Ulrich Kastner (rechts) und sein Vorgänger Peter Müller (links) beim Weihnachtssingen 2017. Quelle: imago/Matthias Koch
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Interview | Pfarrer Kastner über Union-Weihnachtssingen - "Eine Idee, für die es keine Vorlage gab"

Das Weihnachtssingen bei Union Berlin geht am Sonntag bereits in seine 16. Saison. Viele Fußball-Vereine haben die Idee mittlerweile adaptiert. Pfarrer Ulrich Kastner liest beim Original die Weihnachtsgeschichte - und erklärt, warum es bei Union etwas Besonderes ist.

Herr Kastner, vor 15 Jahren begann die Erfolgsgeschichte der Weihnachtssingen an der Alten Försterei. Mittlerweile gibt es sie in der ganzen Republik bei Fußballvereinen. Trotzdem erfreut sich das Singen bei Union Berlin nach wie vor größter Beliebtheit, die Karten waren innerhalb von acht Stunden ausverkauft. Was macht das Weihnachtssingen an der Alten Försterei so besonders?

Ulrich Kastner: Ich glaube, dass Union Berlin alleine schon ein besonderer Verein ist. Diese Publikumsnähe und Identifikation macht es den Fans möglich, Teil des Vereins zu sein. Es gibt bei Union Berlin ein besonderes Klima. Dazu kommt, dass es natürlich das erste Weihnachtssingen dieser Art ist und daher eine lange Tradition besteht.

Für Sie persönlich ist es erst das zweite Weihnachtssingen. Wie kam es dazu, dass Sie die Aufgabe von ihrem Vorgänger Peter Müller übernommen haben?

Peter Müller hat nach vielen Jahren aus Altersgründen die Aufgabe an mich weitergegeben und mich gebeten, in Zukunft als Pfarrer am Weihnachtssingen teilzunehmen. Ich mache das gerne. Es ist eine tolle Aktion mit frommen Liedern. Das würde man in Ostberlin nicht unbedingt erwarten. Als die Aktion von ein paar Fans ins Leben gerufen wurde, gab es ja noch keine Vorlage. Nun ist es selbst ein Vorbild geworden für andere Vereine.

Normalerweise sind die Kirchen in Deutschland eher schlecht besucht. An Weihnachten ist das anders und auch die Fußball-Stadien sind stets gut gefüllt, mit Menschen, die fromme Lieder singen. Wie erklären Sie sich das?

Das Singen ist natürlich keine rein fromme Veranstaltung. Wir machen ja keinen Gottesdienst im Fußballstadion. Die Fans haben damals angefangen an Weihnachten im Stadion Lieder zu singen. Es sind dann immer mehr Leute geworden und somit ist das Ganze ein weihnachtliches Ritual geworden. Ein Pfarrer ist erst später dazugestoßen. Ich sehe mich als Dienstleister. Ich trage nur einen Teil zur Veranstaltung bei. Ich bin glücklich, dass ich gefragt wurde.

Die Mannschaft von Union Berlin spielt am Sonntag noch um 13:30 Uhr bei Erzgebirge Aue. Der Routenplaner sagt knappe drei Stunden Fahrtzeit voraus. Sind Mannschaft und Fans überhaupt pünktlich zum Singen wieder in Berlin?

Ich hoffe, dass alles gut klappt. Ich glaube, dass es zu schaffen ist. Wer dabei sein will, wird auch dabei sein. Ich bin mir sicher, dass wir wieder mit 28.000 Unionern ein schönes Weihnachtssingen erleben werden.  

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Das Interview führte Jonas Bürgener.

Sendung: rbb Fernsehen, 23.12.18, 20:15 Uhr

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6 Kommentare

  1. 6.

    Ich glaube nicht, dass die Unioner darum gebeten haben das Weihnachtssingen live zu übertragen und wenn ich mir ansehe wofür diese so wertvollen Rundfunkgebühren sonst ausgegeben werden dann lieber Weihnachtssingen mit netten Leutem.

  2. 5.

    Ich gönne den Unionern ja Ihr Weihnachtssingen. Etwas irritierend finde ich aber, das das Ganze jetzt auch auf dem RBB live übertagen wird, finanziert von unseren Rundfunkgebühren.

  3. 3.

    Was ist denn daran peinliches Gemache, einen Tag vor Heiligabend mit der Familie und Freunden und Kindern im eigenen Stadion Weihnachtslieder zu singen?
    Wie verbittert muß man denn sein...........
    Aber selbst Ihnen wünsche ich irgendwie frohe Weihnachten.

  4. 2.

    "Man könnte auch sagen: peinliches Gemache von 28.000 Atheisten."
    Wow, mit einem Satz 28.000 Leute abgekanzelt, beachtlich!

    Waren Sie schon mal da?

    Im Übrigen steht auch im Text: "Das Singen ist natürlich keine rein fromme Veranstaltung. Wir machen ja keinen Gottesdienst im Fußballstadion."

  5. 1.

    "Es ist eine tolle Aktion mit frommen Liedern. Das würde man in Ostberlin nicht unbedingt erwarten."
    Man könnte auch sagen: peinliches Gemache von 28.000 Atheisten. Inkonsequent. Ich schlage vor es wird dort zukünftig die Internationale gesungen!

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