Landeswettbewerb Schwimmer beim Landeswettbewerb Thüringen für die Special Olympics (Quelle: imago)
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Audio: Inforadio | 14.11.2018 | Philipp Laberenz | Bild: imago

Moskau unterliegt bei Abstimmung - Berlin bekommt die Special Olympics 2023

Das größte Sportereignis von Menschen mit geistigen oder mehrfachen Behinderungen kommt in die deutsche Hauptstadt - das hat die Abstimmung über die Special Olympics 2023 am Dienstagabend ergeben. Berlin erwartet ein Riesen-Event.

Um genau 20:34 Uhr erreichte der Skype-Anruf aus dem karibischen Santo Domingo die Geschäftsstelle des Verbandes Special Olympics Deutschland in Berlin. In der Dominikanischen Republik hatte das Präsidium von Special Olympics International (SOI) am Dienstagabend (MEZ) getagt - und abgestimmt: Über den Ort, an dem die Weltspiele der "Special Olympics 2023" stattfinden. Wenige Sekunden später jubelten die Berliner ausgelassen: Die weltweit größte inklusive Sportveranstaltung für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung kommt in die deutsche Hauptstadt. Bei der Abstimmung setzte sich Berlin gegen Moskau durch - es war der einzige verbliebene Gegenkandidat.

Budget: 88 Millionen Euro

7.000 Sportler aus 170 Ländern und 40.000 freiwillige Helfer - das erwartet die Berliner nun in fünf Jahren. Die Wettbewerbe sollen unter anderem im Olympiastadion, in der Messe, auf der Straße des 17. Juni und im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark stattfinden. Das Budget der Veranstaltung: 88 Millionen Euro. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages bewilligte in der vergangenen Woche bereits für die Vorbereitung und Ausrichtung insgesamt 35 Millionen Euro, verteilt bis 2023. Für 2019 stellt der Bund 360.000 Euro zur Verfügung.

"Klares Zeichen für Inklusion"

"Wir sind sehr, sehr glücklich über die Entscheidung, die wir auch als Wertschätzung für unseren Verband, für Berlin und für Deutschland wahrnehmen", sagte Christiane Krajewski, die Präsidentin von Special Olympics Deutschland. "Wir freuen uns von Herzen mit unseren Athletinnen und Athleten, mit denen wir großartige Sommerspiele 2023 in Berlin gestalten wollen." Die gemeinsame Vision sei ein "weltweit ausstrahlendes Sport-Fest zu feiern und ein klares Zeichen für Inklusion in der Gesellschaft zu setzen."

Der SOI-Vorsitzende Timothy Shriver sagte, die Wahl sei "ein Beweis für bemerkenswerte, unermüdliche, nachhaltige und fortlaufende Bemühungen um mehr Inklusion für Menschen mit geistiger Behinderung."

Schon vor der Abstimmung hatte sich in Deutschland ein breites Unterstützerbündnis aus Sport und Politik zusammengefunden - die Special Olympics in Berlin wären ein Meilenstein in puncto Inklusion, so Meinung der Unterstützer. "Ich glaube, dass die Spiele ein hervorragendes Mittel sind, um Inklusion, Miteinander, Fairness und Respekt zu fördern", hatte der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gesagt.

Die Geschichte der Special Olympics

1968 wurde die weltweit größte Bewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung von John F. Kennedys Schwester Eunice Kennedy-Shriver gegründet. Die Schwester der beiden, Rosemary Kennedy, war nach einer Operation behindert.

Seit 1975 finden die Weltspiele im Zweijahresabstand in der Sommer- und Wintervariante statt.

Sie unterscheiden sich von den Paralympics dadurch, dass bei diesen auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen an den Start gehen.

Die letzten Sommerspiele lockten 2015 6.500 Athleten nach Los Angeles/USA. Die nächste Auflage findet 2019 in Abu Dhabi statt.

Mehr als 25.000 Sportlerinnen und Sportler sind in Deutschland registriert. Weltweit ist Special Olympics mit mehr als fünf Millionen Atheleten in 174 Ländern vertreten.

Sendung: Inforadio, 14.11.2018, 10:00 Uhr

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Diese Veranstaltung finde ich beachtenswert und sinnvoll, ebenso wie die europäische Umsetzung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-BRK). Verkündet im Amtsblatt der Europäischen Union vom 16.3.2018 https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=uriserv:OJ.C_.2018.101.01.0138.01.DEU&toc=OJ:C:2018:101:TOC

  2. 1.

    Grundsätzlich begrüßenswert, auch wenn ich selbst nicht viel von der Geldmacherei des IOC halte.
    Dann muss Berlin bis dahin allerdings noch viel hinsichtlich der Barrierefreiheit aufholen. Das Positive daran ist, dass dann anschließend alle Menschen mit Behinderungen von dem Ausbau der Barrierefreiheit in Berlin profitieren. Kleiner Denkanstoß im Vorhinein: Die Toilette für alle! www.toiletten-fuer-alle.de
    Ein Muss für alle Städte und Gemeinden, erst Recht für eine Großstadt wie Berlin, die jetzt auch noch die Special Olympics austragen will.

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