Clement Jodoin (Quelle: imago/Christian Thiel)
Bild: imago/Christian Thiel

Sportdirektor Richer übernimmt - Eisbären Berlin trennen sich von Cheftrainer Clément Jodoin

Die Eisbären Berlin haben auf die sportliche Talfahrt reagiert und Cheftrainer Clément Jodoin entlassen. Nach nur knapp sechs Monaten wurde der Kanadier von seinen Aufgaben entbunden - übergangsweise übernimmt Sportdirektor Stéphane Richer das Amt.

Die Eisbären Berlin haben auf den bisher enttäuschen Saisonverlauf reagiert und sich von Cheftrainer Clément Jodoin getrennt. Dies gab der Verein am Mittwochabend bekannt. Nach zuletzt vier Niederlagen in fünf Spielen war der deutsche Vize-Meister in der Tabelle der Deutschen Eishockey Liga (DEL) auf den neunten Platz abgerutscht.

Der 66-jährige Kanadier übernahm erst vor knapp sechs Monaten das Amt des Cheftrainers und trat damit die Nachfolge von Uwe Krupp an, der in die tschechische Liga zu Sparta Prag wechselte. Unter Krupp war Jodoin ein jahr lang Assistenztrainer und stieg nach dessen Abschied zum Chefcoach auf.

Jodoin sollte Erfahrungen aus NHL einbringen

Unter Jodoin wollte der siebenfache deutsche Meister an die Erfolge der vergangenen Saison anknüpfen, in der die Berliner erst in der Finalserie knapp an München scheiterten. Der 66-Jährige, der als Taktiker gilt, sollte vor allem seine Erfahrung aus zahlreichen Stationen in der nordamerikanischen Profiliga NHL einbringen.

Pfiffe von den Rängen

Stattdessen durchlebte der Vize-Meister zuletzt eine sportliche Talfahrt. Die letzten vier Heimspiele gingen allesamt verloren - und das gegen die letzten vier der Tabelle. In der Folge fiel der Hauptstadtclub auf den neunten Platz zurück - und lief seinen Ansprüchen deutlich hinterher. "Die Ergebnisse in den letzten Spielen wurden absolut nicht unserem Anspruch gerecht", sagt Stéphane Richer. Der sportliche Leiter der Berliner wird das Amt des Trainers zunächst übergangsweise übernehmen.

Auch den den Fans machte sich Unmut breit. Nach der jüngsten Heimniederlage gegen Nürnberg wurden Spieler und Trainer mit lautstarken Pfiffen in die Kabine begleitet.

Trainerwechsel soll "neue Reize" bringen

Von einem Trainerwechsel erhoffen sich die Verantwortlichen des Vereins nun eine Trendwende. "Das Team hat gezeigt, dass es gut spielen und gewinnen kann. Es fehlt aber die Konstanz. Wir brauchen neue Reize, um das Leistungsvermögen der Jungs besser ausschöpfen zu können", so Richer.

Sendung: rbb24, 19.12.2018, 21.45 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Damit ist es sicher nicht getan. Der Verein sollte mal darüber nachdenken, seine gesamte Struktur neu zu ordnen und endlich auch mal die sicher noch vorhandenen alten Seilschaften beenden, beginnend im Jugendbereich und in der Verwaltungsebene.

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