Union-Präsident Dirk Zingler spricht auf der Mitgliederversammlung (Foto: Imago /O.Behrendt)
Video: rbb|24 | 28.11.2018 | Philipp Büchner | Bild: imago sportfotodienst

Mitgliederversammlung des 1. FC Union Berlin - Eisernes Kuscheln

Tabellendritter, in der Liga noch ungeschlagen, Rekordetat und große Stadionpläne: Bei Union Berlin gibt es derzeit nicht viel zu klagen. Entsprechend harmonisch verlief die ordentliche Mitgliederversammlung am Mittwochabend.

Rund 1.000 Mitglieder des 1. FC Union kamen in der Sporthalle Hämmerlingstraße unweit des Stadions an der Alten Försterei zusammen. Schlechte Laune hatten sie nicht im Gepäck. Warum auch? Dem 1. FC Union geht es derzeit bestens. In der Zweiten Liga ist die Mannschaft auch nach 14 Spielen noch immer ungeschlagen und kann einen zarten Blick in Richtung Aufstieg werfen. Aber auch abseits vom Rasen ist Union arm an Kontroversen. Kurzum: Den Eisernen steht ein ziemlich milder Winter bevor. Das war im Vorjahr noch anders. Da nämlich entließ der Klub seinen damaligen Chefcoach Jens Keller und tat sich schwer, eine plausible Begründung zu liefern. Zwölf Monate später gesteht Präsident Dirk Zingler Fehler ein: "Wir haben die Entlassung von Trainer Jens Keller in seiner Wirkung unterschätzt und schlecht kommuniziert."

Einnahmen steigen erstmals über 40 Mio. Euro

Ansonsten hatte Zingler aber viele gute Nachrichten zu verkünden. So betrugen die Gesamteinnahmen im Geschäftsjahr 2017/18 fast 44 Millionen Euro. Der Etat hatte damit erstmals in der Vereinsgeschichte die 40-Millionen-Marke überschritten. Übrig blieb ein Gewinn von 195.000 Euro. Das passt zu den Grundsätzen von Zingler: "Wir wachsen weiterhin in allen Bereichen und steigern unsere Erträge. Wir geben aber nicht mehr Geld aus, als wir einnehmen." Davon rückt Zingler auch in der laufenden Saison nicht ab.

Etwas mehr als 47 Millionen Euro wird Union demnach bis Ende Juni einnehmen, 70.000 Euro bleiben als Gewinn. Auch mit anderen Zahlen konnte Zingler punkten: Rund 3.500 neue Mitglieder konnte der Verein im abgelaufenen Spieljahr begrüßen, ingesamt sind es nun 21.394.

Zingler drängt auf den Stadionausbau

Bei so viel Zulauf ist es kein Wunder, dass das Stadion An der Alten Försterei langsam zu klein wird. "Die Heimbereiche sind immer ausverkauft", sagte Zingler, der seit längerer Zeit auf eine Erweiterung der Arena auf 37.000 Plätze drängt. "Wir werden das Stadion ausbauen und es sinnvoll finanzieren. Es ist ein Projekt für die nächsten Jahrzehnte des Vereins. Den Druck gegenüber der Verwaltung werden wir nicht herausnehmen." Am liebsten würde Union schon im kommenden Jahr mit dem Ausbau beginnen, auch wenn die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen dies für unrealistisch hält. Ein weiteres Infrastrukturprojekt ist der Neubau des Nachwuchsleistungszentrums. Im Sommer 2019 soll der Grundstein dafür gelegt werden.

Kommerzkritik erneuert

Neben wirtschaftlichen Parametern widmete sich Zingler auch fußballkulturellen Gesichtspunkten. Dabei bekräftigte er die kommerzkritischen Positionen, die der Klub bereits Anfang Oktober in einem Papier veröffentlichte und appelilerte: "Ein Streben nach maximalen medialen Erträgen halte ich für einen sehr gefährlichen Weg. Es gibt nichts Wertvolleres - auch nicht für die Vermarktung von medialen Rechten - als ausverkaufte, stimmungsvolle Stadien ohne Proteste und Konfilkte, in denen spannende Fußballspiele stattfinden." Worte, denen nicht nur Union-Mitgliedern kaum widersprechen mögen.

Sendung: rbb24, 28.11.2018, 21:45 Uhr

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Was für ein Beigeschmack? Der Aufsichtsrat wurde von den Mitgliedern gewählt.
    Da hat jemand von nem Klatschblatt zu früh auf den Knopf gedrückt und die Meldung bereits rausgeschossen, obwohl die Wahl noch nicht vollzogen war. Das es zur Wiederwahl kommt war ja nun sehr wahrscheinlich.

  2. 1.

    Tja leider gibt es auch was nicht geschrieben wurde.
    Zur Wahl des Aufsichtsrates wurde schon ca 1 Std. vor der Wahl
    in den Medien geschrieben. Irgendwie ein Beigeschmack.

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