Klarer Fingerzeig: Die Füchse und Keeper Silvio Heinevetter wollen ins Final Four des DHB-Pokals. / imago/Bernd König
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O-Ton von Fabian Wiede, gelaufen in: rbbUM6 | 17.12.2018 | 18 Uhr | Bild: imago/Bernd König

DHB-Pokal | Viertelfinale gegen Rhein-Neckar Löwen - Das große Ziel der Füchse heißt Final Four

Mit den Rhein-Neckar Löwen haben die Füchse Berlin im Pokal-Viertelfinale einen harten Gegner zugelost bekommen. Dabei gibt es Mutmacher: nicht nur den jüngsten Sieg gegen Leipzig, sondern auch den schrumpfenden Krankenstand. Von Johannes Mohren

Es war am 13. Mai 2018, als die Rhein-Neckar Löwen als Tabellenführer zum bislang letzten Mal in die Max-Schmeling-Halle reisten. Sie schienen der Konkurrenz in der Handball-Bundesliga enteilt. Die Meisterschaft? Nur noch eine Frage der Zeit. Eigentlich. Doch dann kamen die Füchse.

Mit 29:23 gewannen die Berliner an jenem Sonntagnachmittag - mit einer Leistung, die nicht nur Trainer Velimir Petkovic schwärmen ließ: "Wir haben das phänomenal gemacht." Die Rhein-Neckar Löwen kamen ins Straucheln. Für sie wurde die Partie zu dem Stolperstein. Und am Ende reckte doch Flensburg-Handewitt die Meisterschale in die Höhe.

Über sieben Monate her, könnte man sagen. Alte Kamellen also. Und doch ist es nicht ganz vergessen, wenn die Rhein-Neckar Löwen am Dienstag (18 Uhr) als Titelverteidiger im Pokal-Viertelfinale wieder nach Berlin reisen. Das Gefühl, dem Gegner in heimischer Halle wehtun zu können, ist bei den Füchsen geblieben. Es gibt Selbstvertrauen. "Wir wissen ungefähr, wie wir mit diesen Partien gegen die Löwen umgehen müssen", sagt Fabian Wiede.

Das Ziel ist klar: Ein Schritt ist es noch bis zum Final Four in Hamburg - und der soll unbedingt gelingen. "Wir werden alles in die Waagschale werfen. Die Fans werden uns von Anfang an unterstützen, so wie wir sie kennen. Ich glaube, dass wir da einen extrem guten Vorteil haben."

Zahl der Rückkehrer wächst

Rückenwind gibt auch das letzte Liga-Spiel. Gerade einmal zwei Tage ist das her, da setzten die Berliner ihren Aufschwung fort und gewannen mit 26:23 gegen Leipzig. Es war ein hart errungener Sieg. Silvio Heinevetter parierte glänzend. Und die Defensive stand stabil. Mal wieder.

Sie war in den vergangenen Wochen - allem Verletzungspech zum Trotz - die Konstante bei den Füchsen. Auch gegen die Rhein-Neckar Löwen soll sie die Basis für den erhofften Erfolg sein. "Wir haben die ganze Saison gut gekämpft, hatten aber irgendwann keine Leute mehr. Wenn jetzt die Verletzten zurückkommen und damit die Klasse, kann das noch besser werden", sagt Heinevetter. 

Die Partie gegen Leipzig machte jedoch gleichzeitig auch Hoffnung, dass es spielerisch wieder bergauf geht. Es wird kleiner, das Lazarett der Füchse, das zwischenzeitlich bis zu zehn Spieler umfasste. Fabian Wiede ist schon länger zurück, es folgten Paul Drux und Christoph Reißky, zuletzt Mattias Zachrisson - Woche für Woche kann Petkovic auf mehr Stützen bauen.

Sie stehen auch für das, was die Füchse bei aller defensiven Kompaktheit und allem Kampf schmerzlich vermissten: offensive Durchschlagskraft. Der Trainer bremst jedoch gegenüber der dpa die Erwartungen: "Sie kommen zurück und alle sagen, Berlin ist wieder stark und kann oben angreifen. Aber jeder vergisst, dass sie zwei Monate ohne Training Form gekostet hat."

"Noch eine Schippe drauflegen"

Gegen die Rhein-Neckar Löwen sind sie dennoch alle gefordert. Der Respekt ist vor dem aktuell Dritten der Liga groß. "Die haben eine super Mannschaft", sagt Wiede - und: "Sie spielen zwar noch nicht so eine überragende Saison wie die vergangenen beiden Jahre, aber trotzdem immer noch mit Weltklasse-Spielern. Daher müssen wir auf alles vorbereitet sein." Hart werde das Match, mutmaßt der Rückraumspieler, und schnell: "Die Rhein-Neckar Löwen sind bekannt dafür, dass sie extrem viel Tempo machen."

Fehler minimieren, lautet deshalb die Devise. Nicht in die Konter des Gegners laufen. Und: Eigene Chancen nutzen. In Sachen offensiver Effektivität gibt es durchaus Verbesserungspotential: Zu viele offene Würfe wurden zuletzt vergeben. Als starkes Kollektiv wollen die Füchse dem Titelverteidiger gegenübertreten.

"Wir haben ein sehr gutes Team und vor allem auch einen sehr guten Teamgeist. Wir stehen zusammen und lassen uns nicht unterkriegen", sagt Paul Drux. Mitnehmen, was gegen Leipzig gut war und "noch eine Schippe drauflegen", will er. Dann, sagt der 23-Jährige, "hoffen wir, dass wir gewinnen." Klar ist: Alles muss zusammenpassen, damit er möglich wird - ein zweiter 13. Mai am 18. Dezember. 

Sendung: rbbUM6, 17.12.2018, 18 Uhr

Beitrag von Johannes Mohren

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