Enge Duelle: Hier Davie Selke gegen Augsburgs Kevin Danso. / imago/contrast
Audio: Inforadio | 19.12.2018 | 23:15 Uhr | Lars Becker | Bild: imago/contrast

2:2 gegen den FC Augsburg - Herthas Heimspiel-Ausklang ohne Sieger

Sie wollten die Niederlage in Stuttgart "wieder geraderücken". Doch das gelang Hertha BSC nicht. 2:2 hieß es im letzten Heimspiel des Jahres gegen den FC Augsburg. Nach Spektakel in der ersten Halbzeit hatte die zweite Hälfte deutlich weniger Höhepunkte.

Die 1:2-Niederlage am Samstag in Stuttgart hatte Hertha-Coach Pal Dardai zugesetzt. Besser machen, lautete gegen Augsburg die Devise. Doch daraus wurde nichts. 2:2 hieß es am Dienstagabend nach 90 Minuten. "Das muss man akzeptieren, so wie das Spiel gelaufen ist", sagte Dardai nach dem Schlusspfiff. "Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt."

Die erste Hälfte des Spiels hatte es tatsächlich in sich. Die Zuschauer, die in das weite Rund des Olympiastadions gekommen waren, bekamen etwas geboten. 27.939 waren es - eine Minuskulisse zum Jahresausklang. "Ich habe mal an einem ähnlichen Tag gegen Unterhaching gespielt, da waren noch weniger Leute da", erinnerte sich Dardai. "Man muss schätzen, dass sie bei diesem Wetter und dieser Uhrzeit kommen. Es war trotzdem eine gute Atmosphäre."

Dritter Rückstand in den ersten zehn Minuten

Hertha begann dominant, wurde aber vom Gegentreffer nach der ersten Augsburger Offensivaktion kalt erwischt. Martin Hinteregger war im Kopfball durchsetzungsstärker als Maximilian Mittelstädt und Mathew Leckie. Das 0:1 war schon der dritte Rückstand der Hertha in dieser Saison binnen der ersten zehn Minuten.

Die Berliner waren nach dem Gegentor kurz geschockt, übernahmen aber schnell wieder die Initiative. Leckie, der für Vedad Ibisevic in der Startformation stand, erzielte nach einem Steilpass von Sturmpartner Davie Selke den Ausgleich. Knapp dreißig Minuten waren da gespielt. Zuvor hatte sich Selke in einem Kopfballduell gegen Hinteregger durchgesetzt. Der Österreicher blieb benommen liegen - zur Pause musste er ausgewechselt werden.

Und es sollte die Phase der Hertha werden: Keine 25 Sekunden war der Ball nach dem Ausgleich wieder im Spiel, da schlug Ondrej Duda zu. Augsburg war wieder vom Hertha-Tempo überfordert und der zu Saisonbeginn so starke Slowake demonstrierte wenigstens in dieser Szene, dass er - wie von Trainer Dardai attestiert - sein Formtief überwunden hat.

"Unnötige Gegentore"

Doch die Führung hielt nur kurz. Augsburg schlug zurück - Ja-Cheol Koo traf (38.). Der Südkoreaner war schon vorher ein Augsburger Aktivposten gewesen und hatte Marvin Plattenhardt mehrfach vor Probleme gestellt. Die Herthaner ärgerten sich. Von "unnötigen Gegentoren" sprach Arne Maier. Bei Pal Dardai klang es ähnlich: "Du musst mit dem 2:1 in die Pause gehen. Wir hatten eigentlich eine riesige Überzahl, als das Gegentor fällt."

Nach der Pause waren beide Teams um Stabilität bemüht. Besonders Augsburg stand nun tiefer, war offenbar mit einem Punkt zufrieden. Hertha suchte noch mehr spielerische Mittel, Torgefahr gab es aber kaum. Das lag auch daran, dass der Rasen im Olympiastadion zunehmend schlechter wurde. In der Winterpause soll er ausgetauscht werden. "Auf diesem Platz kannst du nur fighten. Technische Sachen sind darauf unmöglich", sagte Dardai. "Die Jungs haben es mit Leidenschaft versucht und gut gekämpft. Das ist positiv."

Zum Abschluss gegen Leverkusen

Zufrieden waren sie dennoch nicht bei Hertha. Bei Marvin Plattenhardt klang das auch deutlich durch. Das Ziel war ein anderes. "Wir wollten auf jeden Fall drei Punkte hierbehalten", sagte er. Hörbar enttäuscht: "Jetzt haben wir nur einen Punkt, das ist natürlich nicht so optimal. Wir haben streckenweise ganz gut nach vorne gespielt. Die Gegentore sind blöd." Dennoch betonte er aber auch: "Wir müssen es akzeptieren. Selbst wenn es gerade schwer fällt."

Ein Spiel bleibt nun bis zur Winterpause. Am Samstag (15:30 Uhr) in Leverkusen. Und da hat Hertha BSC noch was vor. Zumindest nach der Rechnung des Trainers. Vier Punkte aus den letzten drei Spielen hatte der gefordert. Nach der Niederlage in Stuttgart und dem Remis gegen Augsburg fehlen noch drei. Die Marschrichtung für das Duell im Rheinland ist damit wohl klar.

 

Sendung: Inforadio, 18.12.2018, 23:15 Uhr

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