Union-Trainer Urs Fischer am Spielfeldrand (Quelle: imago/Bernd König)
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Audio: Inforadio | 09.12.2018 | Dennis Wiese | Bild: imago/Bernd König

Union vor hitzigem Ost-Duell - "Wir dürfen nicht auf die Tabelle schauen"

Zum ersten Mal seit zehn Jahren treffen Union und Magdeburg aufeinander. Für Trainer Fischer stellt sich die Stürmer-Frage. Unions Fans müssen auf ihrer Auswährtsfahrt strenge Sicherheitshinweise beachten. Von Dennis Wiese

Urs Fischer ist ein privilegierter Mann, so sagt er. Das habe mit den beiden Sebastians zu tun. Sebastian Andersson und Sebastian Polter. Ihres Zeichens treffsichere Stürmer beim 1. FC Union. In seinem Spielsystem setzt Trainer Fischer von Beginn an nur auf einen der beiden. Im letzten Spiel gegen Darmstadt bekam der Schwede Andersson den Vorzug - und traf doppelt. 

Sich für einen der beiden zu entscheiden, falle ihm nicht schwer, so Fischer auf der Pressekonferenz am Freitagmittag. Beim Auswärtsspiel in Magdeburg (So., 09.12., 13.30 Uhr) könne er so oder so auf einen torgefährlichen Angreifer verlassen. In der Trainingswoche machen beide Sebastians auf sich aufmerksam, ihr Verhalten "eine Mischung aus kollegial, herzlich, ernst und angespannt", optimal also, so Trainer Fischer.

"Wir sind weiter als vor einem Jahr"

Nicht nur im Sturmzentrum stimmt es beim 1. FC Union. Nach fünfzehn Spielen stehen die Köpenicker auf Relegationsplatz drei, sind als einziges Team der Liga ungeschlagen. In der Vorsaison übrigens stand Union zu diesem Zeitpunkt ähnlich gut da: Damals war Union Tabellen-Vierter, mit 26 Punkten - nur ein Zähler weniger als im Spätherbst 2018.

"Wir sind weiter als vor einem Jahr", so Kapitän Christopher Trimmel. "Diese Spiele ohne Niederlage sind kein Glück, die haben wir uns erarbeitet. Die Mentalität ist auch gut."  Mit dem 16. Spieltag begann in der Vorsaison der Abwärtstrend. Trainer Keller wurde entlassen, Nachfolger André Hofschneider konnte weder die Niederlagenserie noch die aufkommende Unruhe verhindern. 

"Unser neuer Trainer Urs Fischer lässt das Negative nicht an uns heran, er gibt uns viel von seiner Ruhe mit - das ist wichtig. Auch während des Spiels: Man merkt, dass wir ruhiger Fußball spielen. Das hat sich sehr gut entwickelt."

Hitziges Ost-Duell erwartet

Gegner Magdeburg will für Unruhe auf dem Platz sorgen: "Da wird vieles über den Kampf gehen", glaubt Union-Kapitän Trimmel. Von acht Heimspielen hat der Aufsteiger noch keins gewonnen, kämpft nun gegen den direkten Wiederabstieg. "Wir dürfen nicht auf die Tabelle schauen. Die letzten beiden Spiele waren gut, sie hätten beide gewinnen können", so Urs Fischer.  Am Ende holte Fischers Kollege, Michael Oenning, aus seinen ersten beiden Spielen als Magdeburgs neuer Trainer aber nur einen Punkt.

Union rät Anhängern: Nicht mit Fanutensilien in die Innenstadt

Das Spiel zwischen Magdeburg und Union wird als Hochsicherheitsspiel eingestuft, die Besprechung zwischen beiden Vereinen und der Polizei hat auch konkrete Hinweise für Unions Anhänger ergeben: Mit Fan-Utensilien wie Schals oder Trikots sollten sich die rund 2.400 Fans der Berliner erst im Stadion zu erkennen geben. Von einem Besuch der Magdeburger Innenstadt in Fankluft rät die Polizei ab. Diese Hinweise fasst Union auf seiner Internetseite zusammen.

Dazu Unions Pressesprecher Christian Arbeit: "Es gibt Spiele unterschiedlicher 'Aufregungsklasse'. Magdeburg ist nicht Regensburg oder Heidenheim. Das Spiel wird ausverkauft sein. Größte Aufmerksamkeit ist gefragt, Grund zur Panik besteht, glaube ich, nicht."

Vor vier Jahren hatten Magdeburger Anhänger rund um ein Spiel bei Unions Zweiter Mannschaft in Köpenick randaliert.

Letztes Spiel gegen Magdeburg vor zehn Jahren

Die ersten Mannschaften beider Vereine waren sich zuletzt vor zehn Jahren begegnet - zu Zeiten dieses Regionalligaspiels gingen die meisten Union-Profis von heute also noch zur Schule. Einer dieser "Jungen Wilden", Grischa Prömel, kann beim Projekt Auswärtssieg nicht mithelfen. Er fällt verletzt aus. Abgesehen von einem Spiel, das er gesperrt verpasste, stand der Mittelfeldspieler immer auf dem Platz.

Gut, dass Trainer Urs Fischer so ein ruhiger Zeitgenosse ist. Und ansonsten aus dem Vollen schöpfen kann. Fischer ist eben ein privilegierter Mann, nicht nur wegen der treffsicheren Sebastians.

Sendung: rbb UM6, 07.12.2018, 18 Uhr

Beitrag von Dennis Wiese

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