Jonas Mattisseck lässt sich feiern. Quelle: imago/Beautiful Sports
Video: rbb24 | 23.12.18 | 21:45 Uhr | Simon Wenzel | Bild: imago/Beautiful Sports

Berliner gewinnen Pokal-Halbfinale gegen Bayern - 18-Jähriger Mattisseck ebnet Alba den Weg zum Sieg

Revanche geglückt: Mussten sich die Albatrosse vor wenigen Tagen in der Liga noch geschlagen geben, konnten sie am Sonntag den FC Bayern aus dem Pokal werfen. Auch diese Partie verlief denkbar knapp. Den Unterschied machte ein 18-Jähriger.

Es war ein wahrer Pokal-Krimi. Mit Alba und dem FC Bayern lieferten sich die beiden besten deutschen Basketball-Mannschaften am Sonntag ein enges Duell im Viertelfinale - das am Ende die Berliner mit 78:70 (41:40) für sich entschieden. Über weite Strecken war Alba überlegen, Bayern verlor allerdings nie den Anschluss und drehte kurz vor Schluss sogar einen Rückstand zur eigenen Führung. Doch Alba Berlin konnte sich am Sonntagabend auf einen 18-Jährigen verlassen: Albas Eigengewächs Jonas Mattisseck avancierte zu Berlins bestem Werfer.

Jugendarbeit trägt Früchte

Die Alba-Jugendarbeit hat schon lange einen guten Ruf. Nicht erst seitdem Ex-Albatross Moritz Wagner in der NBA für Furore sorgt, ist Alba für seine gute Jugendarbeit bekannt. Im BBL-Pokal-Viertelfinale erlebte ein weiteres Talent eine Sternstunde.

"Wir wussten, dass wir dran sind. In den letzten Spielen gegen Bayern haben wir immer nachgelassen. Wir wussten, dass wir heute nicht nachlassen dürfen", analysierte Mattisseck nach dem Spiel nüchtern die Begegnung. Dabei hätte der gebürtige Berliner durchaus Grund gehabt, euphorischer vor die Mikrofone zu treten. Mit fünf erfolgreichen Distanzwürfen und 15 Punkten war der 18-jährige Berlins erfolgreichster Werfer und Schlüssel zum Erfolg.

Offene Begegnung

Alba Berlin kam gut in das Spiel gegen den Dauerkonkurrenten der letzten Jahre. Beim Stand von 12:5 nahm Münchens Trainer Dejan Radonjić die erste Auszeit. Er konnte nicht zufrieden sein mit der Anfangsphase seiner Mannschaft. Alba machte es gut. Die Mannschaft verteidigte entschlossen und traf effektiv.

Nach der Auszeit wurde dann auch der Meister besser. Die Bayern nutzten die eigenen Würfe nun ebenfalls gut. Gerade Peyton Siva wurde als Unsicherheitsfaktor in Albas Defensive erkannt. Der Point Guard hatte ungewohnt viele Fehler in seinem Spiel und eröffnete den Bayern somit immer wieder große Räume, die diese gut ausnutzten.

Bayern dreht das Spiel

Trotzdem war den Bayern die hohe Belastung der letzten Wochen anzumerken. In einigen Situationen wirkten die Münchener müde und so ergaben sich immer wieder Lücken für die Albatrosse. Dennoch verloren die Bayern dank starker individueller Leistungen nie den Anschluss. Alba Berlin fehlte die letzte Kaltschnäuzigkeit, um das Spiel komplett zu kontrollieren und einen höheren Vorsprung herauszuspielen.

In der Schlussphase drehte Bayern das Spiel sogar. Aus einem 55:61 machte die Mannschaft von Dejan Radonjić ein 65:63 und wieder einmal sah es so aus, als würde Alba sich für eine gute Leistung gegen den Konkurrenten wieder nicht belohnen.

Bodenständiger Spieler des Spiels

Dass diese Belohnung doch nicht ausblieb, hat Alba einem Mann zu verdanken. Jonas Mattisseck bescherte den Berlinern durch eine herausragende Leistung schon einen Tag vor Heiligabend ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk und ebnete den Weg für Alba ins Pokal-Halbfinale, wo man nun auf die Fraport Skyliners aus Frankfurt trifft.

Und so war dem Helden des Tages dann doch noch ein wenig Euphorie zu entlocken: "Heute hatte ich einen Sahnetag, aber jeder hat mal so einen Tag. Die Jungs haben gesagt 'Wirf drauf' und das habe ich gemacht".

Sendung: rbb24, 23.12.2018, 21:45 Uhr

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