Alba Berlin feiert nach einem Spiel. Quelle: imago/Camera 4
Audio: Inforadio | 27.12.18 | Jakob Rüger | Bild: imago/Camera 4

Jahresrückblick | Alba Berlin - Gute Laune auch ohne Titel

Gleich zwei Endspiele hat Alba Berlin 2018 verloren. Trotzdem ist die Stimmung gut bei den Albatrossen. Die Fans sind von der jungen, ehrgeizigen Mannschaft begeistert. Im nächsten Jahr könnte endlich der ganz große Wurf gelingen.

Tom Böttcher hat schon einige Spieler kommen und gehen sehen bei Alba Berlin, erfolgreiche und weniger erfolgreiche Mannschaften. Für den Hallensprecher ist die aktuelle Mannschaft dennoch besonders. In 18 Jahren, in denen er regelmäßig die Halle vor und während den Spielen einheizt, hat Böttcher noch keine Mannschaft erlebt, die den Fans so viel Spaß bereitet, wie aktuell unter Trainer Aíto García Reneses. "Die Spieler verkörpern das, was Fans gerne sehen. Der Kampf um jeden Ball, dass man nicht aufgibt, dass man auch lacht auf dem Spielfeld."

Gute Stimmung im Team

Tatsächlich tritt Alba Berlin so geschlossen auf wie schon lange nicht mehr. Immer wieder finden Bilder und Videos aus der Kabine den Weg in die sozialen Medien. Diese verdeutlichen, dass die Chemie innerhalb der Mannschaft stimmt. So feierte das Team erst kürzlich Eigengewächs Jonas Mattisseck ausgiebig, nachdem dieser im wichtigen Pokal-Duell gegen Bayern München als bester Werfer Alba in die nächste Runde geführt hatte.

"Die Chemie stimmt einfach"

Es sei gelungen, ein Team zusammenzustellen, das sowohl aus Talent als auch Intelligenz bestehe, meint Tom Böttcher. "Die Chemie stimmt einfach." Der ganz große Wurf ist allerdings bislang ausgeblieben.

Zwar erreichte Berlin im Frühjahr 2018 das Finale der Meisterschaft gegen den Dauerrivalen Bayern München, verlor nach langem Kampf aber im fünften und entscheidenden Spiel. "Das fünfte Spiel war schon deprimierend. Ich konnte nach dem Spiel nicht richtig mitfeiern. Ich war da erstmal frustriert. Mit einem Tag Abstand habe ich dann gemerkt, wieviel mir das bedeutet hat, dass die Mannschaft dieses Finale gespielt hat", beschreibt Böttcher seine gemischten Gefühle nach der Finalniederlage.

Jugend forscht erfolgreich

Auch im Pokalfinale reichte es nicht für den Titel, wieder hieß der Gegner Bayern München. Trotzdem durfte sich Albas Manager Marco Baldi über Titel für seinen Verein freuen. Die U-14, U-16 und U-19 wurden allesamt Deutscher Meister und lassen Baldi positiv in die Zukunft blicken: "Wir können im Wettrüsten mit Bayern München oder Bamberg um die Topspieler nicht mithalten. Deshalb ist es gut, wenn wir unsere Spieler zumindest zu einem gewissen Teil selber entwickeln."

Neben Jonas Mattisseck, der spätestens während des Pokalspiels gegen München zum Fanliebling avancierte, war auch Franz Wagner ein Nachwuchsspieler, der sich 2018 in Albas Profi-Kader etablieren konnte. Wagners Popularität erklärt sich Böttcher so: "Die Fans lieben es, wenn ein Spieler aus der Stadt kommt, aus der man selbst kommt. Die Identifikation ist dann viel einfacher."

Folgt 2019 die Krönung?

Die besondere Chemie und die gute Stimmung im Team lässt die Fans hoffen, dass nach zwei verlorenen Finals 2019 endlich einen Titel gefeiert werden kann. Diesen Erwartungen ist sich auch Marco Baldi bewusst: "Wir waren in beiden Endspielen. Wenn man das alles erreicht, denken die Fans natürlich, dass im nächsten Jahr noch etwas oben drauf kommt." Ob diese erfüllt werden, wird eine Alba-Mannschaft zeigen müssen, die schon 2018 viel Freude bereitet hat.

Sendung: Inforadio, 27.12.18, 12:14 Uhr

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