Schwerer Kampf: Paul Drux versucht sich gegen zwei Löwen durchzusetzen. / imago/Mario Stiehl
Video: rbb24 | 18.12.2018 | 21:45 Uhr | Jonas Schützeberg | Bild: imago/Mario Stiehl

Sieg nach Verlängerung gegen Rhein-Neckar Löwen - Füchse Berlin nach Handball-Krimi im Final Four

Es war nichts für schwache Nerven in der Max-Schmeling-Halle. Mit 37:35 gewannen die Füchse Berlin ein dramatisches Pokal-Viertelfinale gegen die Rhein-Neckar Löwen nach Verlängerung und stehen im Final Four. Dabei lagen sie lange Zeit zurück. 

25 Sekunden waren noch auf der Uhr. Jacob Holm nahm den Wurf und traf. Die Füchse lagen nun mit zwei Toren vorne. Die Bank der Berliner konnte sich kaum noch zurückhalten. Und als Silvio Heinevetter kurz darauf parierte, mussten sie es auch nicht mehr: Durch einen 37:35 (30:30, 14:17)-Sieg nach Verlängerung gegen Titelverteidiger Rhein-Neckar Löwen stehen die Füchse im Final Four des DHB-Pokals. Es war eine dramatische Partie am Dienstagabend in der Max-Schmeling-Halle, in der die Hausherren bereits wie die Verlierer aussahen und sich am Ende vor 6490 Zuschauer doch für einen großen Kampf belohnten.

"Wir glauben an uns selbst"

"Ich freue mich natürlich riesig. Das liegt an unserem Glauben: Wir glauben an uns selbst und daran, dass wir solche Situationen umdrehen können", sagte Hans Lindberg - der Mann, dem in Minute 60 eine Hauptrolle im Handball-Krimi zukommen sollte. Aber der Reihe nach: Tatsächlich lagen die Füchse über weite Strecken der Partie zurück. Das 7:6 nach 14 Minuten war die erste Führung für die Berliner in der Partie, und es war die einzige in der regulären Spielzeit. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase setzten sich die Rhein-Neckar Löwen ab. Zwischen der 21. und 26. Minute gelang ihnen ein 4:0-Lauf. Konsequent nutzten sie die Fehler der Füchse, die sich nun häuften, und führten mit 15:10. Zur Halbzeit lagen die Löwen mit drei Toren vorne (17:14).

"Wir haben 17 Tore kassiert. Das sind eigentlich viel zu viele", sagte Lindberg. Die Defensive - normalerweise das Prunkstück der Füchse - war bei weitem nicht so stabil wie in den Vorwochen. Der Rückstand erwies sich als schwere Hypothek, und lange schien es, als sei sie zu schwer. Zwar kämpften sich die Berliner nach der Pause immer wieder heran, doch die Rhein-Neckar Löwen ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. Stets konnten sie kontern und blieben in Führung. Vor allem gegen die Würfe von Andy Schmid aus dem Rückraum sah die Füchse-Abwehr schlecht aus. Als die Gäste sechs Minuten vor Schluss erneut auf vier Tore davonzogen, schien das Spiel (vor-)entschieden. Eigentlich. Doch die Füchse kamen noch einmal zurück.

Der große Moment des Hans Lindberg

Nun war auch Silvio Heinevetter im Spiel. Bis zur Schlussphase war es gar nicht das Spiel des Füchse-Keepers. Zwischenzeitlich beorderte Trainer Velimir Petkovic Nummer zwei Fredrik Genz ins Tor. Jetzt zeigte er Top-Paraden. Bis auf 29:30 kamen die Füchse heran knapp 120 Sekunden vor Schluss. Dann kam der große Moment des Hans Lindberg: Die Hallenuhr war bereits heruntergelaufen, als er an der Siebenmeterlinie stand. Es war die letzte Szene der regulären Spielzeit. Der Druck war groß, auch wenn sich Lindberg abgeklärt gab: "Ich versuche immer, den Fokus auf den den Torwart zu kriegen und darauf zu reagieren, was er macht." Er entschied sich für einen Heber. Und hatte Erfolg. 30:30 - es gab Verlängerung.

"Nun geht es auch um das Quäuntchen Glück", mutmaßte Manager Bob Hanning am Sky-Mikrofon. Und das war auf Seiten der Berliner. 63 Minuten waren gespielt, da führten die Füchse. Zum ersten Mal seit dem 7:6 zu Beginn des Spiels. Einmal konnten die Rhein-Neckar Löwen noch ausgleichen, doch dann zogen die Berliner unter tosendem Jubel der Fans bis auf drei Tore davon (36:33) und ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen. "Die Teamleistung war das A und O. Wir haben immer weiter gekämpft, und am Ende hat es geklappt - mit ein bisschen Glück", sagte Lindberg. Die Belohnung? Die Teilnahme am Finalturnier in Hamburg am 6. und 7. April.

Sendung: rbb24, 18.12.2018, 21:45 Uhr

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