelegt. "Wir haben die Mentalität ein bisschen herausgekitzelt. Es geht darum, gierig und wach zu sein", so der Coach. Dabei könnte er einen Spieler wie Marko Grujic gut gebrauchen. Nach seiner Knöchelverletzung ist der Serbe aber erst am Dienstag wieder ins Training eingestiegen, ein Einsatz am Samstag in Düsseldorf kommt noch zu früh.

Die gute Nachricht ist: Dardai stehen 25 Spieler zur Verfügung, der Trainer hat personell gesehen die Qual der Wahl. Und während er sich am liebsten nur auf den sportlichen Aspekt konzentrieren würde, muss der Verein noch andere Aufgaben meistern: Allen voran die Beilegung des Streits mit den eigenen Fans.

Sendung: rbbUM6, 08.11.2018

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1 Kommentar

  1. 1.

    Herr Dardai, ich kann dieses grottige Spiel ihrer Mannschaft nicht mehr sehen.
    Jedes Jahr die selbe Schei.....
    Treten sie endlich zurück

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