Davie Selke im Spiel gegen den FC Augsburg. Quelle: imago/Bernd König
Audio: Inforadio | 21.12.2018 | Dennis Wiese | Bild: imago/Bernd König

Davie Selke mit Hertha in Leverkusen gefordert - "Das Schönste ist für mich, dass die Lunge hält"

Hertha BSC will das Jahr 2018 und damit die Hinrunde mit einem Sieg in Leverkusen abschließen. Davie Selke würde dabei besonders gerne ein Tor erzielen. Für den Stürmer war es bislang eine Saison des Leidens. Von Dennis Wiese

Augsburgs Innenverteidiger Martin Hinteregger hat schmerzhafte Erinnerungen. Der Österreicher hat die Wucht zu spüren bekommen, mit der sich Hertha-Angreifer Davie Selke in jeden Zweikampf schmeißt. Das Luftduell am Dienstagabend endete für Hinteregger mit einer Kopfverletzung, für Davie Selke mit seiner zweiten Torvorbereitung der Saison. Selke legte unmittelbar nach dem harten, aber fairen Zusammenprall für Mathew Leckie auf, der das zwischenzeitliche 1:1 erzielte.

Schon vor dieser Episode machte sich Selke immer wieder im Vollsprint auf, um den ballführenden Augsburger zu ärgern. "Das Schönste für mich ist, dass die Lunge hält und ich wieder ordentlich Kilometer machen kann“, sagte der schlakisge Angreifer dem rbb nach dem Training am Donnerstagmorgen.

Gas geben will er auch im letzten Hinrundenspiel in Leverkusen am Samstag (22.12., 15.30 Uhr).

Im Dezember immer in der Startelf

Monatelang musste Selke um Anschluss kämpfen. In der Saisonvorbereitung hatte sich der 23-jährige Angreifer bei einem Zweikampf mit Salomon Kalou einen Pneumothorax, eine langwierige Lungenverletzung, zugezogen. Mitte September kam er zu einem ersten Kurzeinsatz, lange blieb Selke nur die Joker-Rolle, nun ist er wieder erste Wahl, stand in den vier Spielen im Dezember immer in der Startelf: "Ich musste in der Hinrunde erst einmal mit der Verletzung klarkommen, Kondition aufbauen und wieder ins Team kommen. Das hat alles länger gedauert als ich dachte. Auch, weil die Mannschaft einen Lauf hatte."

Dabei hatte sich Selke, nach zehn Treffern in seiner Premieren-Saison bei Hertha, viel vorgenommen für seine zweite Spielzeit in Blau-Weiß. Er gilt wegen seines Torriechers, des Kampfgeistes und der Körpergröße von über 1,90 Meter als Nachfolger für Kapitän Vedad Ibisevic. Mit 34 Jahren sind die Bundesligatage des Bosniers endlich.

Eine Wachablösung schien schon zu dieser Saison möglich. "Klar bin ich nicht hundertprozentig zufrieden mit der Saison, aber wie es zuletzt gelaufen ist, ist es ok", sagt Selke. "Davie macht im Training sehr schöne Tore. Das kommt bald auch wieder in der Bundesliga", glaubt Trainer Pal Dardai. Bei der 1:4-Pleite in Düsseldorf gelang Selkes einziger Saisontreffer.

"Drei Punkte in Leverkusen und dann mit gutem Gefühl in die Pause"

Für Hertha geht es bei der Werkself darum, die Hinrunde gut zu Ende zu bringen. Eine Hinrunde wie eine Sinuskurve: Im September zeigten die Berliner berauschenden Offensivfußball, schlugen die Spitzenteams aus München und Mönchengladbach. Dem stehen Niederlagen bei abstiegsbedrohten Düsseldorfern und Stuttgartern gegenüber. "Es war bis hierhin eine Hinrunde, auf der man aufbauen kann. Wir haben gezeigt, wie viel in der Mannschaft steckt", so Angreifer Selke.

Die Verletzungssorgen begleiten Hertha auch bis ins letzte Spiel des Jahres. Zu den länger verletzten Niklas Stark, Karim Rekik, Marko Grujic, Javairo Dilrosun und Kalou kommt nun auch noch Mittelfeldkämpfer Per Skjelbred, der eine Zahn-OP hinter sich hat. "Ich erwarte, dass wir noch einmal alles rausholen und ans Limit gehen", mit diesen Worten schickt Pal Dardai sein letztes Aufgebot nach Leverkusen, "an einem guten Tag können wir da drei Punkte mitnehmen. Wir haben es aber auch schon anders erlebt", so der Trainer bei der Pressekonferenz am Donnerstagmittag.

Eines ist gewiss: Davie Selke wird auch in Leverkusen wieder über das Feld wetzen. Vielleicht gelingt ihm dabei sein zweiter Saisontreffer. Und, für den Stürmer noch wichtiger, ein Auswärtssieg am Ende einer Hinrunde der Aufs und Abs.

Sendung: rbbUM6, 20.12.18, 18:00 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

1 Kommentar

  1. 1.

    Ein Pneumothorax ist keine Lungenverletzung. Vielmehr handelt es sich dabei um eine Krankheit, bei der Luft in Pleuraspalt, eine eine Spalte bzw. ein Raum in der Brusthöhle zwischen Wandblatt und "Lungenfell" eintritt und die Ausdehnung des betreffenden Lungenflügels (oder im schlimmsten Fall sogar beider Lungenflügel) verhindert. Die Lungen wird aber dabei nicht verletzt, sondern halt nur an Ihrer ordnungsgemäßen Funktion gehindert und muss, nachdem man mit entsprechenden Mitteln, die eingedrungene Luft wieder aus dem Zwischenraum bekommen hat, erst langsam Schritt wieder Ihre Funktion aufnehmen. Ein Pneumothorax kann jedoch - natürlich - durch eine Verletzung des Brustkorbs entstehen (dann ist es aber eine Verletzung ggf. der Lunge, die zu einem Pneumothorax führt!). In der Form des Spannungspneumothorax (wie ich ihn leider schon erfahren musste) bedarf es dazu noch nicht mehr einer Verletzung im Brustkorb, sondern dieser kann ganz spontan auftreten, aus diversen Gründen.

Das könnte Sie auch interessieren

Fabian Wiede steigt zum Wurf hoch. / imago/Andreas Gora
imago/Andreas Gora

Füchse verlieren 29:33 gegen Göppingen - "Das war schwer zu ertragen"

Es läuft aktuell alles andere als rund bei den Füchsen. Gegen Göppingen verloren die Berliner zuhause mit 29:33. Es war bereits die vierte Niederlage im sechsten Liga-Spiel nach der WM-Pause. Nach dem Spiel war die Stimmung im Keller - und die Wortwahl denkwürdig.