Herthas Fans in der Ostkurve zeigen ein Transparent "Gegen Kollektivstrafen" (Quelle: dpa/Stache)
Bild: dpa/Stache

Banner-Verbot und Stimmungsboykott - Hertha-Ultras sagen Gespräch mit Verein ab

Beziehungsstatus: Es bleibt kompliziert. Zwischen den Hertha-Ultras und der Vereinsführung gibt es vorerst keinen Frieden, zu groß sind die Gräben nach den Ausschreitungen in Dortmund und dem folgenden Banner-Verbot im Olympiastadion. 

Hertha-Ultras haben ein Treffen mit Vereins-Verantwortlichen abgesagt, bei dem über die Ausschreitungen in Dortmund und den Stimmungsboykott beim Heimspiel gegen Leipzig geredet werden sollte. Das teilten die Ultras am Sonntagnachmittag mit. Das bestätigte ein Vereins-Sprecher am Abend: Die Fangruppe sehe "nicht die Notwendigkeit eines exklusiven Treffens mit der Geschäftsleitung".

Der Erstligist hatte zuvor mitgeteilt, die Ultras zu einem Gespräch eingeladen zu haben. "Natürlich müssen wir an einen Tisch. Es müssen Dinge besprochen und Grenzen gezogen werden", sagte Manager Michael Preetz. Trainer Pal Dardai bemerkte: "Ich habe vor unseren Fans keine Angst. Wir reden mit ihnen."

Ultras schreiben von "Erpressung"

Die Ultras kritisieren nun, dass sie an einem Gespräch mit der Geschäftsführung teilnehmen müssen, ansonsten würden sie von einem "Runden Tisch" des Vereins mit verschiedenen Fanvertretern ausgeladen. Die Ultras empfinden das als "Erpressung", die Geschäfsführung gehe "wieder einmal nur auf Konfrontation". Preetz hatte noch am Samstag gesagt: "Es ist ein kleiner Teil der Fans, mit dem wir aktuell nicht im Gespräch sind. Es gilt aber, dass unsere Hand auch nach dem Dortmund-Spiel ausgestreckt ist."

Hertha hatte nach den schweren Ausschreitungen Berliner Ultras in Dortmund mit 51 Verletzten für das Heimspiel gegen Leipzig alle Banner, Spruchbänder und Blockfahnen im Stadion verboten. Daraufhin verzichtete fast der komplette Hertha-Anhang bei der Niederlage gegen Leipzig auf jede Art von Gesängen und Sprechchören. In der Ostkurve war nur ein Spruchband zu sehen: "Gegen Kollektivstrafen".

Plakate auch in München und Stuttgart

Wie angespannt derzeit das Verhältnis einiger Fangruppen zu ihren Vereinsführungen und zur Polizei ist, verdeutlichten auch Solidarisierungen in anderen Stadien. In München war auf einem Banner zu lesen: "Die Polizei prügelt und ihr fallt euren Fans in den Rücken". In Stuttgart wurde von VfB-Fans ein Spruchband entrollt: "Fahnen sind und bleiben unantastbar. Bullen aus der Kurve".

Für vergangenen Donnerstag war bereits langfristig ein runder Tisch mit verschiedenen Fangruppen von den Ultras über das Fanprojekt bis zur Fanbetreuung vorgesehen gewesen, mit dem der Dialog neu gestartet werden sollte. Dieses Treffen war nach den Ereignissen von Dortmund verschoben worden. Es soll nun stattfinden, nachdem die gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Dortmunder Polizei aufgearbeitet sind. 

Sendung: Abendschau, 04.11.2018, 19:30 Uhr

Kommentar

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16 Kommentare

  1. 15.

    Zum Glück haben wir ja Isso, den Allwissenden, der uns Dilettanten die Welt erklärt. Einfach mal einen raushauen, ohne Argumente zu haben ist wie bei Donald Trump. Erklären Sie uns doch mal die Geheimnisse der Ultra-Szene. Evtl kommt dann auch ein Diskurs zustande.

  2. 14.

    Beim Spiel in Darmstadt hat man es dann gemerkt: 2000 echte Hertha Fans hatten Angst als kurz vor Spielbeginn 20 Ultras kamen. Das kann es nicht sein, Ihr seid die Minderheit und zerstört es für Alle...

  3. 13.

    Die Polizei hat euch ursprünglich sogar gewähren lassen. Erst als ihre eure "heilige" Fahne wiedrholt missbraucht habt um dahinter verbotene Sachen zu machen, hat sie eingegriffen und die Fahne entfernt. Richtig so!
    Ich sass einen Block darüber in der ersten Reihe und könnte es genau beobachten. Und nichts auf der Welt rechtfertigt es zu viert auf schutzlose am Boden liegende Ordner EINZUTRETEN! mein kleiner Sohn neben mir hat vor Angst nur geweint und gezittert!

  4. 12.

    Hier suhlen sich einige in ihrer Unwissenheit,höchst interessant.

  5. 11.

    Was das für welche sind merkt man doch sofort wie es ihnen um ihre "Fahnen", ihre "Ehre" oder zumindest was sie dafür halten und ihre "Treue" geht.

    "Herthafrösche", "Wannseefront" und "Zyklon B." lassen grüßen! Verbieten und ausgrenzen und sich um Sport kümmern.

  6. 10.

    Mein Vorschlag wäre: Ultras sollten sich ein Stadion mieten, dort ihr Choreografien zelebrieren, gewaltbereite könnten sich auf dem Rasen ihrer Lust zum Prügeln hingeben. Die Fußballspiele wären endlich friedlich und jeder, der/die ein Spiel sehen wollen könnten unbeschwert beim Fußball dabei sein.

  7. 9.

    Wann bekommen die Ultras eigentlich gesagt für welchen Verein sie an diesem Spieltag gerade "Fan" sein sollen? In allen Stadien gibt es nur noch die gleichen Lieder, alle Ultras tragen die gleichen Farben (schwarz) und nur ganz gelegentlich mal etwas Vereinsutensillien. Interessant ist auch dass sich selbst Ultras von Hassvereinen verbünden wenn es gegen den DFB, die DFL, die Polizei oder andere geht.

    Warum haben die Ultras eigentlich den Anspruch, dass sie die Eigentümer des Vereins sind und ohne sie gar nichts mehr dort funktioniert? Es ist erfrischend zu lesen das mit Herrn Preetz mal jemand nicht diese Spielchen der Ultras mitspielt.
    Den Ultras geht es eigentlich sehr selten um den Fussball und den Verein sondern meist nur um sich selbst.

  8. 8.

    Ich kann nicht verstehen, warum man sich mit Pyromanen und anderen Gewalttätern überhaupt an einen Tisch setzen will ?

  9. 7.

    1. Für Donnerstag, den 01.11.2018 waren verschiedene Fanvertreter (auch Ultras) zur neuen Dialogrunde eingeladen und alle hatten ZUGESAGT
    2. Am Montag davor, wurde das Treffen von HERTHA abgesagt und auf den 08.11.2018 verschoben.
    3. Den Ultras wurde ein zusätzlicher Termin 05.11.2018 zu einem sogenannten Vorgespräch gesetzt, damit sie an dem Termin am 08.11. teilnehmen können.
    4. Diese Koppelung wurde von den Ultras abgelehnt und deshalb der Termin am 05.11.2018 von diesen abgesagt.
    5. Keinem aus den verschiedenen Fangruppen bei Hertha ist es nachvollziehbar erläutert worden, warum die Teilnahme an ein einer Dialogrunde abhängig gemacht wird von einem Vortermin. Die DIALOGRUNDE am 08.11.2018 wäre der richtige Platz zum kompletten Austausch aller Fanvertreter und Hertha gewesen.
    6. ich kann mich nicht vorstellen, dass die restlichen Fanvertreter an dieser Runde teilnehmen werden, da es keinen Sinn macht, wenn nicht alle verschiedenen Fanrichtungen an diesem Termin dabei sind.

  10. 6.

    @Karim genau so schaut's aus vorallem wenn man sich bezüglich der Ereignisse in Do nich nur mit dem Großteil der Presseberichte befasst hat sondern sich mal die Videos angeschaut oder mit Leuten vor Ort gesprochen hat und überhaupt was is das für ne Art nen Termin rausknallen aber nicht bereit sein für Änderungen dran (Montags Vormittag bei aller Liebe die meisten der Jungs müssen das Geld das se für Hertha ausgeben verdienen)

  11. 5.

    Bin jahrelang zu Hertha gegangen auch auswärts mitgefahren aber leider schaffen es einige Idioten nicht sich zu benehmen und sind gezielt auf Randale aus meine Meinung ist sofern Randale und pyros gezündet werden sofortiger spielabbruch und die punkte an die andere Mannschaft solange bis es die Idioten merken, es ist leider so das man es anders nicht mehr hinbekommt

  12. 3.

    Nun, einer Einladung zu einem Gespräch sollte man aus Prinzip schon mal folgen, damit man miteinander direkt reden kann. Wer nicht miteinader spricht kann sich auch nicht verständigen. Und ehrlich, die Bannerspüche der Ultras mit ihren Parolen gegen die Polizei gehen mir entschieden zu weit. Das kann kein Verein tolerieren.

  13. 2.

    @ Maurer
    Ich bin auch Mitglied und Dauerkarteninhaber.
    Ich sehe es jedoch anders. Die GF ist auch in meinen Augen auf einen unsinnigen Konfrontationskurs, der gerade nach dem guten Saisonstart wenig Zielführend ist. Ich finde es schade, dass man sich von Seiten des Vereins so Ziel- und Kopflos verhält.

  14. 1.

    Ich bin Hertha-Mitglied und Inhaber einer Dauerkarte. Ich unterstütze in diesem Fall den Vorstand, denn ich finde, dass es auch im Stadion keine rechtsfreien Räume geben darf.

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